„Prozesse der Software akzeptieren“

Feature | 27. Juni 2012 von Andreas Schmitz 0

PG Bikes "Blacktrail"-eBike

Herr Ostner, Sie haben schon als 14-jähriger Ihre erste Firma gehabt. Heute verkaufen Sie als Geschäftsführer der Regensburger Firma PG Bikes eBikes und seit kurzem auch eRoadsters…

Ich wollt damals einfach unabhängiger sein von meinen Eltern und den 20 Mark Taschengeld pro Monat. Deshalb habe ich einen Zeitungsgroßhandel aufgebaut und Zeitungsausträger beschäftigt. Mit 15 habe ich dann begonnen, alte Vespas zu kaufen, wieder in Schwung zu bringen und zu verkaufen.

Zweiräder haben es Ihnen angetan?

Ich bin dann irgendwann wieder dahin zurückgekommen. Das ist richtig. Zwischendurch habe ich für „Nice Price Finder“ für Firmen gearbeitet, für die ich die günstigsten Preise für EDV und Co herausgefunden habe und einen Wellness-Vertrieb für eine Japanische Firma betrieben.

…ehe es wieder mit Zweirädern weiter ging…

Richtig. 2004 habe ich die „Pimp Garage“ gegründet. Wir haben Fahrräder „aufgepimpt“ und wieder verkauft. Wir haben eine OS-Commerce-Software eingesetzt, die frei programmiert war. 140.000 Euro haben wir da in drei Jahren reinstecken müssen. Wir hatten einfach keine Erfahrung, haben mit einer günstigen Software begonnen. Doch dann wird angepasst, erweitert, wieder angepasst, wieder erweitert. Das System wird immer größer und undurchschaubarer…

Sie haben daraufhin nach Alternativen gesucht.

Ja, 2007 haben wir uns diverse Systeme angesehen, unter anderem von Microsoft und von SAP. Wichtig war, dass diese Systeme von der Warenwirtschaft über den Sales und die Lagerlogistik bis hin zum Bereich Finance alle Prozesse abwickeln konnte. Alle Bereiche mussten ineinander greifen.

Das war auch die Zeit, in der die Idee reifte, eine Firma zu gründen, die exklusive Räder herstellt und vertreibt…

Im Laufe des Jahres 2008 wurden die Räder immer exklusiver, so dass wir im Oktober des Jahres die Firma PG Bikes gegründet haben, mit dem Fokus auf die elektronische Räder der Extraklasse – und deren Entwicklung , Fertigung und Vermarktung. Hier haben wir dann erstmals SAPs Software Business One eingesetzt.

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Manuel Ostner, CEO der Regensburger Firma PG Bikes

Weshalb SAP?

Einerseits war es der einzige Anbieter, der alle Prozesse, die wir benötigten, am vollständigsten abdeckte. Zum anderen hatte ich meine Erfahrungswerte aus der frei programmierten Software aus der Zeiten der Pimp Garage noch im Kopf. Summa summarum haben wir vielleicht 50.000 Euro für die Software ausgegeben, ein Drittel der damaligen Kosten. Allerdings haben wir diesmal auch gar nicht erst angefangen, Sonderwünsche zu realisieren. Wir haben die Prozesse der Software akzeptiert, wie sie waren.

Sie haben sich 2010 dazu entschlossen, den elektronischen Verkauf einzustellen und das System noch einmal neu aufgesetzt.

Wir haben den elektronischen Verkauf sein lassen, weil unsere hochpreisigen Produkte einfach nicht zu einem Online-Shop passten.

Welche lessons learned ziehen Sie aus den Erfahrungen mit der IT?

Wichtig ist, sich intensiv mit der Software beschäftigt, bevor man sie einsetzt. Zudem sollten alle Prozesse sauber miteinander zu verknüpfen sein. Und zu guter Letzt haben wir enorm davon profitiert, SAP so zu akzeptieren wie es ist und versucht, uns daran anzupassen. Außer dem Briefpapier und den individuellen Reports, die wir benötigt haben, haben wir nichts „customizen“ müssen. Das hat den Aufwand zusätzlich in Grenzen gehalten.

PG Bikes entstand im Oktober 2008. 2009 machte der Regensburger eBike-Spezialist eine halbe Million Euro Umsatz, den Manuel Ostner bis Ende 2011 auf 2 Millionen Euro steigerte – „bei einem Auftragsüberhang von einer Million Euro“. Deshalb stellt sich die 22-Mann-Firma neu auf, verschlankte sich im Sinne des Lean Management auf 14 Mitarbeiter – „ausschließlich Spezialisten, das Grafikdesign macht jetzt eine Agentur“. Zu den hochwertigen eBikes sind nun noch eAutos hinzugekommen, individuell gefertigte Roadsters. Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet Ostner einen Umsatz von 3 bis 4 Millionen Euro Umsatz. Seit 2008 setzt Mittelständler Ostner auf SAP Business One.

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