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SAP-Basis als Stellschraube im Unternehmen

20. September 2016 von Rainer Huttenloher 15

Der digitale Wandel erfordert Anpassungen in der IT-Abteilung. Die DSAG gibt Tipps zur Neuausrichtung der SAP-Infrastruktur und zum Rollenkonzept.

Die IT-Abteilung ist heute eine der zentralen Instanzen im Unternehmen und schon lange nicht mehr nur zuständig für Betrieb und Wartung der SAP-Infrastrukturen. Immer mehr SAP-Basis-Abteilungen sehen sich starken Veränderungen und Herausforderungen innerhalb des SAP-Produktportfolios wie auch im eigenen Aufgabenumfeld gegenüber. Sie resultieren aus Einflüssen der Digitalisierung, der digitalen Transformation, neuer Technologien wie Cloud Computing oder Big Data, aber auch Entwicklungen wie Customer Experience oder dem Internet der Dinge.

Best Practices für die SAP-Basis

Um Best Practices für die Transformation bereitzustellen, hat die DSAG die SAP-Basis im Rahmen eines Leitfadens von allen Seiten durchleuchtet und gruppiert ihre Handlungsempfehlungen in sieben Themen:

  • Skills und Rollen (Cloud und Supplier Management, Stärkung des Technologiearchitekten, Fokus auf Projektarbeit),
  • Marketing und Selbstverständnis (Erstellung eines Servicekatalogs, regelmäßiger Austausch mit dem CIO, Umbenennung der SAP-Basis),
  • neue Technologien und Innovation (Test- und Innovationslabor, proaktive & regelmäßige Schulungen),
  • Organisation im Wandel (Ausprägung der beiden Fachbereiche infrastrukturnah und anwendungsnah, virtuelle Experten-Teams),
  • Standardisierung und Automatisierung (Automatisierung von Routineaufgaben, Outtasking von seltenen Aufgaben),
  • „Cloudability“, Outsourcing & Outtasking (Beurteilung der Nutzbarkeit für die Cloud, Nutzung geeigneter Service-Formen) und
  • IT-Roadmap (Beeinflussung der eigenen IT-Roadmap).

Rollenkonzept modernisieren

Durch den Aufbau von neuen Rollen besitzt die SAP-Basis die Fähigkeiten, die zur Betreuung neuer Aufgaben und Themengebiete wie auch zum Betrieb neuer Technologie- und Service-Formen notwendig sind. Die hierfür relevanten Rollen lauten:

Operator (OP): Der Operator ist für den reibungslosen und sicheren Betrieb im Umfeld von SAP-Produkten verantwortlich. Er besitzt ein Grundverständnis der Infrastruktur und ist innerhalb der IT-Fachabteilungen gut vernetzt. Für seine  tägliche Arbeit setzt er geeignete Werkzeuge ein (zum Beispiel Überwachungswerkzeuge), in deren Umgang er geschult und geübt ist. Der Fokus wird künftig auf reaktiven Tätigkeiten wie der Überwachung von Systemen oder der Abarbeitung von Benachrichtigungen liegen. Der Operator agiert als Kunde der SME-Ausprägung-Standardisierung und -Automatisierung wie auch der SME-Ausprägung-Solution-Manager. Ebenfalls eignen sich die durchführungsverantwortlichen Gesichtspunkte dieser Rolle zum Outsourcing. Die rechenschaftsverantwortlichen Teile verbleiben jedoch im Unternehmen.

Subject Matter Expert (SME): Die Rolle des SME beschreibt einen Experten für ein jeweiliges Fachgebiet wie etwa SME-Datenbanken oder SME-SAP-HANA im Kontext mit SAP-Produkten und gewinnt auf Grund der neuen Technologien und Themengebiete an Bedeutung. Somit entspricht die Rolle des SME einer Expertenrolle im Technologieumfeld. Diese besitzt ein gutes Netzwerk innerhalb der IT-Fachabteilungen und eventuell auch zu weiteren Geschäftseinheiten im Unternehmen. Für die Ausübung der Tätigkeit ist es notwendig, bereits praktische Erfahrungen im Betrieb des Themenschwerpunkts gesammelt zu haben. Ebenso werden Expertenwerkzeuge eingesetzt. Der SME übernimmt durch die exakte Definition von Disziplinen die Aufgaben des bisherigen klassischen SAP-Basis-Administrators und ebenso neue Disziplinen im Zuge neuer Technologien. Neben den bestehenden Ausprägungen wird es künftig beispielsweise die Ausprägungen SME-Cloud, SME-SAP-HANA/Datenbanken, SME-Supplier-Management, SME-Security, SME-Compliance, SME-Standardisierung und -Automatisierung (SME-Landscape-Virtualization-Management) oder auch SME-Solution-Manager geben. Die SMEs unterstützen in Zukunft themenspezifisches Outtasking, vor allem für selten ausgeführte Aufgaben wie zum Beispiel Upgrades, und stellen die Dokumentation (beispielsweise Schnittstellen und Kundenentwicklungen) sicher, so dass im Ernstfall selbst eingegriffen werden kann.

Technologiearchitekt (TA): Der Technologiearchitekt kennt in Grundzügen das Kerngeschäft des Unternehmens, besitzt Geschäftsprozess- und Projektmanagement-Know-how. Im Rahmen seiner Tätigkeit übt er keine Projektleitung oder Projektmanagement aus. Er erarbeitet und konzipiert in Abstimmung mit übergeordneten Instanzen, IT-Fachabteilungen und auch Geschäftsbereichen Strategien und Lösungsvorschläge. Er definiert Vorgaben für die Umsetzung und den Betrieb, die er mit dem Operator oder auch der notwendigen Ausprägung des Subject Matter Experts abstimmt. Ebenfalls kümmert er sich um neue Technologien in seinem Themengebiet und ist somit Innovationstreiber und Impulsgeber aus technischer Sicht. Auch agiert er als Ansprechpartner für Enterprise-Architekten im Unternehmen. Die Ausrichtung dieser Rolle wird künftig jedoch deutlich mehr koordinierend sein. Somit wird sich das Aufgabenspektrum in der Breite vergrößern. Eine zusätzliche Anforderung wird das unternehmenspolitische Verständnis sein.

Technical Lead (TL): Der Technical Lead fungiert als Arbeitspaketleiter beziehungsweise Teilprojektleiter innerhalb der SAP-Basis, wenn das Projekt im Fokus der SAP-Basis steht. Der Technical Lead gewinnt an Bedeutung, da die SAP-Basis als Technologieberater agiert und künftig mehr Projekte und Projekttätigkeit erwartet werden. Aufgrund der gestiegenen Anforderungen müssen diese Rolle und die damit verbundenen Tätigkeiten durch Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen professionalisiert werden.

Expert Team Lead (ETL): Der Expert Team Lead führt eine Gruppe von Spezialisten, etwa eine Gruppe von SMEs oder einen technischen Bereich wie eine Gruppe von Operatoren. Beispielsweise kann diese Rolle eine virtuelle Expertengruppe unter Beteiligung anderer IT-Fachbereiche zum Thema Druckmanagement führen und steuern. Die Rolle dient als Schnittstelle und Ansprechpartner der SAP-Basis zu anderen Fachbereichen wie etwa Speicherverwaltung oder Betriebssysteme. In Zusammenarbeit mit anderen IT-Fachabteilungen übernimmt der Technical Team Lead die Führung von Expertengruppen. Diese Expertengruppen sind in der Regel virtuell organisiert und deren Existenz zeitlich begrenzt. Die Rolle des Technical Leads fungiert bei Themen und Projekten, die für die SAP-Basis von besonderer Bedeutung sind, als (Teil-)Projektleiter. Er kümmert sich um alle anfallenden Tätigkeiten im Rahmen der Projektsteuerung und -kontrolle.

Weitere Informationen:

Die DSAG-Projektgruppe „SAP-Basis von morgen“ im Arbeitskreis „Infrastruktur & Betrieb“ findet man unter: www.dsag.de/arbeitsgremien/basis-von-morgen/details

Das Dokument steht unter folgendem Link zum Download zur Verfügung: www.dsag.de/Basis-von-morgen

Der Beitrag ist nach Vorlage der DSAG-Handlungsempfehlung entstanden. Alle DSAG-Handlungsempfehlungen sind abrufbar unter: https://www.dsag.de/go/leitfaeden

Foto: Shutterstock

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