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„IT ist Teil von McLaren“

13. September 2016 von Timo Elliott, Michael Nuesslein, John Hunt 35

McLarens CIO Craig Charlton spricht über die IT-Strategie seines Unternehmens und die Partnerschaft mit SAP.

Bereits seit 1963 gilt McLaren als Pionier in der wettbewerbsintensiven Welt der Formel 1. Das Formel-1-Team McLaren-Honda möchte auch in Zukunft weiterhin erfolgreich an Grand-Prix-Rennen teilnehmen. Mit der Zeit ist McLaren mit mittlerweile 3.500 Mitarbeitern weiter gewachsen und zu einem Unternehmen mit verschiedenen Geschäftsbereichen geworden.

McLaren Automotive baut und vertreibt eine Reihe von Hochleistungssportwagen. Darunter auch der rund 1,1 Millionen US-Dollar teure Supersportwagen P1. McLaren Applied Technologies unterstützt außerdem Partnerprojekte mit Hochleistungswerkstoffen, Sensor- und Telemetrietechnik. Dank McLaren konnte beispielsweise das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline zusätzlich 6,7 Millionen Zahnpasta-Tuben jährlich herstellen. Auch der kalifornische Fahrradhersteller Specialized profitierte von der Zusammenarbeit mit McLaren bei der Fertigung von hochmodernen Fahrradrahmen aus Carbonfaser.

Formel1-Champion Jenson Button besuchte kürzlich die SAP in Walldorf und berichtete über die Partnerschaft mit dem IT-Unternehmen.

IT-Strategie von McLaren und Partnerschaft mit SAP

In den letzten sechs Monaten konzentrierte sich das Unternehmen auf eine neue zweigleisige IT-Strategie. Damit sollen in Zukunft die vier Geschäftsbereiche effizienter verwaltet werden. Das betrifft vor allem gemeinsame Bereiche, wie Infrastruktur, Anwendungen, Partnerschaften und Geschäftslösungen.

Ist diese Grundlage erst einmal geschaffen, kann das Team sie nutzen, um flexibler zu arbeiten und sich stärker auf die Unterschiede der einzelnen Geschäftsbereiche zu konzentrieren. Ein Beispiel: Bei den Rennen jedes Wochenende werden rund 100 GB an Telemetriedaten übertragen und verarbeitet. Das bedarf modernster Technologie, da der Rennstall während eines Rennens in Echtzeit strategisch wertvolle Entscheidungen treffen muss und die Daten schnellstmöglich zu Honda nach Japan senden muss, damit man dort die Einstellungen der Motoren verbessern kann.

In einem von der SAP gesponserten Web-Seminar interviewte kürzlich Eric Kavanagh, CEO der Bloor Group, den CIO von McLaren, Craig Charlton. Sie sprachen darüber, wie wichtig Technologie für die verschiedenen Geschäftsbereiche seines Unternehmens heutzutage geworden ist.

Das IT-Team konzentriert sich dabei auf fünf Bereiche, denen jeweils eine detaillierte Produkt-Roadmap zugrunde liegt. Hier die wichtigsten Zitate von Craig Charlton, CIO von McLaren (diese wurden aufgrund der Lesbarkeit leicht verändert):

1. Cloud & Mobilität

„Vorbei ist die Zeit der großen Investitionsausgaben, für deren Genehmigung immer Monate ins Land gegangen sind. Nutzer möchten schnell von der Cloud profitieren. Man braucht heute diese Flexibilität, Skalierbarkeit und Schnelligkeit. Das sind mittlerweile die Hauptbestandteile unserer modernen Arbeitswelt … Man muss sie effektiv nutzen. Tut man das nicht, ist man noch nicht im digitalen Wandel angekommen.“

Man braucht heute die Flexibilität, Skalierbarkeit und Schnelligkeit der Cloud.

„Das gleiche gilt für Mobilgeräte. Es ist kaum zu glauben, wie leistungsfähig diese heutzutage sind. Wir befinden uns in einer einzigartigen Ausgangssituation. Fast jeder unserer Mitarbeiter bekommt ein Smartphone – da jeder eines benutzt, haben wir auch keine Festnetz-Infrastruktur. Die Entwicklung mobiler Anwendungen wird in den nächsten Jahren deswegen zunehmend wichtiger.“

2. Risikominimierung

„Das hört sich vielleicht etwas langweilig an, aber es ist wichtig: die Risikominderung bei alten Technologien, die Ablösung der alten Infrastruktur und der Weg in die Cloud. Vor allem Cybersicherheit spielt eine große Rolle. Wir müssen unsere Datenbestände schützen.“

Vor allem Cybersicherheit spielt eine große Rolle.

3. Hybride Unternehmensplattformen

„Unflexible ERP-Systeme haben ausgedient, und die SAP weiß das. Deswegen hat sie in den letzten Jahren auch ihr Geschäftsmodell geändert. Mittlerweile dreht sich alles um zentrale ERP-Kernsysteme. Sie sind eingebettet in Geschäftsnetzwerken und Cloud-Lösungen, die miteinander verbunden sind, sodass man Daten zwischen den Plattformen hin und her schieben kann. Keiner weiß das besser als die SAP. Darum arbeiten wir eng mit der SAP zusammen, um in diesem Bereich Fortschritte zu machen.“

4. Strategische Partnerschaften

„Strategische Partnerschaften wie die mit der SAP sind von großer Bedeutung, um künftig erfolgreich zu sein.“

5. Anwenderorientiert

„Das Ziel ist vor allem, die IT einfacher und zugänglicher zu gestalten. Das heißt: benutzerfreundlichere Oberflächen und effizienterer Service. Bei McLaren liegt uns das sehr am Herzen. Wir haben zwar erst gerade damit angefangen, aber es wird immer wichtiger, je mehr wir uns weiterentwickeln.“

„Die SAP macht enorme Fortschritte. Sie vereinfacht sowohl ihre Tool-Oberflächen als auch ihre Technologien und stellt den Anwender mehr und mehr in den Mittelpunkt. Und ich weiß, dass die fehlende Anwenderfreundlichkeit bei der SAP jahrelang kritisiert wurde. Schaut man sich die neuen SAP-S/4HANA-Produkte an, wird klar, dass sich vor allem bei der Benutzeroberfläche viel getan hat.“

Die SAP stellt den Anwender mehr und mehr in den Mittelpunkt.

„Übrigens habe ich hier weder die Begriffe „benutzerorientiert“ noch „kundenorientiert“ verwendet. Für mich ist die IT Teil von McLaren. Würden wir Begriffe wie „Kunde“ und „Benutzer“ einführen, würden wir unnötige Hindernisse schaffen. Deswegen verwende ich viel lieber den Begriff „anwenderorientiert“. Wir arbeiten mit anderen Unternehmen zusammen. Da wir die gleichen Tools nutzen, müssen wir auch wissen, wie diese funktionieren.“

„Kürzlich haben wir eine neue Idee für das Produktmanagement vorgestellt. Normalerweise sieht der Prozess so aus: Man führt ein Produkt ein und bietet Schulungen dafür an – das ist alles. Wir gehen einen Schritt weiter. Wir haben jetzt selbst Produktverantwortliche in der IT. Sie werden das neue Produkt weiterentwickeln, implementieren, die Anwender schulen und das Beste rausholen – dabei geht es vor allem um die Details.“

„Anwenderorientiert heißt eben auch: Die kleinen Dinge sind das, was zählt. Wenn beispielsweise Telefone und Computer nicht funktionieren, verärgert das die Anwender, was wiederum den ganzen Prozess verlangsamen oder gar stoppen kann.“

McLaren setzt auf SAP HEC, SAP Fiori und SAP SuccessFactors

Craig betonte, dass McLaren in all diesen Bereichen mit der SAP zusammenarbeite. Dazu zählen die Cloud-Implementierung mit Hilfe der SAP HANA Enterprise Cloud, die mobile Anwendung SAP Fiori und Geschäftsnetzwerke wie SAP SuccessFactors.

„Die SAP hilft uns dabei, unsere Geschäftsprozesse zu überdenken und neu zu gestalten. Bevor wir mit der SAP zusammenarbeiteten, mussten wir auf alte Technologien zurückgreifen, unsere Systeme waren fragmentiert und die Anwender waren ebenfalls nicht zufrieden. Die SAP optimiert viele unserer Prozesse. Sie hat das Unternehmen zusammengeführt, und das ist für McLaren von entscheidender Bedeutung.“

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf SAP Business Trends.

Titelbild: Ivan Garcia / Shutterstock.com

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