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Olympisches Segeln leicht gemacht

Feature | 10. September 2015 von John Ward 0

Das Sailing Team Germany (STG) will sich für die Olympischen Sommerspiele 2016 bestens wappnen – nicht zuletzt mit SAP Sailing Analytics.

Manche olympischen Wettbewerbe sind leicht nachzuvollziehen – andere nicht. Das olympische Segeln beispielsweise ist ein sehr komplizierter Sport. Die Segler treten nicht nur gegen ihre Konkurrenten an, sondern haben es auch die ganze Zeit mit einer ständig wechselnden Kombination aus Wind, Strömung und Gezeiten zu tun. Die Strategie spielt beim Segeln eine große Rolle. Den Zuschauern an Land bleibt die bei einem Wettkampf angewandte Taktik aber oft verborgen.

Im Zuge der Vorbereitungen auf die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro scheint nun beim Wettsegeln der Wind der Veränderung zu wehen: Wie Mitglieder der Initiative Sailing Team Germany (STG) berichten, macht moderne Analysesoftware den Sport nun sowohl für die Segler als auch für die Zuschauer einfacher und fassbarer.

Den Traum vom olympischen Gold wahr werden lassen

STG ist das Unternehmen hinter der Deutschen Segel-Nationalmannschaft, dem sogenannten Audi Sailing Team Germany. Zurzeit arbeitet STG intensiv daran, den Kader auf die Olympischen Sommerspiele optimal vorzubereiten. „Beim Segeln muss man mit Komplexität umgehen“, sagt Marcus Baur, der den Bereich „Technology“ bei STG verantwortet. „Und wir versuchen, mit besserer Computertechnologie die Dinge einfacher zu machen.“ Ein gutes Beispiel hierfür ist die Software SAP Sailing Analytics, mit der STG die Effektivität der Trainingsprogramme verbessern will.

Während einer Regatta sammelt die Analysesoftware Daten aus unterschiedlichen Quellen und speichert sie auf der SAP HANA Cloud Platform, wo sie für detaillierte Auswertungen zur Verfügung steht. Erfasst werden die GPS-Daten verschiedener Boote und Kursmarkierungen sowie Winddaten. Vier Mal pro Sekunde übertragen Ultraschallsensoren die Daten. In Kombination mit grafischen Overlay-Bildern erhält STG das gesamte Rennen in der Vogelperspektive in 2D und 3D. Bei der Abendbesprechung im Büro des STG-Technology-Teams rekonstruieren Sportler und Trainer die Daten des jeweiligen Tages und werten sie aus. Anstatt sich auf ihr Bauchgefühl zu verlassen, können die Mitglieder des Segelteams den theoretisch perfekten Kurs wissenschaftlich bestimmen und ihren Kurs diesem gegenüberstellen. Die Software hilft somit, den Verlauf der vergangenen Regatten besser zu verstehen. Mit diesem Wissen hoffen die Segler, ihre Leistung bei der Olympiade verbessern zu können.

Die Attraktivität für Zuschauer erhöhen

„Segeln ist ein phantastischer Sport,” sagt Oliver Schwall, Geschäftsführer des STG. „Es ist wie Schach auf dem Wasser.“ Bisher war es aber immer schwierig, Fernsehübertragungen von Regatten attraktiv und für Segelunkundige verständlich zu machen. Bei den Olympischen Sommerspielen in London 2012 griff ein irischer Comedian genau dieses Thema auf: Er parodierte einen Fernsehmoderator, der vollkommen verwirrt eine Segelregatta kommentierte. Sein Video, dass viele für echt hielten, machte im Internet Furore. Wie kann man also einen Segelwettbewerb den Zuschauern näherbringen und für sie transparenter darstellen? Nach Ansicht von STG könnte moderne Analysesoftware auch hier die Antwort liefern.

„Man kann nicht Tausende Leute hinaus aufs Wasser bringen, um eine Regatta zu verfolgen“, erklärt Schwall. „Aber man kann Echtaufnahmen mit wichtigen Informationen rund um die Regatta kombinieren und so das Segeln sehr interessant und verständlicher machen.“ Als Beispiel führt Schwall Internetvideos an, bei denen Daten aus einer Regatta dafür genutzt werden, einer wachsenden Gemeinde von Segelfans den Sport näherzubringen. STG hofft, dass solche Computeranalysen künftig noch viel stärker eingesetzt werden, damit Zuschauer die Taktik und den Ausgang einer Olympischen Segelregatta in Echtzeit verfolgen können.

Großer Auftritt bei Olympia

„Die große Herausforderung besteht für mich darin, den Segelsport für junge Segler und Zuschauer so einfach darzustellen, dass er verständlich und erlebbar wird“, sagt Baur. „Es macht Spaß, eine solche Herausforderung anzunehmen und nach einfachen Lösungen zu suchen.“ Es lohnt sich also, bei der Olympiade 2016 das deutsche Nationalteam etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Denn die nächsten Sommerspiele könnten zeigen, das das STG-Konzept für mehr Einfachheit in einem komplizierten Sport aufgeht.

Folgen Sie John Ward auf Twitter unter @JohnGWard3.

 

Weitere Informationen

Sehen Sie sich dieses Video mit Marcus Baur und Oliver Schwall an.

Laden Sie die SAP Business Transformation Study über STG herunter.

Informieren Sie sich über das „SAP Sailing Sponsorship“-Programm.

 

Bildquelle: Shutterstock

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