Neue DSAG-Organisationsstruktur verabschiedet

Feature | 30. September 2008 von admin 0

Professor Karl Liebstückel kam in seinem Eröffnungsvortrag schnell zum Punkt. Nach dem 11. Juni habe ein Thema alle anderen strategischen Überlegungen in den Schatten gestellt, sagte der amtierende DSAG-Vorstandsvorsitzende. Damals informierte die SAP die DSAG-Spitze über das Vorhaben, den so genannten Enterprise Support ab 2009 für alle SAP-Kunden einzuführen. Damit steigt die jährliche Wartungsgebühr für die Mehrzahl der Unternehmen – ausgenommen sind Großkunden mit einem Wartungsvolumen ab fünf Millionen Euro aufwärts – über die nächsten vier Jahre stufenweise von 17 auf 22 Prozent.

Die SAP begründet die neue Support-Strategie unter anderem mit einer gestiegenen Komplexität im Geschäftsumfeld, die einen ganzheitlichen Support notwendig mache. SAP-Servicevorstand Gerd Oswald und sein Executive Vice President Uwe Hommel waren nach Sachsen gereist, um Überzeugungsarbeit zu leisten.

Ihren Ausführungen zufolge fordere das Business permanent neue Lösungen. Zudem verändere sich der Charakter des Wirtschaftens. „Geschäftsnetzwerke führen zu beschleunigter Innovation und erhöhtem Integrationsbedarf“, meinte Uwe Hommel. Deshalb müsse die SAP mehr Verantwortung übernehmen und die IT-Lösungen der Kunden mit besseren Supportleistungen kontinuierlich optimieren.

Zu diesen Leistungen zählten beispielsweise die Diagnose aller beim Kunden eingesetzten Softwaresysteme sowie ein umfangreiches Lifecycle-Management. Mit dem SAP Enterprise Support sollen Kunden in die Lage versetzt werden, Innovationen rasch umzusetzen und gleichzeitig die Risiken und Kosten für den IT-Betrieb zu senken.

Die in der DSAG organisierte Kundschaft hält dagegen. Sie sieht keinen unmittelbaren Mehrwert in dieser Strategie und ärgert sich über diese ihrer Meinung nach durch keine Gegenleistung gedeckte Preiserhöhung. Liebstückel und seine Vorstandskollegen werden daher weiterhin versuchen, die SAP dazu zu bewegen, den Enterprise Support lediglich als eine von mehreren Serviceoptionen anzubieten und den heutigen Standardsupport beizubehalten.

Henning Kagermann bei seiner Keynote


Doch weder Oswald noch der amtierende SAP-Vorstandschef Henning Kagermann, der zum Thema „strategische Agilität“ referierte, deuteten in Leipzig an, hier Änderungen vornehmen zu wollen.

Angesichts dieser Kontroverse spielte die Neuausrichtung der DSAG eine untergeordnete Rolle. Auf ihrer Mitgliederversammlung beschloss die Organisation, ihre Gremien künftig in Ressorts aufzuteilen und damit die Schlagkraft zu erhöhen. Vom Tisch ist dagegen die Überlegung, einen hauptamtlichen Vorstandschef an die Spitze der Anwendergruppe zu berufen.

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