Gut geplant ist halb gewonnen

Feature | 20. Januar 2003 von admin 0

Die außerordentliche Flexibilität von mySAP SCM Supply Chain Planning erlaubt es dem Anwender, firmenspezifische Geschäftsprozesse und Planungsregeln einzurichten. Damit ist er in der Lage, schneller einen Mehrwert zu erzielen.

mySAP SCM Supply Chain Planning beinhaltet drei Hauptszenarien, die die grundlegenden Planungsanforderungen innerhalb der Beschaffungskette abbilden: Collaborative Demand Planning, Collaborative Supply & Distribution Planning und Sales & Operations Planning.

Collaborative Demand Planning

Das Collaborative Demand Planning ermöglicht es Unternehmen, alle verfügbaren Informationen zu nutzen, um Prognose sowie Promotion- und Absatzplanung zu steuern.
Historische Absatzdaten werden in SAP R/3 gesammelt und lassen sich in einen InfoCube des SAP Business Information Warehouse (SAP BW) übertragen. mySAP SCM Demand Planning nutzt diese Informationen, um Prognosen zu erstellen und Lebenszyklusplanungen durchzuführen. Als Grundlage hierfür dient ein Methodenkatalog, der folgende Verfahren enthält:

  • Statistische Methoden, wie exponentielles Glätten oder lineare Regression
  • Kausalanalyse von Einflussfaktoren, wie Preis oder Klimaverhältnisse, die die Multiple Lineare Regression nutzt
  • Die Kombination von verschiedenen Einzelprognosen zu Gesamtprognosen

Die unterschiedlichen Methoden lassen sich automatisch den entsprechenden Datenmengen zuordnen.
Wichtige Informationen von beliebigen Partnern können über das Internet eingebunden werden. Dies erlaubt es den Beteiligten eines Logistiknetzwerkes, sich auf eine gemeinsame Prognose zu einigen. Die Promotion-Planung bezieht auch Marketingaktivitäten ein und eröffnet somit weitere Möglichkeiten, mit Einzel- und Großhändlern zusammenzuarbeiten.
In einen Absatzplan fließen alle verfügbaren Informationen ein. Frei definierbare Makros erlauben jede Art der Kalkulation. Dies ermöglicht es, Daten auf verschiedenste Weise zu prüfen und Alerts für die Planer auszulösen.
Für die Feinplanung des Absatzplans stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder mit der Funktionalität Collaborative Supply & Distribution Planning innerhalb von SAP APO oder indem die freigegebenen Bedarfspläne in SAP R/3 ausgeführt werden. Mit SAP BW lassen sich Reports erstellen, beispielsweise zur Prognosegüte oder zu Markttrends.

Collaborative Supply & Distribution Planning

Mit dem Collaborative Supply & Distribution Planning können die Partner in der Logistikkette Beschaffung, Produktion und Transport parallel und übereinstimmend planen. Die Integration aller Partner in das Logistiknetz gewährleistet eine reibungslose Zusammenarbeit.
Auf der Grundlage des Absatzplans wird zunächst der Sicherheitsbestand geplant. Damit ist der Anwender in der Lage, für alle Lagerbestände im Logistiknetz optimale Sicherheitsbestände und Zielvorräte zu bestimmen. Die Kalkulation des Sicherheitsbestandes erfolgt auf der Basis von Durchlaufzeiten, Prognose- und Bedarfsschwankungen sowie Servicestufen.
Die Versorgungsplanung unterstützt Unternehmen dabei, die Anforderungen in Bezug auf Nachfrage und Sicherheitsbestände optimal zu erfüllen. Sie entscheidet über die Bezugsquellen, verteilt die Produktion auf die Ressourcen, löst die Stücklisten auf, organisiert die Beschaffung von Halbfertigwaren oder Rohstoffen und ordnet Kunden bestimmten Vertriebswegen zu. Dafür stehen drei zentralen Ansätze zur Auswahl:

  • Die Supply Planning Heuristik errechnet die Anforderungen der Bezugsquellen, wobei Quotierung, Durchlaufzeiten, Kalender und Richtlinien für Losgrößen berücksichtigt werden. Wenn die infinite Anforderungsplanung abgeschlossen ist, kann der Anwender eine Kapazitätsplanung durchführen. Dadurch lässt sich schnell feststellen, wie sich die geplanten Aufträge auf die Ressourcen auswirken und ob der Plan durchführbar ist. Der Kapazitätsabgleich vermeidet Ressourcenüberlastungen.
  • Der Supply Planning Optimizer erzeugt einen durchführbaren Versorgungsplan mit minimalen Kosten und berücksichtigt alle Ressourcen und Beschränkungen in der Logistikkette. Er nutzt die lineare Optimierung und multi-integrale, lineare Programmiertechniken, die auf den Simplex-Algorithmen sowie den Branch and Bound-Methoden beruhen.
  • Capable-to-Match gleicht eine große Anzahl an priorisierten Kundenwünschen (Prognosen oder Aufträge) mit einer kategorisierten Menge von Liefermöglichkeiten ab. Die Methode berücksichtigt die aktuellen Produktions- und Transportkapazitäten in einer mehrstufigen Produktionsumgebung.

Die Distributionsplanung besteht aus dem Deployment, das die verfügbaren Warenmengen berücksichtigt und Bedarfe auf der Grundlage von flexiblen Regeln deckt, sowie aus dem Transport Load Builder, der die Auslastung der Transportmittel optimiert.
Das Deployment funktioniert nach dem Push- und Pull-Prinzip, das einen Transport vorschlägt, wenn die verfügbare Warenmenge den Bedarf deckt. Ist die Nachfrage höher als das Angebot, kommt die Fair-Share-Logik zum Einsatz, um offene Kundenaufträge, Sicherheitsbestände und Prognoseanforderungen auf optimale Weise aufeinander abzustimmen.
Der Transport Load Builder verwendet die Ergebnisse des Deployment-Laufs, um Produkt-übergreifende Transportaufträge zu erstellen. Dies stellt sicher, dass die Transportmittel optimal beladen sind (beispielsweise in Bezug auf ihr Volumen, Gewicht und die Anzahl der Paletten) und kein Fahrzeug abgefertigt wird, bevor es nicht wenigstens bis zur Mindestkapazität gefüllt ist.

Sales & Operations Planning

Der Ansatzpunkt bei diesem Szenario ist das Erstellen eines Geschäftsbereichs- und Absatzplans mit SAP Strategic Enterprise Management (SAP SEM), einer Komponente von mySAP Business Intelligence (mySAP BI). Mit dem Absatzplan ist der Anwender in der Lage, Marketingaktivitäten im mySAP Customer Relationship Management (mySAP CRM) Marketing Planner zu erstellen und auf diese Weise die Umsetzung der Pläne zu unterstützen. Die Ergebnisse werden in SAP APO übertragen, so dass sie sich bei der gemeinsamen detaillierten Absatz-, Bedarfs-, Liefer- und Vertriebsplanung berücksichtigen lassen.
Indem der Anwender Alerts und Leistungskennzahlen prüft, kann er seinen Absatzplan konsolidieren und seine Marketingaktivitäten entsprechend anpassen. Mit der Simulationsfunktion von SAP APO ist es möglich, eine Vielzahl von Szenarien auf der Grundlage der verfügbaren Absatz- und Marketingpläne zu evaluieren.

Fazit

Mit mySAP Supply Chain Management ist der Anwender in der Lage, den komplexen und dynamischen Informationsfluss zu steuern und verschiedenste Vorteile zu erzielen, indem er die Beschaffungskette rechtzeitig plant. Sich ändernde Marktanforderungen lassen sich abfedern, in dem das Partnernetzwerk genutzt und Geschäftsprozesse schnell und einfach angepasst werden. Dies bietet Planern eine größere Flexibilität. Die Logistikpartner erhalten Einblick in die Nachfrage, Lagerbestände und Kapazitäten entlang des erweiterten Logistiknetzes – was die Transparenz deutlich erhöht. Auf der Basis einer übergreifenden Zusammenarbeit lassen sich Pläne und operative Abläufe optimieren. Logistikaktivitäten können intern und extern in Echtzeit plan- und auftragsgesteuert abgestimmt werden.
mySAP SCM Supply Chain Management liefert eine Vielzahl von Instrumenten, die Anwender dabei unterstützen, Angebot und Nachfrage entlang der gesamten Logistikkette aufeinander abzustimmen. Damit ist es nicht mehr notwendig, Werkzeuge aus verschiedenen spezialisierten Softwarepaketen zusammenzusetzen. Diese mySAP-Lösung verbessert die Planungsqualität, modelliert Verbraucherverhalten und Marktdynamik, integriert Prozesse, die die Planung und den Informationsaustausch beschleunigen, und ermöglicht die gemeinsame Planung mit Geschäftspartnern.

Auf Basis der bewährten Client-Server-Technologie von SAP R/3 und realer Geschäftsprozesse bedient mySAP SCM Supply Chain Planning zuverlässig und effektiv die spezifischen Planungs- und Informationsanforderungen in allen Branchen.

Carlsberg in Dänemark beispielsweise verringerte mit mySAP SCM Supply Chain Planning seine Lagerbestände um über 30 Prozent und verbesserte die Fähigkeit, die richtigen Produkte termingerecht an die richtigen Kunden zu liefern um 20 Prozent.

Beispiele anderer Unternehmen, die vom Einsatz von mySAP Supply Chain Planning profitiert haben, finden registrierte Kunden im SAP Service Marketplace (http://service.sap.com).
Detaillierte Informationen über die Funktionen und Wirkungsgrade des Supply Chain Planning mit mySAP Supply Chain Management sind unter www.SAP.com/solutions/scm oder im SAP Service Marketplace verfügbar http://service.sap.com.

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