SAP Schweiz: Rapid Deployment soll’s richten

Feature | 22. März 2013 von Marcus Winkler 0

Schweiz

Stephan Sieber leitet seit dem 1. Juli 2012 die SAP Schweiz. Vorher war er bereits elf Jahre lang in anderen Funktionen für SAP tätig. Zuletzt verantwortete Sieber in der Schweiz den Vertrieb für alle Industrien, Produkte und Kanäle. Im Interview berichtet er über die Herausforderungen der Schweiz in einer schwankenden Weltwirtschaft, die Bedeutung von Innovationen als Wettbewerbsfaktor – und warum ihm seine Arbeit so viel Spaß macht.

Herr Sieber, das Jahr 2012 war unterm Strich erfolgreich – für viele Kunden, sicher auch für die SAP Schweiz. Was erwarten Sie 2013?

Stephan Sieber: Ich muss hier differenzieren. Im Jahr 2012 konnte die Schweizer Wirtschaft unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen weiter wachsen, getragen zum großen Anteil durch einen soliden Privatkonsum und den in der zweiten Jahreshälfte steigenden Staatskonsum. Die Eurokrise ist aber selbstverständlich auch an der Schweiz nicht spurlos vorübergegangen.

Viele Unternehmen haben sich mit radikalen Fitnesskuren auf dieses wirtschaftliche Umfeld eingestellt. Daher sind zunehmend kleinere IT-Projekte gefragt, die schon auf kurzem Zeithorizont klaren Mehrwert versprechen. SAP hat in den vergangenen Jahren sehr viel unternommen, um dieser Anforderung gerecht zu werden, zum Beispiel mit unseren Schnellstartpaketen, den sogenannten Rapid-Deployment-Lösungen. Ich denke, nicht zuletzt deswegen sind wir auch in diesem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich geblieben.

Für 2013 erwarte ich keine signifikanten Änderungen, hoffe aber, dass sich die Lage im Euroraum stabilisiert. Unser Ziel muss sein, unsere Kunden mit gezielten und schnellen Prozessverbesserungen dabei zu unterstützen, schnell Mehrwertpotenziale zu aktivieren. Mit Innovationen in den Bereichen Mobilität, Cloud und Big Data geben wir bestehenden IT-Investitionen eine neue Hebelwirkung; der Nutzen für unsere Kunden steigt.

Seit rund einem halben Jahr sind Sie der neue Geschäftsführer der SAP Schweiz. Was sind Ihre ersten Eindrücke und Erfahrungen?

Ich war bereits in den Jahren 2000 bis 2006 hier tätig, dadurch kenne ich die SAP Schweiz sehr gut. Für mich war es eine einfache Entscheidung, das Amt zu übernehmen. Die SAP Schweiz ist eine sehr erfolgreiche Landesgesellschaft. Nirgendwo anders gibt es eine größere installierte SAP-Basis im Verhältnis zur Größe des Wirtschaftsraumes. Wir haben Kunden fast aller Größen und Branchen. Das macht die Arbeit sehr spannend und lehrreich und in positivem Sinne herausfordernd.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Aufbruchstimmung und neue Dynamik durch Innovationen

Stephan_Sieber

Schön ist auch, dass mich bei meiner Arbeit sehr kompetente Kolleginnen und Kollegen unterstützen. Es ist ein Privileg und eine große Motivation, mit solchen Menschen zusammenarbeiten zu können. Gegenwärtig verspüre ich eine Aufbruchstimmung. SAP hat sich in den letzten Jahren neu erfunden, wir bringen schneller Innovationen, haben unseren adressierbaren Markt signifikant vergrößert und sind drauf und dran, uns auch in diesen – für uns neuen – Märkten wieder eine Spitzen- und Vorreiterrolle zu erarbeiten. Das motiviert natürlich.

Wie reagieren Ihre Kunden auf SAP-Innovationen wie Cloud, Mobile oder SAP HANA?

Die Schweiz als reifer Markt ist eine Herausforderung. In der Schweiz gibt es kaum ein Unternehmen, bei dem wir „auf der grünen Wiese“ anfangen können, und der Wettbewerb in diesen Märkten ist sehr intensiv. Man kann sagen, dass unser Wachstum in diesen Bereichen nicht auf der Straße liegt. Unsere Kunden sind aber sehr aufgeschlossen für Innovationen. Vor allem, wenn wir ihnen aufzeigen, wie wir dadurch Geschäftsprozesse nachhaltig verbessern können und auch bestehende Investitionen nicht ausser Acht lassen.

Gerade reife Märkte gewinnen durch Innovationen eine neue Dynamik. Uns ist daher sehr daran gelegen, mit unseren Kunden zu planen und den passenden Fokus und die richtigen Prioritäten zu setzen. Dabei nehmen wir immer häufiger unsere Partner mit ins Boot. Entscheidend ist, Innovationen in kleinen Portionen in Unternehmen zu bringen und den betriebswirtschaftlichen Nutzen in den Vordergrund zu stellen.

Was, denken Sie, unterscheidet die Schweiz – auch in Sachen SAP – von anderen Märkten?

Obwohl geografisch klein, ist die Schweiz fast ein Spiegelbild der Weltwirtschaft. Mit Ausnahme von Automobil- oder Bergbau sind hierzulande alle wichtigen Branchen vertreten. Vom kleinen, lokalen Unternehmen bis zum Weltkonzern kann die Schweiz alles bieten. Das ist spannend, denn fast für die gesamte SAP-Produktpalette findet sich in der Schweiz ein Interessent. Allerdings eröffnet der hiesige Markt natürlich nur ein begrenztes Volumen. Für uns bedeutet das, sich bei Projekten genau zu fokussieren, schnell Effizienzgewinn zu realisieren und sparsam mit den Ressourcen der Kunden, aber auch unseren eigenen umzugehen.

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