Unaufhaltsam: Unternehmen 2.0

Feature | 7. April 2011 von Daniel Hardt 0

Mit Social Media und Mobility trafen Walter Köhler und OpenText den richtigen Ton (Foto: Daniel Hardt)

Mit Social Media und Mobility traf Walter Köhler die richtigen Töne (Foto: Daniel Hardt)

Am zweiten Tag der OpenText Content Days war es an Walter Köhler, Vice President Global Services EMEA, die Veranstaltung zu eröffnen. Nach einem kurzen musikalischen Intermezzo für Geburtstagskind Detlev Legler, Vice President Sales EMEA, ging man zu den Schlüsselthemen über: Cloud, Mobility und Social Media.

Social Media gab – verbunden mit den Möglichkeiten der mobilen Nutzung – den Ton an, während der Aspekt Cloud eher mitschwang denn Aufhänger der Vorträge zu sein. Natürlich stellte der Anbieter von Dokumenten Management-Software die Themen in Zusammenhang mit Enterprise Content Management (ECM).

Weiterer Teil der Eröffnung: „Enterprise 2.0: Going Mobile“. Gezeigt wurden Videos, wie „herkömmliches arbeiten“ zu Zeitverzögerungen und Ineffizienzen und damit Auftragsverlusten führen kann. Im Anschluss spielten Mitarbeiter von OpenText die Szenen nach, allerdings unter Nutzung moderner Technik und Software.

Kollaboratives arbeiten per Smartphone sorgt hier für umgehende Beschaffung notwendiger Informationen, die Präsentation per Tablett bringt den Kunden zum staunen, Angebote wie Rechnungen sind zügig erstellt. So wurde beispielsweise das Mircoblogging-Tool Pulse – für alle Besitzer der ECM Suite kostenlos – zur Informationsgewinnung eingesetzt, während OpenText Everywhere Daten auf mobilen Geräten verfügbar macht.

Wie es am ersten Tag der Veranstaltung zuging, erfahren Sie im Artikel: Facebook: Software ordnet Datenflut,

Lesen Sie auf der nächsten Seite: 3 Schritte zum Unternehmen 2.0

Tobias Mitter und die Ikonen des Web 2.0: Mark Zuckerberg und der Nutzer selbst (Foto: Daniel Hardt)

Tobias Mitter & die Ikonen des Web 2.0: Mark Zuckerberg und der Nutzer selbst (Foto: Daniel Hardt)

3 Schritte zum Unternehmen 2.0

Die Netmedianer GmbH berät Unternehmen beim Einsatz von Social Media und ist Premier Partner von OpenText. Folgerichtig war bei Geschäftsführer Tim Miksa und dem Berater für Social Workspace Tobias Mitter der interne und externe Dialog mit Social ECM das Thema.

Laut Miksa, sollten sich Unternehmen dem Vorhaben in drei Schritten nähern:

  1. Den Zugang zu Wissen und Experten schaffen und ein Klima etablieren, in dem Wissen geteilt werden kann und dies auch gewollt wird.
  2. Dialogförderung und themenspezifische Vernetzung über Abteilungen hinweg.
  3. Dialog mit Externen sobald man selbst sicher im Umgang mit Social Media ist.

Unternehmen die zuerst extern kommunizieren, fallen in der Social Web-Gemeinde häufig negativ auf, beispielsweise durch überschwängliches Lob der eigenen Produkte. Besser sei es, einen Business Case mit klaren Zielen zu erstellen, die intern kommuniziert werden und dem Stil des Unternehmens entsprechen. Der Kundendialog kann dann zum Beispiel auf Zufriedenheit durch verbesserten Support oder auf Produktinnovationen durch Kundenmitsprache ausgerichtet sein.

Der Fokus liegt dabei auf dem Mensch, nicht der Technik. Zählbares ergibt sich aus der durch Verhinderung von Reibungsverlusten – 77% der Unternehmen geben an, bis zu 30% schneller an relevantes Wissen zu kommen.

Am Szenario Marketing verdeutlichten die Netmedianer die Vorteile des Prinzips. Wurde früher Marketing-Material als Massen-Email mit Powerpoint-Anhang an Sales-Mitarbeiter versendet, wird mit Social Media die Präsentation einfach in einer Sales-Gruppe gepostet. Die Gruppen-Mitglieder werden über Push-Nachrichten informiert. Der Vorteil: statt voneinander getrennter Feedbacks ausschließlich für den Absender, sind diese in der Gruppe für alle einsehbar und regen den Austausch an.

Das Spiel ändert sich

Weiterhin präsentierte Mitter die drei „Game Changer 2011“. Alle eng mit Social Media verbunden, zeichnen sie vor, welchen Weg Softwarenutzung einschlagen wird.

  • Gamification: Der spielerische Umgang mit Inhalten wird über den Wisch auf Smartphones und iPad hinaus an Bedeutung gewinnen, worauf sich Softwareentwicklung einstellen muss. Vorreiter ist hier Foursquare, wo Ranglisten und Auszeichnungen kompetitiv die Motivation erhöhen, tätig zu werden.
  • True Mobile: Geolokalisierung und die Verbindung von Dokumenten und Ortsinformationen wird häufiger eingesetzt. Für Service-Techniker im Außendienst ist das Szenario teilweise schon Realität.
  • Sentiment Analysis: Die semantische Analyse von Online-Communities anhand positiver und negativer Aussagen zu bestimmten Themen nimmt zu. Tweetfeel ist ein Beispiel der einfachen, WE twendz pro der komplexeren Art.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Engagement Solutions fürs Marketing

sdg

Jaqueline Saayman sprach über Veränderungen im Marketing-Mix (Foto: Daniel Hardt)

Marketing: System of Engangement

Näher am OpenText Produktportfolio bewegte sich Jaqueline Saayman, zuständig für Marketing auf EMEA-Ebene. Sie beschreibt die Bedeutung von Social Media im Marketing wie folgt: Aus einem „System of Record“, wird ein „System of Engagement“. Nicht mehr das reine Sammeln von Daten, sondern die permanente Generierung von Daten durch den ständigen Dialog mit dem Kunden stehe im Zeichen der Zeit.

Die Veränderung von Kunden geht mit Änderungen im Marketing-Mix einher. Kunden seien heute so gut informiert, dass 70% ihre Entscheidung fällen, bevor sie mit einem Verkäufer in Kontakt treten. Fürs Inbound-Marketing verlieren nicht personifizierte Mails an Bedeutung, Marketing über das Netz wird wichtiger.

Grundsätzlich gelte es, eine in Echtzeit stattfindende, kollaborative End-to-End-Kommunikation zu schaffen – intern wie extern, wobei die Optimierung der internen Prozesse der erste Schritt ist.

Um die Engagement Solutons rankt sich das Marketingkonzept (Foto: Dadniel Hardt)

Um die Engagement Solutions rankt sich das Marketingkonzept (Foto: Dadniel Hardt)

Engagement Solutions

Hier kommen die Engagement Solutions der OpenText ECM Suite 2010 ins Spiel, welche skalierbar sind und Compliance-Anforderungen entsprechen:

  • Digital Asset Management: hilft bei der Erstellung, Verwaltung und Distribution von Rich Media Content auf verschiedenen Kanälen
  • OpenText Social Communities: intensiviert Kundenkontakt und -bindung durch Erstellung von Blogs, Wikis und Foren, um Communities zu schaffen oder Kampagnen durchzuführen.
  • OpenText Communities of Practice: Verbindung funktionsübergreifender Teams und Projekte durch Social Media.
  • Semantic Navigation: verbindet OpenText Content Analytics mit Information Retrieval-Technologien. Zielgruppen bekommen Inhalte anhand einer sematischen Analyse zusammengestellt. Gleichzeitig sorgt das in der Cloud betriebene Tool für eine bessere Messbarkeit der Verweildauer. Auch Stimmungs- und Reputationsanalysen sind im Inter- und Intranet durchführbar.

Ein erfolgreiches Marketing ist laut Saayman unter anderem auf der einheitlichen Betreuung mehrerer Kanäle und der Schaffung eines Social Intranet, mit Facebook-ähnlichen Profilen, aufgebaut. Auch ein Idea-Lab, einem Workplace zum Ideenaustausch, sei eine Möglichkeit. All dies helfe im Zusammenhang mit den Solution Engagements, Kunden, Partner und Mitarbeiter zusammenzubringen und ganzheitliche Marketingkampagnen zu entwerfen.

Als weitere Tools, nennt Saayman OpenText Pulse für Micro-Blogging und Activity Feeds, OpenText Everywhere sowie StreamServe Document Management. Das Dokumentenmanagement verwaltet Kundendaten für den Bereich Invoice und erlaubt, Cross- und Up-Selling oder Sonderaktionen für loyale Kunden durchzuführen. Zudem können Rechnungen mit personalisierten Informationen versehen werden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Roadmap ECM für SAP

So siehts aus: ECM für SAP inklusive Planungen und Neuerungen (Foto: Daniel Hardt)

So siehts aus: ECM für SAP inklusive Planungen und Neuerungen (Foto: Daniel Hardt)

Roadmap: ECM für SAP

Andreas Engel von der SAP AG und Michael Cybala, Leiter für Produktmanagement für SAP-Lösungen bei OpenText, gaben gemeinsam einen Ausblick, wohin die ECM-Welt für SAP sich bewegt. Da ECM und ERP getrennt voneinander gewachsen sind, müsse allgemein die vertikale Integration von ECM in Geschäftsprozesse verstärkt werden. Immer noch könnten nicht alle Dokumente aus operativen Anwendungen heraus genutzt werden und die redundante Daten-Haltung berge Probleme.

Für Anwender die Document Acces oder Livelink von OpenText im Einsatz haben, lohne sich SAP Extendend ECM by OpenText (SAP xECM). Hier werde eine integrierte Plattform geboten, die auch Microsoft Sharepoint nutzen kann. Vor allem sei SAP xECM aber hinsichtlich des mobilen Zugriffs anzuraten.

Travel Receipts Management

Neu innerhalb der ECM Suite for SAP ist Travel Receipts Management (TRM) als Teil des Document Access by OpenText. Das Beleghandling zur Reisekostenverarbeitung greift auf Fax, Barcode, Emails, Scans und Mobilgeräte als Eingangskanäle zurück. TRM ist mit SAP Travelmanagement integrierbar und besitzt ein Self Selfservice-Szenario inklusive Thumbnails.

Für das erste Quartal 2012 geplant ist die automatische Klassifizierung von Belegen, automatisiertes Auslesen von Daten, mobile Belegerfassung und die Vereinheitlichung von Kreditkarten und E-Belegpuffer. Ein weiteres Ziel ist die Integrierung von OCR.

Document Presentment

Dokument Presentment macht Dokumente zu Instrumenten für Vertrieb und Marketing für verschiedene Industrien. Geschäftsschreiben können so automatisch erstellt und verteilt, aber auch personalisiert werden.

Im letzten Quartal 2011 soll Dokument Presentment ein interaktives Kommunikationsmanagement beinhalten und sowohl ins OpenText Archiv als auch in SAP CRM integriert sein. Funktionen aus dem CRM heraus wären dann das Erstellen personalisierter Dokumente auf Vorlagenbasis, editieren und Drag & Drop von Textfragmenten sowie Review und Freigabe der Dokumente.

In Planung: Portal Contentmanagement

Ohne Zeitangabe auskommen muss das Ziel, Web Content, Dokumenten Management und Kollaboration mit SAP NetWeaver Portal und Enterprise Workspaces zu integrieren.

OpenText xECM für SAP: Bundeswehreinsatz

Der Fuhrpark der Bundeswehr wird über Fahrzeugakten organisiert, die auf Basis von OpenText xECM for SAP und eMail Managment von Lotus Notes erstellt werden. Der Prozess der Erneuerung der IT beim Bund ist auf einem guten Weg, doch längst nicht abgeschlossen.

Auch für die Fahrzeugakte sind weitere Prozessoptimierungen in der Pipeline. SAP.info sprach im Anschluss des Vortrags mit Christian Fink und Kiumars Farhur des Bundeswehr Fuhrpark Services über Ist-Stand und Zukunft des Projektes.

Lesen Sie die Ergebnisse des Gesprächs demnächst hier auf SAP.info.

Document Presentment-Ansicht (Foto: Daniel Hardt)

Document Presentment-Ansicht (Foto: Daniel Hardt)

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