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Plattform für die digitale Transformation: Das sollte sie leisten

Feature | 2. November 2015 von Andreas Schmitz 0

Eine IT der zwei Geschwindigkeiten, fünf Dimensionen und drei Betriebsmodellen: die Plattform der Zukunft und ihre wichtigsten Eigenschaften im Überblick.

Digitaler Wandel, Disruption, Transformation: Der Sprachschatz des digitalen Zeitalters findet viele Worte für praktisch ein und dasselbe. Entsprechend vielfältig ist die Einschätzung von Firmenchefs, die oft erst noch auf dem Weg zu einer digitalen Agenda sind: Da gibt es den nüchternen Typ, der schlicht vom Einsatz neuer Technik und Architektur spricht oder den IoT- und Industrie 4.0-„Jünger“, der das alles doch schon mal gesehen haben will. Doch es gibt auch die konstruktiven und innovativen, die sich auf einen neuen Zugang zum Kunden freuen oder auf andere Herangehensweisen, um neue Geschäfte zu machen.

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Große Datenmengen, eine Zunahme der Vernetzung der „Dinge“ und aktuell eine hohe Komplexität der IT-Systeme sind die Treiber einer Plattform, die die digitale Transformation bewältigt. Grafik: SAP, 2015

Wer einmal per mytaxi seine Fahrt geordert oder bei Airbnb seine Übernachtung gebucht hat, kennt die Trends automatisch, die aktuell die IT in den Unternehmen beschäftigen. Über eine Cloud-Anwendung lässt sich sehen, wann das gebuchte Taxi um die Ecke biegt, viele tausend miteinander vernetzte Mieter und Vermieter finden selbstgesteuert täglich zueinander, das Geschäft ist in Sekunden abgeschlossen und das Smartphone bekommt das technisch hin. Hyperkonnektivität, Cloud Computing, Supercomputing, In Memory und die Smartheit der Produkte nennt Mathias Kaldenhoff die Trends, die in diesen Beispielen liegen und sowohl – strategisch – für die Entwicklung einer digitalen Agenda wie auch für die technische Basis entscheidend sind.

Digitale Transformation: Die Kriterien für eine zeitgemäße Plattform

Folgende Kriterien leitet der Chef der Geschäftsentwicklung für Plattformlösungen bei SAP Kaldenhoff daraus für eine Plattform ab, die modernen Anforderungen gerecht wird:

1. „Two Speed-IT“:

„Die IT in den Unternehmen ist oft noch immer damit beschäftigt, Anforderungsprofile kostengünstig zu definieren – verharrt also noch oft in der Denke des ERP-Zeitalters“, erläutert Plattformstratege Kaldenhoff. „Two-Speed-IT“ nennt das Beratungshaus Gartner diese IT der zwei Geschwindigkeiten. Neben einem digitalen und beständigen Kern existiert eine zweite – agile – Welt, die schnelle Anforderungen bewältigt. „Beides gehört auf eine Plattform“, so Kaldenhoff. Wenn den Taxizentralen über mytaxi ein Teil des Geschäfts genommen wird, müssen sie im Idealfall schnelle Antworten liefern, die schnell technisch umsetzbar sind.

2. Plattform der fünf Dimensionen:

  • Die digitalisierten Prozesse verbleiben im „digitalen Kern“ des Unternehmens. Allerdings ändert sich der Weg, über den die Kernprozesse neue Entwicklungen wie Vorhersagemodelle, mobile Anwendungen und Big-Data-Funktionalitäten integrieren. Mehr einströmende Daten erfordern mehr Ressourcen für ihre Simulation und Auswertung. In Verbindung mit der Plattform der dritten Generation entsteht ein Kundengedächtnis mit sämtlichen Vorlieben und Interaktionen der Kunden.
  • Die Plattform muss in der Lage sein, riesige Mengen an Sensordaten zu verarbeiten, zu analysieren und die richtigen Prozesse anzustoßen. Das Internet der Dinge hilft, Brüche in Wertschöpfungsketten zu identifizieren und etablierte Prozesse in Frage zu stellen.
  • Die digitalen Schnittstellen übernehmen zudem die Herrschaft im Verkauf. Ob mobil, stationär oder am PC: Jeder Verkaufskanal „kennt“ den sekündlich aktualisierten Bestand der Artikel. Die Kunden sind zufriedener und sowohl Marketing als auch Verkauf bekommen durch die neue Transparenz neue Kriterien für ihre Entscheidungen an die Hand. Besonderes Plus: Das solide Wissen über das Einkaufsverhalten des Kunden macht maßgeschneiderte, individualisierte Angebote möglich (Customer Experience Omnichannel).
  • Eine immer vielfältigere Belegschaft mit einem zudem steigenden Bedarf an zeitlich befristet eingesetzten Arbeitskräften erfordern, dass der gesamte „Lebenszyklus“ des Mitarbeiters abgebildet werden kann – von der Bewerbung über die Einstellung, die Leistungserfassung und den Lohn bis hin zur Weiterbildung. Interne Prozesse für die Mitarbeiter lassen sich verbessern. Das sollte möglichst einfach geschehen. Self Services helfen etwa bei der Abwicklung von Anfragen an die Personalabteilung, und Projektplattformen verbinden Gleichgesinnte. „Mitarbeiter agiler machen und Prozesse schneller machen“, nennt Kaldenhoff das Ziel des „Workforce Engagement“, das – technologisch unterstützt – Hierarchieebenen reduziert und Raum für neue Ideen schafft.
  • Darüber hinaus Geschäftsnetzwerke zu involvieren – bei SAP etwa über Ariba, Fieldglass oder Concur – hilft, zusätzliche externe Verbindungen herzustellen und neues Geschäft anzukurbeln. „Lieferanten nicht nur nach Kosten, Preis und Dienstleistung bewerten, sondern darüber hinausgehen und deren Geschäftsprozesse digital integrieren“, nennt das SAP-Experte Kaldenhoff.
  • Cloud, On Premise oder Hybrid: Ob die Plattform auf eigenen Servern betrieben, aus der Cloud bezogen oder aber das hybride Szenario aus beiden Betriebsmodellen bevorzugt wird, sollte dem Unternehmen überlassen werden.

3. Cloud, On Premise oder Hybrid:

Ob die Plattform auf eigenen Servern betrieben, aus der Cloud bezogen oder aber das hybride Szenario aus beiden Betriebsmodellen bevorzugt wird, sollte dem Unternehmen überlassen werden.

SAP S/4HANA plus SAP HANA Cloud Platform: Starke Überschneidungen mit der Plattform der dritten Generation nach IDC

Wie diese drei Kriterien technisch umgesetzt werden können, zeigt die aktuelle Lösung von SAP. SAP S/4HANA bildet idealerweise den Kern, deckt also alle Prozesse der einzelnen Geschäftsbereichen ab. Für die vier weiteren Dimensionen der Plattform gibt es darüber hinaus etwa SAP HANA-basierte Lösungen für den Omnichannel-Ansatz, das Internet der Dinge oder Geschäftsnetzwerke. „Unsere Lösung zeigt große Überschneidungen mit der Plattform der dritten Generation“, erläutert SAP-Plattform-Experte Kaldenhoff den Zusammenhang mit dem Ansatz von IDC. Demnach entsteht eine solche Plattform vor dem Hintergrund, dass weltweit Millionen von Anwendungen, Milliarden Nutzer und Billionen Verbindungen zwischen den Geräten und Menschen entstehen. Sie integriert Social Media, ist für mobile Anwendungen gemacht, nutzt Big Data zur Analyse und macht Anwendungen über die Cloud verfügbar. Die Folge: Die Transformation diverser Industrien.

Während 2013 nur 22 Prozent der Unternehmen ihre ICT-Ausgaben der Unternehmen in Funktionalitäten einer derartigen Plattform gesteckt haben, erwartet IDC für 2020 bereits, dass mit 90 Prozent der Unternehmen fast jeder CIO in die Plattform der Zukunft investiert. Auch Gartners Forderung nach einem „system of engagement“, also der agilen neben der bewährten „Welt“, findet sich im SAP-Ansatz wieder. Schnelle Antworten und damit Agilität liefert die SAP HANA Cloud-Plattform: Kunden können damit in Eigeninitiative Lösungen um den Kern herum bauen – quasi als Satellit, um schnelle Erweiterung für den digitalen Kern zu entwickeln.

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