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Verwaltungen im digitalen Zeitalter: Der Bürger steht an erster Stelle

Feature | 29. September 2017 von Dante Ricci 2

Seit mehr als zwei Jahrzehnten haben sich Behörden weltweit darauf konzentriert, Prozesse zu standardisieren und Online-Dienste einzuführen. Dies hat sich finanziell auch gelohnt. Mit digitaler Technologie können Ämter aber noch viel mehr erreichen.

Bei jeder Entscheidung die Meinung und den Standpunkt der Bürger zu berücksichtigen ist eine wichtige Voraussetzung für Erfolg im digitalen Zeitalter. Dies hört nicht bei bürgernahen Diensten auf, sondern gilt auch für ganz verschiedene Projekte und Maßnahmen, mit denen kommunale Verwaltungen ihren politischen Auftrag erfüllen.

Kommunen in einer digitalen Gesellschaft zu führen bedeutet, dass sich Verwaltungen in die Lage des Bürgers hineinversetzen müssen, wenn sie ihr operatives Geschäft, ihre Prozesse und Beteiligungskonzepte verändern.

Verwaltungen können nur dann Maßnahmen auf die Bedürfnisse der Bürger zuschneiden und gute Ergebnisse erreichen, wenn sie diese bürgernah gestalten und über die passenden Daten verfügen, um die Situation von allen Seiten beleuchten zu können. Dazu gehört auch, dass sie die Standpunkte und Ideen der Bürger kennen.

Dies führt letztendlich zu mehr Effizienz und Effektivität und einer besseren Lebensqualität.

Es gibt verschiedene Beispiele für fortschrittliche Verwaltungen, die mit einer Kombination aus Technologie und einer bürgernahen Einstellung ihre politischen Ziele besser umsetzen können.

Kundenbeispiel: Bürgerengagement und -beteiligung

Das erste Beispiel kommt von PlaceSpeak, einem kanadischen SAP-Startup-Focus-Unternehmen, das 2017 den SAP HANA Innovation Award in der Kategorie „Social Hero“ erhielt. Sein bürgernahes Konzept ermöglicht es den einzelnen Bürgerinnen und Bürgern, ihre Meinung zu Themen von öffentlichem Belang zu äußern und so einen wichtigen Beitrag für die Gemeinde zu leisten, in der sie leben und arbeiten.

Im Januar 2017 führte der kanadische Cowichan Valley Regional District (CVRD) und seine Mitgliedsgemeinden (Stadt Duncan, Gemeinde Ladysmith, Gemeinde Lake Cowichan und Kreis North Cowichan) die PlaceSpeak-Plattform ein, um ihre Bürger mehr in ihre Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Dafür müssen sich diese nur einmal registrieren, um dann über neue öffentliche Diskussionsthemen in ihrem Gebiet benachrichtigt zu werden. PlaceSpeak bietet ein zentrales Online-Forum für Bürgerbeteiligung und baut so die Barrieren zwischen Kreis-, Stadt- und Gemeindeverwaltungen ab.

Seit seiner Einführung haben sich über 1.000 User aus der Region angemeldet, um mitreden zu können. Von bezahlbarem Wohnraum bis hin zu Lebensmittel-LKWs – über die Benachrichtigungen bleiben die PlaceSpeak-Nutzer auf dem Laufenden über Themen, bei denen sie mitreden können. Für jedes Thema gibt es verschiedene Tools und Funktionen, über die Feedback eingeholt wird, darunter Abstimmungen, Umfragen, Diskussionsforen, Post-its, Ideensammlungen und vieles mehr. Anstatt Bürger nur punktuell zu beteiligen, bietet PlaceSpeak eine konsistente Benutzeroberfläche, die ein kontinuierliches Engagement fördert und Bürgerbeteiligung zu etwas Selbstverständlichem macht.

Außerdem ermöglicht es PlaceSpeak den Kommunen, die Teilnehmer auf dem Laufenden über den Stand der Dinge zu halten und ihnen am Ende zu zeigen, wie das gesammelte Feedback zur finalen Entscheidung beigetragen hat. So hat die Kommune beispielsweise in jeder Diskussionsphase zum Thema Cowichan Watershed Updates gepostet, um die Bewohner zu informieren und zur weiteren Beteiligung zu motivieren. Diese Transparenz und Nachvollziehbarkeit öffentlicher Entscheidungen zeigt den Teilnehmern, dass ihre Beiträge wertvoll sind. Die Wahrscheinlichkeit steigt dadurch, dass sie sich weiter engagieren und auch in Zukunft bei neuen Themen mitsprechen.

Kundenbeispiel: Transparenz und Nachvollziehbarkeit 

Ein ganz anderes Beispiel für Bürgernähe ist das Finanzministerium von Estland. Wenn das Finanzministerium seinen Haushaltsausgleich durchführt, schaut das ganze Land zu. Es muss sicherstellen, dass jeder – von den Politikern bis zu den Bürgern – ein verlässliches Bild über die finanzielle und wirtschaftliche Lage des Landes erhält. Mit SAP-Lösungen stimmt das Ministerium die Strategie, die Finanzen und das Tagesgeschäft aufeinander ab und erstellt einen klaren und verständlichen Echtzeit-Vergleich zwischen den geplanten und den tatsächlichen Haushaltsdaten. Jeder kann sich somit an der Haushaltsdiskussion beteiligen. Es kann natürlich sein, dass die Stakeholder mit den Zahlen nicht zufrieden sind, aber das Ministerium weiß jetzt zumindest, dass sie diese besser verstehen.

In Punkto Bürgernähe müssen Verwaltungen den Bürger in den Mittelpunkt stellen – von der Erstellung des Haushalts und dem Finanzstatus bis hin zu einem ansprechenden digitalen Erlebnis.

Foto via Shutterstock

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