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Netbanking erfordert SEPA

3. April 2014 von Stefanie Leisen 0

Die Bank für Sozialwirtschaft AG (BFS, “Sozialbank”) ist ein Spezialkreditinstitut für Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen aus den Bereichen Gesundheit, Soziales (Senioren-, Behinderten-, Kinder- und Jugendhilfe) und Bildung. Dazu zählen unter anderem Umwelt- und Spendenorganisationen, die in Krisengebieten im Einsatz sind. Im Falle einer Katastrophe wie dem Taifun auf den Philippinen im vergangenen Jahr steht das System vor der Herausforderung, eine Vielzahl an Spenden und Transaktionen auf einmal zu bewerkstelligen. Hohe Transaktionsvolumina (derzeit bis zu acht Millionen Posten pro Tag) abzuwickeln gehört zum Tagesgeschäft der BFS.

Aufgrund der Anforderungen des SEPA-Zahlungsverkehrs an die Banken musste auch die BFS in den letzten Jahren mit dem bestehenden Zahlungsverkehrssystem viele Änderungen in Kauf nehmen, die zwar auf der einen Seite eine Verarbeitung der SEPA-Zahlungen grundsätzlich möglich gemacht haben, die aber auf der anderen Seite auch die bestehende Software zunehmend fehleranfällig und instabil machten.

Altsystem der BFS war SEPA-Anforderungen nicht gewachsen  

Ebenso hat die BFS in den letzten Jahren festgestellt, dass das SEPA Format, welches um ein Vielfaches größer ist als das alte DTA-Format, eine performante Abarbeitung der Kunden- und Bankeneinreichungen im Massenzahlungsverkehr mit der bestehenden Software schlichtweg unmöglich macht. In Zusammenarbeit mit SAP Consulting hat die BFS daher die Anwendung SAP Payment Engine (PE) innerhalb von zwölf Monaten implementiert und als neues selbständiges System in die bestehende Systemlandschaft integriert. Für die bereits bestehende ERP-Lösung (hier FI, BCA, CML und TRM) wurde eine neue Schnittstelle geschaffen, die sowohl die Zahlungen aus diesen Systemen in die PE als auch die Zahlungen aus der PE in die einzelnen Module ermöglicht.

In dieser zwölfmonatigen Projektphase (und teilweise auch bereits früher) wurden ebenfalls in Zusammenarbeit mit der SAP die im Einsatz befindlichen Module BCA, FI und CML „SEPA-fähig“ gemacht. Beispielsweise wurde eine Mandatsverwaltung eingeführt, die CML-Darlehen können nun mit Mandaten, BIC und IBAN anstatt mit Kontonummer und BLZ-Zahlungen initiieren und der Zahllauf, welcher aus dem SAP-System die Zahlungen aus CML und FI ans ZV System schickt, erstellt nun SEPA-Dateien.

Im BCA wurden neue SEPA-Felder geschaffen, Kontoabschluss und Auflösung werden im SEPA-Verfahren abgewickelt und es wurden sog. Vornotizen eingeführt, um die Belastungen und Gutschriften aus dem Lastschriftverkehr in Zukunft den Kunden vorankündigen zu können. Mit der neuen Payment Engine Lösung und den restlichen SEPA-Änderungen ist die BFS im letzten Jahr zum 4. November 2013 erfolgreich produktiv gegangen. Hohe Transaktionsvolumina werden schneller verarbeitet, Prozesse gestrafft und Kosten gesenkt. Die BFS möchte die PE auch zukünftig nutzen, um ihren Kunden bessere Serviceangebote im Zahlungsverkehrsbereich bieten zu können.

SAP Payment Engine beschleunigt Verarbeitung hoher Transaktionsvolumina

Theoretisch war die BFS schon seit 2008 SEPA fit und fordert ihre Kunden frühzeitig auf, sich um die Umstellung auf SEPA zu kümmern. Die Verlängerung der SEPA-Frist kam insofern überraschend, dass der gesetzliche Umstellungstermin bereits sehr lange bekannt war und auch auf diesen Termin bereits seit Jahren hingearbeitet wurde. Ihren Kunden empfiehlt die BFS auch weiterhin so bald als möglich auf SEPA umzustellen. In bestimmten Bereichen z.B. innerhalb der Netbanking-Lösung der BFS wird seit dem 1. Februar 2014 lediglich der SEPA-Zahlungsverkehr angeboten. Auch die internen Prozesse (z.B. Daueraufträge im BCA oder Darlehenszahlungen) wurden wie geplant am 1. Februar auf SEPA umgestellt.

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