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Menschen, Umwelt und Wirtschaft

Feature | 20. März 2015 von Judith Magyar 0

Die globale Erderwärmung nimmt immer weiter zu. Um nachhaltiger zu werden und dem Klimawandel entgegen zu wirken, setzen Städte nun SAP-Lösungen ein.

Der neue Sustainable Cities Index 2015 liegt gerade druckfrisch vor. Durchgeführt wurde die Studie von Arcadis, einer niederländischen Planungs- und Beratungsgesellschaft. Im Rahmen des Rankings wurden 50 Metropolen auf der ganzen Welt hinsichtlich drei Nachhaltigkeitskriterien unter die Lupe genommen: Lebensqualität, Umwelt und Wirtschaft. Die Ergebnisse fallen eindeutig aus. Selbst die nachhaltigsten Städte müssen noch weitere Anstrengungen unternehmen.

Kann Nachhaltigkeit uns gleichgültig sein?

Über 50 Prozent der Weltbevölkerung lebt bereits in städtischen Ballungsräumen und laut Prognosen der Vereinten Nationen wird dieser Anteil bis zum Jahr 2050 auf 66 Prozent steigen. Ein Bericht der Weltbank warnt davor, dass der Klimawandel die Lebensgrundlagen der Menschen bedroht und immer mehr Menschen in Städte ziehen werden.

Doch die perfekte Stadt gibt es nicht. London belegt im Ranking der nachhaltigsten Städte Platz zwei und der derzeitige Bürgermeister hat mit seiner Vision 2020 große Pläne. London soll die attraktivste Stadt werden – zum Arbeiten, Leben, Studieren und auch für Investitionen und Geschäftstätigkeiten. Doch veraltete Infrastrukturen, chronischer Wohnraummangel sowie Energie- und Abfallprobleme stehen diesem Ziel im Weg. Die Städte auf den mittleren oder hinteren Plätzen des Index haben noch größere Probleme. Sao Paulo (Platz 31) zählt bereits 20 Millionen Einwohner und kämpft mit unkontrolliertem Wachstum, während Mumbai (Platz 47) jedes Jahr von katastrophalen Monsunregenfällen bedroht wird, die das Leben Tausender Menschen gefährden.

Nachhaltige Lösungen für urbane Angelegenheiten

Laut Sean Patrick O’Brien, Vice President des Bereichs Urban Management & Public Security bei SAP, haben Stadtverwaltungen in der Regel drei strategische Ziele. Sie wollen wirtschaftlich wachsen, die Lebensqualität verbessern und ihren Bürgern Mehrwert bieten. Viele der Städte, die im Sustainability Index aufgeführt sind, nutzen bereits eine SAP-Technologie, um diese drei Ziele zu erreichen. Sie wollen nachhaltiger werden in Bezug auf Lebensqualität, Umwelt und Wirtschaft. Einige Beispiele:

Die Verwaltung einer Stadt ist typischerweise auf mehrere örtliche Behörden verteilt. Deshalb ist es sinnvoll, Daten und Services zu zentralisieren. Der Großraum London setzt sich aus mehreren Stadtbezirken zusammen. Jeder Bezirk hat eine eigene Lokalverwaltung und arbeitet mit städtischen Einheiten wie der Polizeibehörde und der Verkehrsgesellschaft zusammen. Um das Verkehrssystem in der britischen Hauptstadt zu koordinieren, setzt die Verkehrsgesellschaft Transport for London SAP-Software ein.

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Städte müssen auch mit Bundes- und Landesbehörden zusammenarbeiten. Dadurch entstehen komplexe Szenarien, insbesondere im steuerlichen Bereich. Der Bundesstaat São Paulo betreibt behördenübergreifend ein zentrales Datenrepository auf SAP-Servern, um Steuerbetrug schneller aufzudecken und die öffentlichen Finanzen besser zu verwalten. So werden Mittel frei, die in eine bessere Verwendung investiert werden können.

Und natürlich müssen Städte gut vorbereitet sein, um Leben und Eigentum der Bürger zu schützen, wenn Notsituationen eintreten. Die Stadt Mumbai hat die weltweit größte SAP-Installation im Kommunaleinsatz, um bei Katastrophen wie Feuer, Überschwemmungen oder Terroranschlägen alle staatlichen Stellen zentral einbinden zu können.

Mehr Zeit für wichtige Aufgaben

Boston setzt SAP HANA ein, um die Stadt noch attraktiver zu machen“, erklärte Devin Quirk, Director of Operations bei der City of Boston, die im Städte-Ranking Platz 15 belegt. Dank Analysen auf mobilen Endgeräten erhalten Entscheidungsträger und Bürger die Informationen, die sie benötigen. So konnte die Stadt Boston die Anzahl der Eigentumsdelikte um 55 Prozent reduzieren. Für Quirk besteht der größte Vorteil der Technologie darin, dass sich der bürokratische Aufwand reduziert und die Stadt nun mehr Zeit darauf verwenden kann, sicherer, umweltfreundlicher und wettbewerbsfähiger zu werden.

 

Bildquelle: Shutterstock

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