Apps von Sybase & SAP

Feature | 6. Oktober 2011 von Solenne Lafeytaud und Paul Baur 0

SAP Field Service und

Zwei neue Apps: SAP Field Services und SAP Retail Execution Mobile (Foto: SAP AG)

Was ist das Besondere an den beiden neuen Apps, die im Juni angekündigt wurden?

Raj Nathan: Die Anwendungen wurden für Branchen entwickelt, in denen wir sehr stark vertreten sind. Dazu zählen Handel, Konsumgüter- und Versorgungsindustrie. Mit den Apps helfen wir unseren wichtigen Kunden in diesen Branchen und stärken gleichzeitig unsere Stellung im Wettbewerb. Die neuen Apps zählen zu den ersten einer Serie von Anwendungen, die ich als „Heavy-Weight Applications” bezeichnen würde. Außerdem finde ich es sehr ermutigend, dass wir Ende Februar mit der Entwicklung angefangen und bereits fünf Monate später die erste Version veröffentlicht haben. Und es ist uns gelungen, dabei all unsere Standards einzuhalten. Damit haben wir bewiesen, dass wir in der Lage sind, mobile Anwendungen mit der Agilität eines Startup-Unternehmens auf den Markt zu bringen und dabei auch die Qualität eines großen Softwareherstellers zu bieten.

Mit unserer neuen Serie von Apps stellen wir unsere Backend-Geschäftsprozesse also auf mobilen Anwendungen zur Verfügung. Und wie auf der SAPPHIRE NOW angekündigt, werden wir bis Ende des Jahres ein Portfolio von 40 bis 50 Apps anbieten.

Weshalb machen ausgerechnet diese beiden Apps den Anfang?

Raj Nathan: Diese beiden Apps ordnen wir der Kategorie „Process Apps“ zu. Sie helfen mobilen Anwendern, Geschäftsprozesse neu zu gestalten, denn die Nutzer haben unterwegs bequemen Zugriff auf Echtzeitinformationen. Die erste der beiden neuen Apps unterstützt Mitarbeiter im Außendienst bei all ihren Aufgaben. Die zweite hilft Einzelhändlern, ihre Kundeninformationen und -kontakte zu verwalten.

Die App SAP Field Services richtet sich an Servicetechniker im Außendienst, insbesondere in den Branchen Versorgungsindustrie, Hightech, Maschinen- und Anlagenbau. Dies sind auch die Bereiche, in denen die SAP besonders stark vertreten ist. Dem Servicetechniker erleichtert die App die Umsetzung von Serviceleistungen beim Kunden. Allein in Nordamerika gibt es mehr als 25 Millionen Servicetechniker, die ihre Produktivität steigern könnten, wenn sie unterwegs direkten Zugang zu den SAP-Systemen hätten. Eine Produktivitätssteigerung von nur zehn Prozent hätte bereits deutliche Auswirkungen auf die Kosten und die Qualität des Service.

Die App SAP Retail Execution Mobile richtet sich an Unternehmen wie Proctor and Gamble, die Konsumgüter über Einzelhandelskanäle vertreiben. Sie hilft Konsumgüterherstellern, ihren Kunden ein bestmögliches Markenerlebnis zu bieten – mit dem richtigen Werbematerial, Preismodell und der richtigen Produktplatzierung im Regal. So schaffen die Hersteller positive Kundenerlebnisse und erhöhen nachhaltig Ihren Umsatz.

SAP Retail Execution Mobile

Für erweiterte CRM-Funktionen: SAP Retail Execution Mobile (Screenshot: SAP AG)

Weshalb konzentrieren Sie sich zuerst auf die prozessorientierten Mobilanwendungen?

Raj Nathan: Wir haben zwei Zielgruppen für unsere Apps: die Mitarbeiter unserer Kunden und Konsumenten. Für beide Gruppen entwickeln wir bereits Apps und verkaufen diese auch. Innerhalb der Mobile Applications Unit konzentrieren wir uns dieses Jahr auf Apps, die Mitarbeitern Zugang zu den Daten und der Geschäftslogik in der SAP Business Suite ermöglichen. Nächstes Jahr werden wir verbraucherorientierte Apps auf den Markt bringen, die unsere Kunden dann bei ihren eigenen Kunden einführen können. Wir bieten bereits eine Fülle von kundenorientierten Anwendungen für Mobile Commerce, Mobile CRM und Mobile-Marketing. Ob es sich nun um Anwendungen für Mitarbeiter oder Konsumenten handelt, unsere Unternehmensphilosophie lautet: Wir werden 10 bis 20 Prozent der Anwendungen selbst entwickeln und die übrigen 80 bis 90 Prozent unsere Partner. Unseren Schwerpunkt werden wir auf die Entwicklung von Anwendungen legen, die gut replizierbar sind. Unsere Partner werden die Aufgabe haben, Anwendungen zu entwickeln, die sehr viele Customizing-Anpassungen erfordern.

Wie arbeiten die Teams von SAP und Sybase bei der Auslieferung zusammen?

Raj Nathan: Die Zusammenarbeit bei der App-Entwicklung ist ein Musterbeispiel dafür, wie die Kooperation zwischen Sybase und SAP aussehen sollte. Unter Anleitung des Sybase-Managements erstellte eine Gruppe sehr talentierter SAP-Entwickler die mobilen Anwendungen auf der Sybase-Middleware-Plattform. Wir haben also nicht nur die Anwendungs- und Plattformtechnologien der beiden Unternehmen kombiniert, sondern auch die Mitarbeiter- und Managementstrukturen. So ist es uns gelungen, die „Heavy-Weight Applications” in fünf Monaten fertigzustellen.

Dies ist ein gutes Beispiel dafür, warum 1+1 bei der Zusammenarbeit 2,5 ergibt. Den größten Respekt verdienen natürlich die Mitarbeiter in den Bereichen Anwendungsentwicklung, Middleware-Plattform, Solution Management, Standards, Produktqualifikation und im Außendienst.

Die Entwicklungs-Pipeline ist zudem sehr erfreulich. Wir sind in der Lage, noch in diesem Jahr eine weitere Reihe von Anwendungen bereitzustellen. Außerdem planen wir, zahlreiche Anwendungen von unseren Partnern entwickeln zu lassen. Wenn alles nach Plan verläuft, werden wir – wie erwähnt – bis Ende des Jahres 40 bis 50 Apps auf den Markt bringen.

Doch nicht nur in der Entwicklung lief es gut. Unser Vertrieb war ebenso erfolgreich. Das Team von SAP Global Customer Operations (GCO) wird von einem Sybase-SWAT-Team untersützt, um den Markt für mobile Anwendungen zu erobern. Die Ergebnisse sind ausgezeichnet, die Vertriebs-Pipeline ist exzellent.

Wie erklären Sie die extrem starke Nachfrage nach mobilen Anwendungen?

Raj Nathan: Erstens ist die Nachfrage der Nutzer eine doppelte: Sowohl in ihrer Rolle als Mitarbeiter als auch in ihrer Rolle als Konsumenten haben sie Bedarf.

Zweitens sehen Unternehmen Mobiltechnologien als eine neue, kosteneffiziente Möglichkeit, mehr Kunden zu erreichen und ihnen ein besonderes Benutzererlebnis zu bieten. Und drittens sind sich die Unternehmen bewusst, dass sie mit den Anwendungen vieles optimieren können: von der Mitarbeiterproduktivität über die Entscheidungsprozesse bis hin zur Servicequalität der Außendienstmitarbeiter. Nicht zuletzt spricht auch unsere wachsende Pipeline für das enorme Interesse unserer Kunden.

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