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Prognosen für 2017: Psychohistorik, Drones-as-a-Service, künstliche Intelligenz

11. Januar 2017 von Jacqueline Prause 2

Wird 2017 das Jahr, in dem wir Big-Data-Analysen und maschinelles Lernen zusammenführen und dadurch auf das Verhalten unseres Nachbarn schließen können? Wird sich ein größeres Mobiltelefon positiv oder negativ auf unser Bankkonto auswirken? Ist die Zeit reif dafür, dass Drohnen nicht mehr nur herumfliegen und Videos von Surfern drehen, sondern auch in Unternehmen eingesetzt werden? Und warum meiden Millennials Vororte?

Antworten auf diese Fragen wird es 2017 geben – wenn es nach den Experten geht, die in der von SAP präsentierten Internet-Radioshow Coffee Break with Game-Changers 2017 Predictions Special – Part 2 zu Gast waren. Moderatorin Bonnie D. Graham fragte 16 renommierte Experten, Akademiker und einflussreiche Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, was sie für das kommende Jahr in ihrer Kristallkugel sehen. Jeder Interviewpartner hatte zwei Minuten Zeit für seine Prognose darüber, was das Jahr 2017 für seine Branche, sein Unternehmen, die Welt oder seinen Technologiebereich bereithält.

Die Trends der kommenden Jahre: maschinelles Lernen, Drohnen, Mobile Commerce, Industrial IoT

Und hier sind die Aussagen der Experten:

1. 2017 ist das Jahr, in dem sich Isaac Asimovs Psychohistorik möglicherweise bewahrheitet. Big-Data-Analysen und maschinelles Lernen werden zusammengeführt, um die soziologisch-mathematische Wissenschaft weiterzuentwickeln. Dadurch sind wir dann in der Lage, das Verhalten großer Menschengruppen in der Gesellschaft vorherzusagen.

Timo Elliott, Vice President, Global Innovation Evangelist, SAP

Big Data und maschinelles Lernen werden zusammengeführt.

2. Die Technologie wird uns dazu zwingen, uns mehr miteinander auszutauschen. Mit Big-Data-Analysen werden unsere Gespräche noch effizienter werden. Unsere Kommunikation wird optimiert und wir können dadurch aufmerksamer und authentischer agieren. Voraussichtlich werden zunehmend mehr Menschen Führungspositionen übernehmen, sich verstärkt einbringen und ein besseres Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln.

Nance L. Schick, Esq., Anwältin und Mediatorin

3. Vor allem in der IT wird es immer weniger generische Mitarbeiterschulungen geben. Woran liegt das? Unternehmen möchten nicht länger auf standardisierte, pauschal für alle angebotene Schulungen setzen, die sich als teuer, nicht effektiv und ereignisbasiert erwiesen haben. Stattdessen werden sie sich darauf konzentrieren, Weiterbildungsmöglichkeiten für alle Mitarbeiter bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen.

Es wird mehr individuelle Mitarbeiterschulungen geben.

Mal Poulin, Senior Director von Strategy and Market Relations für ANCILE

4. Wir verfügen über hervorragende Lernalgorithmen und haben beachtliche Möglichkeiten, Daten auszuwerten. Allerdings gibt es zwei Probleme: Erstens werden die Algorithmen von Menschen geschrieben und sind deshalb – ob gewollt oder nicht – subjektiv gefärbt. Zweitens ist die Datenqualität schlecht. Ich befürchte, dass es noch ein stärkeres Gefälle geben wird, wenn wir schlechte Daten und sehr leistungsstarke, aber verzerrte Black-Box-Algorithmen kombinieren, um damit alle möglichen Entscheidungen zu treffen.

Bryan Hicks, Director für IoT Solution Management, SAP

5. Ich gehe davon aus, dass kognitive Analysen 2017 im privaten Umfeld eine Rolle spielen werden. Denn über Alexa, Cortana und Google hinaus haben wir in der Cloud mithilfe intelligenter Anwendungen Zugriff auf alle Daten. Ein Beispiel: Sie sind in einem Geschäft und möchten sich einen neuen Fernseher kaufen. Dann fragen Sie Ihr Telefon: „Kann ich mir das leisten?“ Ein intelligenter Agent wird auf Ihr Bankkonto zugreifen und Ihnen die gewünschte Information zur Verfügung stellen.

Jerry Silva, Research Director, IDC Financial Insights Global Banking

6. Wir konnten bereits beobachten, wie tiefgreifend Technologie unser Leben verändert. 2017 wird das Jahr, in dem wir auch die gesellschaftlichen Auswirkungen der Technologie spüren. Meiner Meinung nach wird sich das im Rahmen einer vernetzten Welt zeigen – mit vernetzten Fahrzeugen, Heimvernetzung, vernetzten Städten und vernetzten medizinischen Geräte. Und es werden immer mehr Aspekte unseres Lebens hinzukommen.

Die Vernetzung nimmt zu: vernetzte Fahrzeugen, Städte, medizinischen Geräte und Heimvernetzung

Sanjay Kumar, Verantwortlicher für Global Telecom Practice, Hortonworks

7. Wir müssen mit allem rechnen. Ich denke zwar, dass die Wirtschaft insgesamt weiterhin florieren wird. Trotzdem wird es jedoch zu Unsicherheiten an Stellen kommen, wo sie keiner vermutet hätte. Ob Sie nun Unternehmer oder Aktienbesitzer sind – ich kann Ihnen nur raten, Ihre Investitionen weltweit zu streuen.

Nicole Sahin, CEO, Globalization Partners

8. 2017 wird es einen neuen Makro-Tend geben, der voraussichtlich das Aus für Vororte bedeutet. Warum? Die Millennials leben lieber in Städten als in Vororten. Die Baby Boomer kommen in den Ruhestand und haben keine Verwendung mehr für ein Haus im Vorort mit vier Schlafzimmern und einem Hektar Garten mit einem Rasen, der jede Woche gemäht werden muss.

Jim Fields, Vice President, Customer Experience Marketing, SAP

9. Für den Finanzchef und seine Mitarbeiter, insbesondere im Rechnungswesen, wird die Technologie halten, was sie verspricht. Das Rechnungswesen-Team macht für den Abschluss der Rechnungsbücher jeden Monat immer noch an vier bis fünf Tagen Überstunden, um für das Unternehmen eine rückblickende Auswertung zu erstellen. Die In-Memory-Technologie wird das letztendlich ändern.

Jeff Hattendorf, COO, Macrospect Inc.

10. Das Smartphone wird zunehmend genutzt werden. Die Telefone werden größer. Sie werden Mini-Computer und sind damit ein Tool, das Kleinunternehmer 2017 wirklich unterstützen kann.

Sandi Webster, Principal, Consultants 2 Go, LLC

11. Es wird immer mehr Drohnen geben: Wir werden beobachten, dass viele Unternehmen auf Drones-as-a-Service-Modelle setzen und Drohnen uns Arbeit abnehmen werden.

Sudha Jamthe, CEO, IoT Disruptions

12. Im Vergleich zu 2016 wird Mobile Commerce 2017 über 50 Prozent zunehmen. Mobiltechnologie wird allgegenwärtig sein. Die Telefone werden größer werden. Denn je größer das Telefon ist, desto mehr Konsumenten können damit einkaufen und desto komfortabler wird ihr Leben. Größe ist für die meisten Verbraucher beim Thema Mobile eCommerce ein ausschlaggebendes Kriterium.

Mobile Commerce wird zunehmen.

Richard McCammon, CEO, Delego Software

13. Im kommenden Jahr wird in die Bereiche erweiterte und virtuelle Realität für Unternehmenszwecke investiert. Unternehmen sehen dies als eindeutige Chance. Jetzt geht es in erster Linie nur noch darum, die Fragen zu Kosten und Bedienkomfort zu klären.

Heather Ashton, Research Manager, IDC Manufacturing Insights

14. 2017 wird in Bezug auf Compliance ein hervorragendes Jahr, um das Richtige zu tun, die besten Leute an einen Tisch zu bringen, über die richtigen Dinge zu sprechen und dann den Mut zu haben, für das Richtige aufzustehen.

Fabiana Lacera-Allen, President, Ethiprax

15. Viele haben ein Untergangsszenario durch künstliche Intelligenz (KI) prophezeit. Ich bin allerdings der Meinung, dass es Menschen und KI geben wird und nicht Menschen oder Menschen und Prozesse plus Automatisierung werden Redundanzen und Selbstgefälligkeit in der Belegschaft ablösen.

Menschen und künstliche Intelligenz ergänzen sich.

John Sullivan, Director für Innovation, NA Analytics Center of Excellence, SAP

16. Das Geschäftsumfeld für das industriell genutzte Internet der Dinge (Industrial IoT) wird sich vermutlich herausbilden. Für das Industrial IoT ist ein Partnernetz notwendig, das Beratung, Technologie und Services anbietet und so die Entwicklung effektiver Lösungen für Kunden unterstützt. 2017 werden sich einige dieser Beziehungen formalisieren.

Pieter van Schalkwyk, Gründer und CEO, XMPro

(Anmerkung der Redaktion: Die hier veröffentlichten Prognosen haben wir anhand der Aussagen der Experten in der Radiosendung editiert und paraphrasiert.)

Die Aufzeichnung der vollständigen Sendung können Sie unter SAP Game-Changers 2017 Predictions – Part 2 abrufen.

SAP Game-Changers Radio 2017 Predictions weitere Radiosendungen

Welche aufschlussreichen Trends Sie und Ihr Unternehmen 2017 und darüber hinaus noch beeinflussen können, erfahren Sie in insgesamt fünf Beiträgen im Rahmen der Sendung SAP’s Game-Changers Radio 2017 Predictions Special. Die Teile 4 bis 5 werden am 11. und 18. Januar 2017 ausgestrahlt. Hier können Sie beide Sendungen live verfolgen.

Foto: Shutterstock

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