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Sanitas Troesch: Abschied von 100 Aggregaten

Feature | 28. September 2015 von Andreas Schmitz 0

Der Proof of Concept für SAP BW powered by SAP HANA auf einem Testsystem war erfolgreich. Der erste wichtige Schritt ist getan, um SAP HANA im Hause zu etablieren.

Will sich ein Niederlassungsleiter beim Schweizer Sanitärgroß- und -einzelhändler Sanitas Troesch die Umsatzentwicklung bei einem bestimmten Kunden zusammen mit einigen wichtigen Details anschauen, braucht er Geduld. Rund zwanzig Minuten benötigt das System, um etwa zusätzlich zu dem Gesamtumsatz mit dem Kunden auch zu ermitteln, welcher Außendienstmitarbeiter den Kunden betreut, welchen Umsatz er in den letzten Monaten eingefahren hat und wie der Auftragsbestand aussieht. In einem parallel zum Produktivbetrieb aufgesetzten SAP HANA-basierten Business-Warehouse-Testsystem hingegen waren die Informationen innerhalb von 34 Sekunden auf dem Schirm.

Wenn ein Produktmanager wissen will, wie viel Umsatz eine hochwertige Armatur, eine Alterna-Badewanne oder Svizra-Küche im letzten Geschäftsjahr im Vergleich zum vorherigen gemacht hat, dauert das heute mehrere Minuten. Mit dem SAP HANA-Testsystem ist das Ergebnis in vier Sekunden da. Genauso schnell filtert es sämtliche Angebote heraus, die höher als 50.000 Schweizer Franken lagen, also 75 Mal schneller als vorher.

„Testballon für weitere SAP HANA-Projekte“ (Markus Riess, CFO von Sanitas Troesch)

„Die Mitarbeiter werden nicht mehr so lange auf ihre Ergebnisse warten müssen“, kommentiert Mirko Wagenhäuser, der für den SAP-Partner FIS als „Projektleiter SAP BW“ die Testumstellung auf SAP HANA begleitete. Den Effizienzgewinn, der sich aus dem SAP HANA-Szenario ergibt, hat allerdings noch niemand wirklich beziffert. Klar ist eins: Der erste wichtige Schritt ist getan, um die SAP HANA-Plattform im Hause zu etablieren. Schon vor dem Start des Proof of Concept (PoC) hat Sanitas Troesch-CFO Markus Riess das Projekt als „Testballon für weitere SAP HANA-Projekte“ bezeichnet. „SAP ERP powered by SAP HANA würde gerade im Zusammenhang mit der Branchenlösung FIS WWS sicher Sinn ergeben“, meint auch FIS-Stratege Wagenhäuser. In diesem Zuge dürfte auch die eine oder andere Veränderung der Prozesse angezeigt sein.

Zunächst geht es für den Züricher Mittelständler mit rund 970 Mitarbeitern und 576 Millionen Schweizer Franken Umsatz (554 Mio. Euro) darum, sich von den aktuell rund 100 Aggregaten im SAP BW zu verabschieden, die aktuell dafür sorgen, dass die nächtliche Ladezeit sehr lang dauert. Aggregate bewirken zwar eine Beschleunigung und sind ein gutes technisches Hilfsmittel, um auf einer konventionellen Datenbank einigermaßen schnell reporten zu können. „Doch durch die hohe Anzahl vielseitiger Reporting-Bedürfnisse kam es beim Laden zu Problemen, da nachts die Daten in die Aggregate hochgerollt werden müssen“, erläutert FIS-Mann Wagenhäuser. „Um das gesamte Tagesgeschäft in die operativen Systeme zu schieben, wurde die Nacht schon fast zu kurz“, stellt Controller Daniel Schubert von Sanitas Troesch fest.

Denn zu den über 300 Millionen Datensätzen kommen ständig neue hinzu. Neue Aufträge und Angebote, Bestände offener Aufträge und Angebote, abgesagte Angebote: Jede Änderung produziert einen neuen Datensatz. Und jeden Morgen muss das System auf dem aktuellen Stand sein. Aufgrund von Ladetests im Testsystem geht FIS davon aus, dass der Durchlauf in vier Stunden erledigt sein wird. „Zu einer geringeren Ladezeit tragen auch die flachere Struktur und weniger Datenfortschreibungen bei“, erläutert Berater Wagenhäuser, „die bessere Komprimierung spart zusätzlich Platz und durch die Spaltenorientierung wird die Leseperformance erhöht.“

SAP BW on HANA bei Sanitas Troesch: Proof of Concept und Migration in wenigen Monaten

Für das Proof of Concept (PoC) von SAP BW powered by SAP HANA für Sanitas Troesch benötigte SAP Partner FIS von der Detailplanung bis zur Übergabe eines parallel betriebenen BW-Systems auf SAP HANA mit produktivem Datenbestand nach eigenen Angaben nur wenige Wochen. Um den PoC durchzuführen stellte die FIS-Servicetochter FIS-ASP einen geeigneten SAP HANA-Server zur Verfügung. Die Fachabteilungen von Sanitas Troesch bekamen eine effektive Testzeit von fünf Wochen auf der Systemkopie eingeräumt.

Der nächste Schritt steht nun unmittelbar bevor, die Migration von SAP BW auf SAP HANA: „Das ist vom Aufwand her vergleichbar mit einem BW-Upgrade, verbunden mit etwas Housekeeping und ein paar Vor- und Nacharbeiten“, erläutert FIS-Mann Wagenhäuser. Innerhalb von zwei Wochen soll die produktive Umstellung über die Bühne gehen.

Dann wird das Realität im Unternehmen, was „Poweruser“ Schubert bereits im Test „erlebt“ hat – schnellere Reports und bessere Performance. Das wird Schubert noch eine Menge Anfragen bescheren: Er ist ja auch für die Weiterentwicklung des Reportings zuständig. Und mit den neuen Möglichkeiten wachsen die Begehrlichkeiten in den Fachbereichen nach weiteren, feineren Analysen und etwa nach Dashboards, die in Zukunft möglicherweise über SAP Design Studio realisiert werden.

Weitere Informationen:

Erfahren Sie mehr über SAP HANA in unseren regelmäßigen Webseminaren, auf der Informationsseite von SAP oder der Themenseite des SAP News Center.

Hintergründe zur Entwicklung und Bedeutung der In-Memory-Technologie finden Sie zudem im Buch: „The In-Memory Revolution“ von Hasso Plattner und Bernd Leukert. 

Bild: Cover des aktuellen Kundenmagazins von Sanitas Troesch, 2015

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