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Sanergy bringt eine nachhaltige Sanitärversorgung in die städtischen Slums

Feature | 28. Mai 2015 von Judith Magyar 0

Als Bewohner der entwickelten Welt sind wir schockiert über die Bilder von armseligen, schmutzigen Hütten, in denen Millionen von Slum-Bewohnern weltweit ihre Notdurft verrichten müssen.

Für uns sind sauberes Wasser, Sanitäranlagen und Müllabfuhr eine absolute Selbstverständlichkeit. Und dennoch haben in unserer heutigen Zeit über 2,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu angemessenen sanitären Einrichtungen. Dabei sind fehlende Sanitäranlagen weltweit die zweitgrößte Ursache für Krankheiten. Unbehandelte menschliche Abfälle kontaminieren Wasser und Nahrungsmittel und haben immense Umweltschäden zur Folge.

Stolperstein oder Sprungbrett?sanity 2

Während andere einen großen Bogen um das Thema machen, setzt sich David Auerbach, Geschäftsführer von Sanergy, für ein besseres Leben der Menschen ein. Aus diesem Grunde wurde er ausgewählt, um am neuen Programm SAP Social Entrepreneur Fellowship teilzunehmen, das kürzlich beim SAP Forum in Nairobi angekündigt wurde.

David Auerbach stammt aus einer Familie von Sozialarbeitern, Lehrern und Theologen, in der soziales Engagement Tradition hat – doch sein Vater war gleichzeitig auch Geschäftsmann. David nahm sich an dieser Kombination ein Beispiel und entwickelte ein durchgängiges und integriertes Geschäftsmodell für die sanitäre Versorgung städtischer Slums. Sein Unternehmen stellt nicht nur hygienische sanitäre Anlagen bereit, sondern bietet auch ein nachhaltiges Entsorgungskonzept. Menschliche Abfälle werden gesammelt und in einer Aufbereitungsanlage zu Dünger verarbeitet, der an die Bauern vor Ort verkauft wird.

Das Schöne an dem Modell

Das Beste daran ist, dass Sanergy Arbeitsplätze schafft und gleichzeitig für eine saubere Umwelt sorgt. Das Unternehmen arbeitet mit einem Netzwerk von Fresh Life Operators – das sind Anwohner, die die sanitären Anlagen kaufen und betreiben. Als Franchisenehmer erhalten die Betreiber Schulungs- und Finanzierungsangebote und werden beim täglichen Betrieb und beim Marketing unterstützt. Gleichzeitig sind sie an den täglichen Entsorgungsservice angeschlossen. Umgekehrt kurbeln die Franchisenehmer die lokale Nachfrage an und halten die Anlagen sauber.

Die Kunden können entweder 5 Cent pro Besuch der sanitären Anlage bezahlen oder alternativ eine wöchentliche oder monatliche Gebühr entrichten. Einige Eltern kaufen auch monatliche Mitgliedschaften für Kinder, deren Schulen keine angemessenen sanitären Einrichtungen zur Verfügung stellen können. Andere Familien kaufen ein Monatsabonnement für die Fresh-Life-Toilette für die ganze Familie. Die Initiative erzielt eine enorme Wirkung: Sie schafft Arbeitsplätze, ermöglicht eine hygienische Sanitärversorgung und gibt den Menschen ein neues Gefühl von Würde.

Gesellschaftlicher Beitrag mit Hilfe von SAPSanergy-story_3

Kleine Unternehmen tragen wesentlich zur Förderung des Wirtschaftswachstums in den Schwellenländern bei, denn sie helfen, die Arbeitslosigkeit zu senken und kritische soziale Probleme zu lösen. Daher brauchen Unternehmer wie David Auerbach jede Unterstützung, die sie bekommen können!

„Das SAP Social Entrepreneur Fellowship soll den jungen Unternehmern helfen, die ersten Hürden zu bewältigen“, erklärt Nico VanExel, Global Director bei SAP Corporate Social Responsibility (SAP CSR). „Das Programm bietet Workshops, in denen die Entrepreneure ihre Firmenstrategie und ihre Führungskompetenzen weiterentwickeln können. Außerdem bietet es Networking-Möglichkeiten und den Zugang zu SAP-Experten und Führungskräften.“

 Foto: Shutterstock

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