Rosig-grüne Aussichten

Feature | 17. Juli 2008 von Stephan De Maria 0

Junji Yasui und Takayuki Okada von NEC Foto: SAP AG

SAP INFO: Wie sieht die Partnerschaft zwischen den Hightech-Giganten NEC und SAP konkret aus?

Junji Yasui: Wir arbeiten vor allem auf vier Geschäftsfeldern zusammen: Erstens werden wir unsere Hard- und Software in die Produkte der SAP integrieren und das Ergebnis gemeinsam vermarkten. Zweitens kooperieren wir in der Entwicklung und im Marketing von Integrationslösungen. Drittens wollen wir gemeinsam das Geschäft mit Anwendungsdiensten vorantreiben und viertens in der Fortbildung unserer Mitarbeiter, in Forschung und Entwicklung zusammenwirken.

SAP INFO: Wie setzen Sie das alles um?

Takayuki Okada: Zunächst werden wir dafür sorgen, dass die Speicherserver von NEC zu hundert Prozent mit SAP-Lösungen kompatibel sind. Wenn NEC-Software als Teil SAP-gestützter Systeme weiterverkauft wird, kümmern wir uns auch um die Sicherheit und den Betrieb solcher Verbundlösungen. Als erstes werden sie auf den Wachstumsmärkten Asiens eingeführt.

Yasui: Außerdem wollen wir mit der Enterprise SOA, SAP NetWeaver und SAP ERP neue Lösungen entwickeln, die auf heutiger Branchensoftware aufsetzen. Hier zielen wir insbesondere auf die Industrie und die Logistikbranche. Zurzeit arbeiten wir mit der SAP an fünf Lösungstypen, darunter eine Fertigungssteuerung sowie unser Produktdatensystem „Obbligato II“, das in Japan ein Verkaufsschlager ist. Daran wollen wir gemeinsam das eine oder andere verbessern.

SAP INFO: Wie wirkt sich die Partnerschaft auf Ihre Präsenz am asiatischen Markt aus?

Yasui: Mit der Software der SAP können wir überall in Asien IT-Dienste anbieten. Zuerst wollen wir diese Services in Japan, China und südostasiatischen Ländern wie Singapur einführen. Die SAP deckt dabei die Produktentwicklung, den Vertrieb und die Wartung ab. Wir steuern die zur Leistungserbringung nötige technische Infrastruktur bei. Zudem beteiligen wir uns am Verkauf der Lizenzen und bieten eine Anpassung der Services an den Bedarf des Kunden an. Auch bei der Validierung werden wir eng zusammenarbeiten.

NEC
Gegründet 1899 als Nippon Electric Company, ist NEC heute einer der größten Elektronikkonzerne der Welt. NEC verknüpft Computer-, Internet-, Breitband- und Halbleitertechnik zu maßgeschneiderten IT-Lösungen für Unternehmen zahlreicher Branchen. Mit insgesamt 150.000 Beschäftigten setzte der Konzern 2007 rund 20 Milliarden Euro um.

SAP INFO: Welche Prioritäten hat man sich bei NEC gesetzt?

Yasui: Zunächst wollen wir unseren SAP-bezogenen Vertrieb auf dem Wachstumsmarkt Asien ausbauen. Parallel dazu werden wir bis 2010 die Zahl unserer SAP-Spezialisten von 300 auf 600 erhöhen. Übrigens: NEC beschäftigt in Japan die meisten SAP-Berater.

Yasui: Einen weiteren Schwerpunkt bilden Forschung und Entwicklung. Besonders aktuell sind biometrische Verfahren sowie die konvergenten Netze der nächsten Generation. Unsere weltweite Zusammenarbeit wird die Akzeptanz dieser technischen Neuerungen im SAP-Geschäft beschleunigen. Auch in der Vermarktung werden wir uns gemeinsam engagieren. Um unsere Kunden aus verschiedenen Branchen optimal betreuen zu können, werden wir den einschlägigen Service und Support personell aufstocken.

SAP INFO: NEC hat gerade in Walldorf ein Entwicklungsbüro eröffnet. Was versprechen Sie sich davon?

Okada: Die räumliche Nähe hilft, gemeinsamen Kunden die serviceorientierte Systemarchitektur näher zu bringen und die SAP Business Suite sowie SAP NetWeaver in NEC-Produkte einzubauen. Mit der Eröffnung des Büros bekennen sich beide Seiten zur Partnerschaft.

Yasui: Nähe ist immer vorteilhaft, wenn man zusammenarbeitet. Neben Kompatibilitätstestern werden wir in Walldorf Dimensionierungsspezialisten beschäftigen, die NEC-Lösungen auf den Bedarf von SAP-Anwendern abstimmen. Darüber hinaus wollen wir unseren gemeinsamen Kunden mit Branchensoftware von NEC und unserer SAP-NetWeaver-Erfahrung beim Aufbau einer serviceorientierten Architektur helfen, die ihre unternehmerische Flexibilität erhöht.

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