Open Source macht Wind

Feature | 20. April 2004 von admin 0

Mit über vier Millionen Installationen weltweit ist MySQL schnell zur beliebtesten Open-Source-Datenbank der Welt geworden. Das Open-Source-Modell ermöglicht es MySQL, seine Entwicklungen mit hohem Qualitätsstandard zu betreiben und seine Produkte zu einem Bruchteil der Kosten proprietärer Software zu vermarkten. Die Kosteneinsparungen werden direkt an die Kunden weitergegeben und tragen so zu sehr niedrigen Gesamtbetriebskosten bei. SAP und MySQL arbeiten seit dem Jahr 2003 gemeinsam an Datenbanktechnologien. Als Ergebnis dieser Zusammenarbeit wurde Ende des vergangenen Jahres eine erweiterte Version der Open-Source-Datenbank SAP DB unter dem Namen “MaxDB by MySQL” freigegeben. MaxDB ist eine Open-Source-Datenbank für den Unternehmenseinsatz, die Performance, Zuverlässigkeit und niedrige Kosten für anspruchsvolle Datenbankanwendungen einschließlich aller SAP-Anwendungen ermöglicht. Fast 6.000 Installationen bei SAP-Kunden weltweit belegen die Unternehmenstauglichkeit von MaxDB.

Wachstumsfähig mit MaxDB

Enercon GmbH, führendes Unternehmen auf dem Windenergiemarkt in Deutschland, hat bisher weltweit über 6.000 Windkraftwerke hergestellt. Das Unternehmen wuchs von ein paar hundert Mitarbeitern zu Beginn der 90er Jahre auf circa 5.500 im Jahr 2003. Die Firma setzt SAP R/3 zur Unterstützung ihrer zentralen Geschäftsaktivitäten ein, von Materialwirtschaft, Finanzcontrolling und Produktionsplanung bis zu Vertrieb, Projektmanagement und Instandhaltung.
2002 entstand bei Enercon der Bedarf, die SAP-Benutzerbasis von etwa 300 auf über 700 Benutzer zu vergrößern. Ein solches Wachstum bedeutete natürlich neue Anforderungen an die Performance der SAP-Umgebung, die zu dieser Zeit auf Oracle 8.1 und Windows NT lief. Ein Upgrade der vorhandenen Infrastruktur, um sie den neuen Anforderungen anzupassen, hätte erhebliche Investitionen in Software und Hardware bedeutet. Also begann Enercon, sich nach einer kosteneffizienteren Alternative umzusehen.
Ende 2002 wählte das Unternehmen MaxDB und Linux als neue Plattform für seine SAP-Umgebung. Die Hauptgründe für diese Entscheidung waren geringere Kosten der Datenbanksoftware, weniger Ausfallzeiten, einfachere Administration und Schulung sowie niedrigere Supportkosten.

Messbare Kosteneinsparungen

Aufgliederung der Gesamtbetriebskosten von Datenbanksoftware

Aufgliederung der Gesamtbetriebskosten von Datenbanksoftware

Im Allgemeinen machen Lizenzkosten nur einen Bestandteil der gesamten Softwarekosten aus. Nach einer neueren Studie von IDC betragen Lizenzkosten nur 15 Prozent der Gesamtkosten, welche aufzubringen sind, um eine Datenbankanwendung vollständig bereit zu stellen. Die Hardware kostet 17 Prozent, die Personalausstattung 21 und die Schulung 19 Prozent. Volle 28 Prozent der Gesamtkosten der Datenbankbereitstellung werden Systemausfallzeiten zugerechnet. Die Open-Source-Datenbanken MySQL und MaxDB ermöglichen durch Einsparungen in den meisten dieser Bereiche erheblich niedrigere Gesamtbetriebskosten.

Auf der Lizenzseite kann MySQL um mindestens 90 Prozent kostengünstiger sein als Produkte anderer Anbieter. Dies zeigt eine Studie der Meta Group, in der Datenbankpreise verglichen werden. Selbst mit seiner Funktionalität für den Unternehmenseinsatz ist MaxDB immer noch um 70 Prozent günstiger als die Konkurrenz.
Wie die Fallstudie zeigt, hat MaxDB auch Enercon dabei unterstützt, Kosten in anderen Bereichen zu reduzieren, zum Beispiel bei Ausfallzeiten, Administration und Support. Während der Evaluierung von MaxDB hatte Enercon Kontakt zu zwei Firmen, die MaxDB verwendeten. Beide berichteten, MaxDB sei gut für SAP-Anwendungen geeignet und leicht zu verwalten. Darüber hinaus war die Enercon-Geschäftsleitung skeptisch hinsichtlich der Preisgestaltung von Microsoft geworden, weil deren Lizenzkosten im vorher gegangenen Jahr beträchtlich anstiegen. Ferner sprachen sich die Techniker in der IT-Abteilung von Enercon für Linux als Betriebssystem aus. All dies förderte bei Enercon die Entscheidung, in Zukunft Linux und MaxDB als Plattform für SAP R/3 einzusetzen.

Weniger Ausfallzeiten und mehr Vorteile für die Administration

Der Übergang auf die neue Plattform wurde in einem sechsmonatigen Migrationsprojekt abgewickelt, das im Sommer 2003 abgeschlossen war. Nach dem ersten halben Jahr ist Enercon jetzt mit seiner MaxDB-Plattform sehr zufrieden.
Insbesondere wurden die Ausfallzeiten erheblich reduziert. Vor der Implementierung musste Enercon das System jede Woche für zwei Stunden herunter fahren, um Sicherungs- und Wartungsmaßnahmen durchzuführen. Mit MaxDB läuft das System jetzt seit sechs Monaten ohne Neustart. Das stimmt mit den Ergebnissen eines Belastungstests überein, die das Magazin e-Week bei den Top-5-Datenbanken durchgeführt hat. Nur zwei Datenbanken konnten die umfangreichen Tests neun Stunden lang ohne Absturz ausführen, und MySQL war eine davon.
Ein weiterer Vorteil ist die einfache Administration. Um die Datenbankadministration zu unterstützen, verfügt Enercon jetzt über eine grafische Benutzungsoberfläche, was vordem vermisst wurde. Mit einem Blick sind jetzt der Status der Datenbank zu erfahren und Protokolldateien zu überprüfen. Testumgebungen sind einfacher als zuvor zu erstellen. Man ist bei Enercon auch der Meinung, MaxDB biete einfachere Datenstrukturen. Die leichte Handhabung der MaxDB-Administration hat sich auch bei SAP Hosting als Vorteil erwiesen. Diese SAP-Geschäftseinheit, die Hosting-Services für SAP-Anwendungen auf allen Plattformen anbietet, schätzt, dass die Administrationskosten von MaxDB im Vergleich zu anderen Datenbanken um einen Faktor von zwei bis fünf geringer sind.
Vor der Implementierung von MaxDB besaß Enercon eine Infrastruktur mit einem Übermaß an Funktionalitäten, für die man keine Verwendung hatte. Trotzdem sich die Anzahl der Benutzer nun verdoppelte, ist Enercon der Ansicht, jetzt eine vereinfachte Infrastruktur zu besitzen, die besser für die SAP-Umgebung geeignet ist.
Schließlich bieten die einfache Handhabung und leichte Erlernbarkeit zusätzliche Vorteile. Enercon schätzt, mit MaxDB sei es jetzt möglich, einen neuen Administrator in einer Woche zu schulen. Vorher waren dazu mindestens drei Wochen erforderlich.

Einmalige und jährliche Einsparungen

Kosteneinsparungen

Kosteneinsparungen

Auf der Vorgängerplattform hätte eine Ausweitung von 300 auf 700 Anwender Enercon sehr viel mehr gekostet als das, was die Firma tatsächlich für die Umstellung auf Linux und MaxDB zahlte. Die realisierten einmaligen Einsparungen betragen fast 146.000 Euro (siehe Tabelle).

Enercon im Überblick

Enercon im Überblick

Neben den einmaligen Einsparungen durch die Einführung von MaxDB wurden auch die jährlich anfallenden Supportkosten erheblich niedriger. “Mit MaxDB sparen wir pro Jahr ein Drittel unserer Hardwarekosten durch geringere Kosten für die Datenbankwartung ein”, erklärt Ernst Loesing, IT-Leiter bei Enercon. “MaxDB ist besser für SAP optimiert und viel einfacher erlernbar.”

Weitere Informationen finden Sie unter www.mysql.com.

Patrik Backman

Patrik Backman

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