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Bequeme Stöckelschuhe? Bequeme Stöckelschuhe!

Feature | 28. April 2017 von Andrea Schmieden 5

Was wie ein Paradox klingt, ist für die frühere SAP-Mitarbeiterin Jacqueline Yildirim ein Geschäftsmodell, das sie gerade mit viel Energie in die Praxis umsetzt.

Jacqueline Yildirim, bei SAP bis 2016 in verschiedenen kundennahen Funktionen tätig, weiß aus eigener Erfahrung, wo der Schuh drückt: „Wenn man Kundenkontakt hat, muss man sich entsprechend kleiden. Für uns Frauen heißt das in der Regel: Kostüm und hochhackige Schuhe.“

Doch was gut aussieht, fühlt sich nicht unbedingt auch gut an, weiß Jacqueline: „Auf dem Heimweg von einer Kundenveranstaltung taten mir die Füße so weh, dass ich barfuß, mit meinen Pumps in der Hand, zum Hotel humpeln musste.“

Nach diesem Erlebnis stand für sie fest: „Das kann man besser machen. Menschen fliegen zum Mond, es gibt Operationen am offenen Herzen, dann muss es auch möglich sein, schicke und gleichzeitig bequeme Schuhe zu produzieren.“

Innovation aus der Bionik

Erst einmal versuchte sie das Problem individuell zu lösen, mit maßgefertigten Schuhen mit klassischen Dämpfungsmaterialien. Das war teuer, brachte aber keinen Erfolg.

Überzeugt, dass es eine bessere Lösung geben müsse, forschte Jacqueline weiter und fand die Lösung schließlich in der Bionik: Zusammen mit einer amerikanischen Firma für Bandscheibenimplantate entwickelte sie ein neuartiges Dämpfungsmaterial – die „Bandscheibe“ für den Schuh. „Dieses innovative Material habe ich patentieren lassen. Und das war auch der Anfang der Geschäftsidee.“


Das Alumni-Netzwerk der SAP

Was machen ehemalige SAP-Mitarbeiter heute? Man muss nur ihre LinkedIn-Profile anschauen und sieht: eine Vielzahl völlig unterschiedlicher Dinge. Sie gründen ihr eigenes Technologie-Startup, engagieren sich als soziale Unternehmer, arbeiten als Berater oder machen etwas völliges Anderes, zum Beispiel bequeme High Heels entwickeln. 


Das Kauferlebnis revolutionieren

Für Jacqueline, die in ihrer Zeit bei SAP auch Design Thinking und Business Model Innovation kennen gelernt hatte, war klar: „Wenn man wirklich erfolgreich sein will, reicht es nicht, ein besseres Produkt als der Wettbewerb anzubieten.“ Daher fokussiert sie sich nicht nur auf das Endprodukt, sondern überdenkt auch die gesamte Interaktion mit den Kundinnen: „Wenn eine Kundin heute in einem Webshop Schuhe bestellt, dauert es normalerweise ein paar Tage, bis die Lieferung kommt. Sind die Schuhe endlich da, passen sie oft nicht. Dann ist die Kundin enttäuscht und der Lieferant erhält eine Retoure. Und die sind teuer und belasten die Umwelt.“ Die Lösung: In Jacquelines Online-Shop wird die Kundin ihren Fuß scannen können. Dann erhält sie eine Auswahl der Schuhe, die ihr auch wirklich passen. „Ich will das gesamte Kauferlebnis revolutionieren.“

Nachhaltigkeit trifft Kundenbindung

Und Jacqueline denkt sogar noch einen Schritt weiter. „Ich will auch eine nachhaltige Lösung für die Verpackung.“ Ihre Schuhe werden in hochwertigen Kartons geliefert, die mit Magneten zu einem Schuhschrank kombiniert werden können – eine geniale Idee, die zudem die Kundenbindung erhöht.

Markteinführung

Derzeit werden die ersten Prototypen bereits in Italien produziert. Sie sollen Mitte des Jahres auf den Markt kommen. Auch für den Webshop läuft bereits die Planung. „Meinen Webshop und die Scanner-App würde ich gerne auf SAP HANA aufbauen.“

Kundenbedürfnisse im Mittelpunkt

Auch darüber hinaus ist Jacqueline SAP weiterhin Jacq-Several-Shoes sehr verbunden: „Ansätze wie Design Thinking, die ich bei SAP kennengelernt habe, haben mir sehr geholfen. Du musst die Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt stellen und ausgehend davon eine integrierte Lösung entwickeln. Das war und die Erfolgsstrategie der SAP und das versuche ich auch in meinem Geschäftsmodell Jacq-Several-Shoes umzusetzen.“

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