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HR-Studien: Neue Trends aufgreifen, Kernprozesse stärken

Blog | 4. März 2013 von Anja Paschke-Hess 0

Effiziente Kernprozesse und innovative Technologien machen das Personalmanagement fit für die Zukunft. Marktforscher haben den aktuellen Status skizziert und zeigen Aufgaben und Lösungen.

Mobilität, Datenanalytik, Cloud-Computing und soziale Medien – diese digitalen Megatrends hinterlassen ihre Spuren auch im Personalmanagement. Eine der aktuellen Herausforderungen lautet beispielsweise, über innovative Technologien und neue Kanäle die fähigsten Köpfe der Generation Y anzusprechen. Dennoch verlieren die Unternehmen die traditionellen HR-Kernprozesse nicht aus dem Blick. Erfolgreiches Personalmanagement braucht den richtigen Mix – dieses Gesamtbild ergibt sich aus zahlreichen Studien zum Thema Personalwesen.

Automatisierte Kernprozesse entlasten die Personaler vom rein operativen Tagesgeschäft und fördern den Wandel vom traditionellen Personalbüro zum echten, unternehmensinternen Geschäftspartner. Darüber hinaus ermöglichen automatisierte Abläufe auch die Einführung von kostensenkenden Mitarbeiter- und Manager-Selfservices und schaffen Freiräume für strategische Aufgaben. Das hat die Aberdeen Group in einem Research-Brief vom März 2012 erneut bekräftigt.

Nachholbedarf bei strategischen HR-Themen und neuen Technologien

Ähnliche Resultate zeigt eine von RAAD Research zwischen Juni und August 2012 durchgeführte Befragung unter insgesamt 500 Personalleitern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Tenor hier: Prozessseitig steht der Dauerbrenner Effizienzsteigerung auf dem Programm, etwa mithilfe von Standardsoftware für eine digitale Personalakte oder HR-Selfservices.

Die „Kienbaum-Studie 2012/2013, HR Strategie & Organisation“ ergänzt diese Prozesssicht um Kompetenzen, die Mitarbeiter im Personalwesen als interne Geschäftspartner künftig haben müssen: strategisches und unternehmerisches Denken, Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen, Verständnis für innerbetriebliche Vielfalt und Internationalität. In den HR-Kernbereichen wird laut Kienbaum daher sehr wohl in Mitarbeiterqualifikation und Softwarelösungen investiert.

Allerdings fällt dabei eine zu starke Fokussierung auf das operative Geschäft auf, kritisiert Kienbaum Management Consultants. In den befragten 240 Unternehmen – vornehmlich größere Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – entfällt ein Drittel der vorhandenen Personalkapazitäten auf operative Unterstützungsprozesse. Dementsprechend sehen die Personaler Nachholbedarf in den Bereichen Karriere- und Nachfolgeplanung sowie im Changemanagement. Hinzu kommt der Einfluss der bereits erwähnten digitalen Megatrends.

HR-Transformation durch neue Technologien

Laut „The New Digital Economy“ (Die neue digitale Wirtschaft), einem von AT&T, Cisco, Citi, PwC und SAP 2011 erstellten Bericht, wird der Weltmarkt entscheidend von den Themen mobile Lösungen, Cloud-Computing, Datenanalytik und sozialen Medien verändert – und dieser Umwandlungsprozess betrifft auch das Personalmanagement.

Genau hier haben die Forscher von Oxford Economics 2012 mit einer weltweiten Studie unter 250 HR-Managern aus den USA, Mexiko, Deutschland, Großbritannien, Brasilien und China angesetzt. Untersucht wurde, ob und in welchem Umfang die digitalen Megatrends in den Personalabteilungen angekommen sind und die Umwandlung zum Geschäftspartner innerhalb des Unternehmens vorangetrieben haben. Ihr Resultat: Heute sind in immerhin 76 Prozent der befragten Unternehmen die HR-Abteilungen am gesamten Geschäftsplanungsprozess beteiligt. Ein Parameter, der auf die strategische Rolle des Personalmanagements hindeutet.

Mobile Technologien und Analysen sind die stärksten Trends

Doch die Umwandlung ist beileibe noch nicht abgeschlossen. Beispielsweise gelten HR-Abteilungen in Nordamerika und Europa nur zu einem geringem Anteil als gewinnentscheidend (23 und 43 Prozent). In Asien und Lateinamerika liegt dieser Prozentsatz deutlich höher (63 und 75 Prozent). Das birgt für die „alten“ Industrieländer“ das Risiko, auf einem zunehmend globalisierten Marktplatz im Kampf um die besten Talente abgehängt zu werden.

Was die digitalen Megatrends betrifft, so vermeldet Oxford Economics, dass sich die Datenanalytik zu einer Schlüsselkomponente der HR-Abläufe entwickelt; nur sieben Prozent der befragten Personaler gaben an, völlig ohne Analysen und Kennzahlen zu arbeiten. Mobile Technologien sind bei rund der Hälfte der Unternehmen gefragt, soziale Medien kommen mit fast 45 Prozent und Cloud-Computing mit 36 Prozent zum Einsatz.

Etwas konservativer sehen das die Marktforscher von RAAD Research für die DACH-Region: Über Unterstützung durch Social Media im Recruiting denken nach einer Erhebung des Instituts nur rund zehn Prozent der befragten Unternehmen nach. In dieser Größenordnung bewegen sich auch Planungen in Richtung Cloud-Computing. Mobile Endgeräte nutzen rund 20 Prozent der Führungskräfte im HR-Bereich, Tendenz steigend. Jedes zehnte Unternehmen plant und evaluiert eine umfassende Strategie für Manager und Mitarbeiter.

Dennoch lässt sich klar sagen: Der Einfluss neuer Technologien auf das Personalmanagement ist messbar und nimmt stetig zu. Denn über 80 Prozent der HR-Manager sind bereit, diese Technologien für eine bessere Personalplanung einzusetzen – so die summarische Einschätzung von Oxford Economics.

Weitere Informationen:
– Mehr zum Thema Personalmanagement
Wer die eigenen Reihen konsequent auf vorhandene Talente absucht, kann so dem Fachkräftemangel begegnen – Interview mit Falko Kranz, SAP.
– Auf die richtige Sprache kommt es an – sagt Marcus Deters von SuccessFactors über Recruiting bei der jungen Generation. Artikel lesen.
– Mit SAP ERP Human Capital Management mobile Personalprozesse aufbauen – hier die Lösung im Überblick (PDF-Download).

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