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Neue Studie: Leaders 2020

15. September 2016 von Susan Galer 1

Nur 16 Prozent der Unternehmen gehören aktuell zur Spitzengruppe der digitalen Vorreiter, wie eine neue Studie zeigt.

Der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass der digitale Wandel neue Führungsstile erfordert. Jetzt hat eine Studie des Forschungsinstituts Oxford Economics dargelegt, durch welche speziellen Verhaltensweisen sich Manager auszeichnen, die in hervorragend geführten Unternehmen arbeiten. All dies vor dem Hintergrund unserer schnelllebigen Zeit mit vielen Innovationen und oftmals überraschenden technischen Neuerungen.

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Oxford Economics stieß auf einen direkten Zusammenhang zwischen umsatzstarken Unternehmen, den sogenannten „Digital Winners“, und den folgenden Praktiken.

Die Ergebnisse der von der SAP gesponserten Studie basieren auf Befragungen von über 4.100 Führungskräften und Mitarbeitern weltweit. Oxford Economics stieß auf einen direkten Zusammenhang zwischen umsatzstarken Unternehmen, den sogenannten „Digital Winners“, und den folgenden Praktiken:

Die Digitalisierung verwirklichen: Die Wahrscheinlichkeit, dass umsatzstarke Unternehmen Technologien einsetzen, um sich gegen Mitbewerber durchzusetzen, ist anderthalb Mal höher als bei anderen Unternehmen. Nach Angaben der Studie erzielten erfolgreiche Unternehmen mit 38 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit ein stärkeres Umsatz- und Gewinnwachstum als andere.

In Diversity investieren: Die Belegschaft war nie internationaler und vielfältiger als heute. Für Unternehmen eröffnen sich dadurch viele Möglichkeiten – vorausgesetzt sie können die Kompetenzen und Ideen der unterschiedlichen kulturellen Hintergründe, Ausbildungen und Erfahrungen ihrer Mitarbeiter effektiv zu ihrem Vorteil nutzen. Unternehmen mit einer höheren Ertragskraft haben mit höherer Wahrscheinlichkeit Programme zur Förderung von Vielfalt eingeführt (46 Prozent gegenüber 38 Prozent der Befragten) und erkennen eher den positiven Einfluss von Vielfalt auf die Unternehmenskultur (66 Prozent gegenüber 47 Prozent).

Auf Führungskräfte der Generation Y hören: Millenials dominieren schon jetzt die Belegschaften und haben mittlerweile 20 Prozent der Führungspositionen inne. Führungskräfte der Generation „Millenials“ setzen sich ausgiebig für den digitalen Wandel ein. Nur etwa die Hälfte unter ihnen ist allerdings der Meinung, dass die Führungsebene die interne Zusammenarbeit und die Mitarbeiterbindung kompetent fördert und Mitarbeiter inspiriert. Auf jüngere Führungskräfte zu hören, könnte den Weg in die digitale Wirtschaft erleichtern – trotzdem sollte man die Erfahrung älterer Kollegen weiterhin schätzen und respektieren. Eine frühere Workforce-2020-Studie von Oxford Economics belegte den positiven wirtschaftlichen Nutzen der Kommunikation zwischen den Generationen.

In die Belegschaft investieren: „Digital Winners“ haben ausgereiftere Strategien und Programme, um Spitzenkräfte einzustellen (85 Prozent gegenüber 64 Prozent). Mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent statten sie ihre Mitarbeiter mit der neuesten Technologie aus. 85 Prozent der Befragten aus Unternehmen, die als digitale Vorreiter gelten, erwarten, dass ihre Führungskräfte Talente fördern und belohnen. Das mag nicht überraschend sein, aber solche Mitarbeiter sind glücklicher, loyaler und engagieren sich regelmäßig über das geforderte Maß hinaus.

Der Studie zufolge gibt es allerdings zu viele Unternehmen, die alles andere als darauf vorbereitet sind, auf den Zug aufzuspringen. Die Hälfte der befragten Manager erklärten, dass leitende Führungskräfte oft nicht mit den modernen Technologien umgehen könnten. Nur knapp die Hälfte der Manager und Mitarbeiter sind der Meinung, dass Führungskräfte der mittleren und oberen Ebene kompetent genug sind, richtig mit einer bunt gemischten Belegschaft umzugehen. Noch schlimmer: Je höher man geht, desto weniger vielfältig wird es. Unabhängig vom Geschlecht, sind Führungskräfte wenig an Diversity-Programmen interessiert. Vor allem Frauen sagen, dass sich die derzeitigen Programme nicht rentieren (30 Prozent gegenüber 38 Prozent Männer).

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Die Hälfte der befragten Manager erklärten, dass leitende Führungskräfte oft nicht mit den modernen Technologien umgehen könnten.

Die stets konservative Entscheidungsfindung ist auch ein Problem unter den Nachzüglern. Bei digitalen Vorreitern besteht eine um 50 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie bei ihren Entscheidungen die Unternehmensstrategie berücksichtigen (75 Prozent gegenüber 53 Prozent). Außerdem können sie sich schneller an Echtzeitentscheidungen orientieren (63 Prozent gegenüber 46 Prozent).

Seit zwei Jahren schreibe ich nun über die Studie Workforce 2020. Sie hat gezeigt, dass Unternehmen in Zukunft an unzureichenden Führungskompetenzen und fehlender Führungskultur scheitern werden, wenn sie ihre Führungskräfte und Mitarbeiter nicht effizient fördern und unterstützen. Laut der aktuellsten Studie ist dieser Abgrund bereits in Sichtweite. In den kommenden Monaten werde ich dem Thema weiter auf den Grund gehen und darüber schreiben, wie Führungskräfte ihre Unternehmen zu „Digital Winners“ machen können – darauf freue ich mich schon.

Weitere Informationen:

Laden Sie sich die Studie aus der Reihe Leaders 2020 von Oxford Economics hier herunter: „The Next Generation Executive: How Strong Leadership pays off in the Digital Economy“.

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Foto via Shutterstock

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