Nicht zu klein für SAP

Feature | 21. März 2007 von admin 0

Polyglass

Polyglass

Polyglass USA zählt zu den rasant wachsenden mittelständischen Unternehmen. Der Umsatz ist innerhalb von vier Jahren um 350 Prozent gestiegen. Polyglass mit Hauptsitz in Italien, hat Tochtergesellschaften und verbundene Unternehmen in Deutschland, Weißrussland, Schottland und den USA. Sein Erfolg gründet sich auf eine Reihe innovativer, patentierter Produkte, dem Bau neuer Produktionsanlagen und einer gezielten Erweiterung des Vertriebs.
In den USA will der Mittelständler sein Wachstum zudem mit der leistungsfähigen SAP All-in-One-Software vorantreiben. Die SAP-Branchenlösung Enabling Driver for Growth & Efficiency (EDGE) wird dort von der Technology Solutions Company (TSC) eingeführt, einem SAP Services Partner. Nach einem schnellen, 16-wöchigen Rollout erwartet Polyglass USA nun Resultate: Eine Steigerung der Fertigungseffizienz, Verringerung der Abfälle, verbesserte Prozesse bei der Bestell- und Versandabwicklung, der Buchhaltung und des strategischen Sourcing. Ab dem 1. Mai werden die Werke in Nevada, Pennsylvania und Florida ihre Prozesse mit SAP-Software abwickeln.
„Die Einführung von SAP wirkt sich positiv auf die Arbeitsmoral unserer Belegschaft aus. Auch wird sie das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit von Polyglass auf dem Markt fördern. TSC hat uns hier auf einen völlig neuen Stand gebracht”, sagt Mike Manning, CIO von Polyglass USA.

Den Mittelstand im Visier

Vor nicht allzu langer Zeit waren Manning und andere Führungskräfte bei Polyglass noch davon überzeugt, SAP-Anwendungen seien viel zu komplex für ein Unternehmen ihrer Größe. So hatte ihnen beispielsweise ein Berater erklärt, es würde eineinhalb Jahre dauern, eine SAP-Lösung einzuführen. Erst durch die speziell auf Polyglass zugeschnittene Präsentation von TSC erfuhren Manning und sein Team, dass die SAP-All-in-One-Branchenlösungen auf die Bedürfnisse des Mittelstands ausgerichtet sind.
„Das hat uns sehr beeindruckt“, so Manning, „da TSC die Leistungsfähigkeit von SAP All-in-One mit Daten von Polyglass – und nicht eines fiktiven Unternehmens – demonstriert hat; Daten also, die unseren Anwendern geläufig waren.“ Yvonne Hyland, Senior Vice President bei TSC, stellte Manning und seine Mitarbeiter zudem anderen TSC-Kunden vor, damit sie dort die Anwendung im Einsatz begutachten konnten. „Für uns war TSC somit ‚das Gesicht’ von SAP, sie waren Partner, denen wir vertrauen konnten”, erklärt Manning.
Der Vertrag mit TSC wurde Ende Dezember 2006 unterzeichnet. Unmittelbar danach, am 8. Januar, begann der SAP-Partner mit der Implementierung. Am 1. Mai wird die SAP-Branchenlösung in Nevada, Pennsylvania und Florida, den drei US-Standorten von Polyglass, mit über 30 lizenzierten Anwendern produktiv gehen.
Mit dem SAP-Rollout nimmt Polyglass auch ein veraltetes MAS-200-Buchhaltungssystem außer Betrieb. Manning erwartet beim Wechsel auf die SAP-Lösung nur geringfügige oder gar keine Störungen. „Es ist kinderleicht – wie wenn ein Schalter umgelegt wird“, ist er überzeugt. SAP All-in-One bietet einen rollenbasierten Zugriff und die Möglichkeit, Anwendungen zu personalisieren.

Best Practices unterstützen die Fertigungsprozesse

„Wir sind sehr zufrieden, mit der SAP-All-in-One-Lösung von TSC bei unseren Betriebsabläufen künftig auf Best Practices der Branche zuzugreifen, anstatt unsere alte Software mühsam an die aktuellen Anforderungen anzupassen”, sagt Manning.
Polyglass besitzt keine eigene IT-Abteilung und nimmt daher die Hosting-Services des SAP Global Services Partner itelligence für das Finanzwesen, die Buchhaltung, die Materialwirtschaft, den Vertrieb und die Produktionsplanung in Anspruch. Ziele des Outsourcings sind eine stärkere Automatisierung, straffere Prozesse und geringere Kosten.
So etwa in der Fertigung. Dort fällt aufgrund von Überproduktionen üblicherweise einiger Abfall an. Derzeit liegt die Ausschussquote bei Polyglass zwar schon unter dem Durchschnitt von 50 Prozent. Doch Manning will mit der SAP-Planungsfunktionalität diesen Kostenfaktor weiter reduzieren. Auch möchte er mit der Automatisierung arbeitsintensiver Schritte im Versand und der Fakturierung die Lohnkosten senken und Effizienz und Produktivität der Prozesse steigern.
Wie viele andere Hersteller gewährt Polyglass bestimmten Kunden Rabatte. Mit der SAP-Lösung will Polyglass diese Rabattvergabe genau überwachen. Die Software übernimmt auch einfache Aufgaben – etwa das Anlegen einer Bestellung. Den Mitarbeitern steht somit mehr Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten zur Verfügung, beispielsweise dem strategischen Sourcing.
„Polyglass wird sich künftig darauf konzentrieren, bessere Geschäftsabschlüsse auszuhandeln und Win-win-Szenarien mit Lieferanten zu entwickeln, anstatt die Zeit mit der Abwicklung simpler Transaktionen zu verschwenden“, sagt Kieran Daly, bei TSC als Projektmanager für den Polyglass-Rollout zuständig.

Nicht auf den Lorbeeren ausruhen

Wenn am 1. Mai die Einführung abgeschlossen ist, wird sich Polyglass nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Das Unternehmen will auch künftig mit einer straffen und funktionalen IT sein Wachstum weiter ausbauen. So denkt Manning darüber nach, die gesamte Logistik an einen Dienstleister auszulagern. Außerdem will er in einer späteren Phase mit der SAP-Instandhaltung die Wartung der Anlagen verbessern. Probleme sieht Manning hierbei nicht. Da Polyglass mit SAP All-in-One eine standardisierte ERP-Plattform aufbaut, wird es vergleichsweise einfach sein, die neuen Geschäftsprozesse ohne Beeinträchtigung des laufenden Geschäftsbetriebs einzubauen.
Zunächst war die SAP-Einführung auf Polyglass USA beschränkt, doch Manning schließt nicht aus, dass die Software auch auf Standorte in Europa ausgerollt wird. „Das ist zwar derzeit nicht Bestandteil unseres Plans, doch ich könnte mir vorstellen, dass unsere Erfolgsgeschichte auch in Italien aufmerksam verfolgt wird”, sagt er. Innovation, strategisches Management und hochwertige Produkte sind natürlich die Hauptfaktoren für den anhaltenden Erfolg von Polyglass. Doch auch das neue ERP-Backend trägt seinen Teil dazu bei.

Sarah Z. Sleeper

Sarah Z. Sleeper

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