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Die 1000-Milliarden-Bäume-Challenge

Feature | 1. Dezember 2017 von Andrea Schmieden 4

Felix Finkbeiner ist ein Fan der Photosynthese. Bei einem Praktikum lernte der engagierte Umweltschützer die SAP-Nachhaltigkeitsstrategie kennen.

1000 Milliarden Bäume pflanzen – das ist das Ziel, das der 20-jährige Felix Finkbeiner sich und seiner Organisation Plant-for-the-Planet gesetzt hat. Unrealistisch? Nicht, wenn man sich die Erfolgsgeschichte von Finkbeiner anschaut:  2007 gründete der damals neunjährige Finkbeiner Plant-for-the-Planet, bereits 2010 war der millionste Baum gepflanzt, 2011 sprach Finkbeiner vor den Vereinten Nationen in New York und half damit der Organisation, international bekannt zu werden. Heute weist der Baumzähler von Plant-for-the-Planet bereits über 15 Milliarden gepflanzte Bäume aus. „Mit Bäumen als Kohlendioxidspeicher können wir wertvolle Zeit gewinnen, um das Klimaschutzziel von maximal zwei Grad Erderwärmung hoffentlich doch noch zu schaffen“, unterstreicht Finkbeiner. „Wir haben von Wissenschaftlern untersuchen lassen, wie viele Bäume maximal gepflanzt werden, ohne zum Beispiel die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen zu verdrängen. Das Ergebnis ist 1.000 Milliarden. Daher ist das unser Ziel, um das Potenzial für die Speicherung von Kohlendioxid maximal zu nutzen.“

Vom Schulprojekt zur internationalen Organisation

Angefangen hat es mit einem Referat zum Thema Klimaschutz. Finkbeiner war beeindruckt von Wangari Maathai, die in Afrika 30 Millionen Bäume gepflanzt hatte. Seinen Vortrag beendete er mit einem Aufruf: Lasst uns in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzen! „Als Viertklässler hatten wir vielleicht nicht wirklich eine Vorstellung davon, wie viel eine Million ist“, erinnert sich Finkbeiner schmunzelnd. Doch angefangen haben sie trotzdem. Ein älterer Schüler baute eine einfache Webseite. Nach dem Motto „Wer pflanzt die meisten Bäume?“ starteten sie einen Wettbewerb mit anderen Schulen. So kam die ganze Aktion in Schwung und nach nur drei Jahren war der millionste Baum gepflanzt.

Heute ist Plant-for-the-Planet eine internationale Kinder- und Jugendorganisation. „Wir verstehen uns als Advokaten für den Klimaschutz“, sagt Felix Finkbeiner. In eintägigen Workshops bilden Kinder und Jugendliche sich zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit aus. Sie halten Vorträge, veranstalten lokale Aktionen und bilden weitere Botschafter aus. Heute sind 63 000 Botschafter in 58 Ländern aktiv.

Zum Pflanzen der Bäume arbeitet Plant-for-the-Planet auch mit anderen Organisationen zusammen. So wird ein hoher Qualitätsstandard gesichert. „In Deutschland hat die Forstwirtschaft im internationalen Vergleich bereits einen hohen Standard. Wir konzentrieren uns mit unseren Projekten eher auf Regionen in Äquatornähe. Dort ist die Wachstumsgeschwindigkeit der Bäume auch höher und Kohlendioxid kann schneller gespeichert werden. Außerdem achten wir darauf, dass passende Baumarten gepflanzt werden und idealerweise auch eine wirtschaftliche Nutzung möglich ist.“ So werden auch Arbeitsplätze geschaffen und alle drei Säulen der Nachhaltigkeit adressiert: die ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit.

Die gute Finanzierung

Diese gepflanzten Bäume werden über Spenden finanziert – ein Euro Spende entspricht einem Baum. Für die Finanzierung der Organisation selbst hat Plant-for-the-Planet eine ungewöhnliche Lösung gefunden: der Verkauf der „Guten Schokolade“. Pro verkaufter Tafel fließen zehn Cent an die Organisation zur Ausbildung weiterer Botschafter, zwanzig Cent in die Pflanzung von Bäumen. Die Gute Schokolade ist mittlerweile die meistverkaufte Fairtrade-Schokolade in Deutschland. Über die Webseite von Plant-for-the-Planet kann sie sogar im Abonnement bestellt werden. Wie kommt man auf so eine Idee? „Eigentlich wollten wir ein Projekt mit der Schokoladenindustrie starten. Daraus ist dann aber leider nichts geworden und wir waren alle sehr enttäuscht“, erinnert sich Finkbeiner. „Dann haben wir uns gedacht – na, dann machen wir eben unsere eigene Schokolade.“ So wurde aus einer Enttäuschung eine Erfolgsgeschichte.

Globale Probleme lösen

Derzeit studiert Felix Finkbeiner Internationale Beziehungen an der Universität von London. „Ich will mich für die Lösung globaler Probleme einsetzen“, sagt er. „Ich überlege noch, wie ich das am besten angehen kann – vielleicht in der Politik, vielleicht in der Wirtschaft.“

Dass er das Talent zum Redner hat, konnte Finkbeiner schon beim SAP-Alumni-Event im vergangenen März beweisen: Mit seinem Kurzvortrag begeisterte er das Publikum und konnte viele Unterstützer gewinnen.

Auch in die SAP-Welt konnte Finkbeiner bereits reinschnuppern. In einem vierwöchigen Praktikum in der Nachhaltigkeitsabteilung unter Chief Sustainability Officer Daniel Schmid lernte er, wie Nachhaltigkeit in das Kerngeschäft der SAP eingebettet wird: „Mir war vorher gar nicht so bewusst, wie groß der Einfluss von SAP im Bereich Nachhaltigkeit ist. Es geht ja nicht nur um das, was SAP selbst tut, wie zum Beispiel Klimaneutralität bis 2025 anzustreben. Der Einfluss über die Software auf die Kunden ist ein noch viel größerer Hebel“, erklärt Finkbeiner, sichtlich beeindruckt.

Jeder kann zum Klimaschutz beitragen

Wie kann jeder einzelne zur Lösung der globalen Probleme beizutragen? „1.000 Milliarden Bäume entsprechen 150 Bäumen pro Mensch auf der Erde. Was also jeder tun kann, ist 150 Bäume pflanzen. Pro ein Euro Spende pflanzt Plant-for-the-Planet einen Baum.“ Bisher gehen schon fast 40.000 Bäume auf das Konto von SAP-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern. „Jeder Einzelne kann sich bei der täglichen Arbeit fragen: Welchen Einfluss hat das, was ich tue, auf die Welt? oder: Wie trägt mein Produkt oder mein Service dazu bei, Probleme wie Klimaschutz, Zugang zu Bildung, zu sauberem Wasser zu lösen?“, schlägt Finkbeiner vor. „Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen beschreiben diese Themenbereiche sehr gut“, erklärt Finkbeiner. Sie stehen auch hinter der Vision der SAP „Help the World Run Better and Improve People’s Lives“. „Jetzt“, so Finkbeiner, „kommt es darauf an, diesen Rahmen mit Leben zu füllen.“

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