SAP Business Function Prediction 2.0

Feature | 28. Mai 2013 von Heather McIlvaine 0

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Das Tool SAP Business Function Prediction im Überblick. Es ist für Unternehmen kostenlos.

Weshalb gibt es das Tool in einer neuen Version?

An wen richtet sich das Tool?

Wie funktioniert das Tool genau?

Welche Vorteile bringt das Tool mit sich?

Weshalb gibt es das Tool in einer neuen Version?

Seit 2006 stellt die SAP Erweiterungspakete (Enhancement Packages, EHPs) bereit, mit denen die Kunden ihre Anwendungen der SAP Business Suite aktualisieren können. Im Gegensatz zu anderen Upgrades, für die oft zeitaufwendige Implementierungsprojekte erforderlich sind und die folglich nur alle paar Jahre durchgeführt werden können, können mit den EHPs ausgewählte Funktionen aktualisiert werden. Der Implementierungsaufwand hierfür ist wesentlich geringer, sodass die Aktualisierung häufiger erfolgen kann. Enhancement Packages sind kumulativ, d. h. das aktuelle EHP enthält stets auch alle Business Functions, die bereits mit den vorherigen EHPs bereitgestellt wurden. Entsprechend vergrößert sich auch der Umfang der EHPs laufend: in der aktuellen Version EHP 6 für SAP ERP 6.0 sind mehr als 600 Erweiterungen enthalten. Für die Kunden ist es daher mitunter schwierig, in der Fülle neuer Erweiterungen die Funktionen zu finden und zu aktivieren, die für ihr Unternehmen besonders relevant sind. Das Tool Business Function Prediction (BFP) soll ihnen dabei helfen.

„Wir haben festgestellt, dass die Kunden die Erweiterungspakete zwar installieren, aber Schwierigkeiten haben, die für sie relevanten neuen Funktionen zu ermitteln“, erläutert Martin Harnacke, Business Support Principal bei SAP. „Wir haben deshalb das Tool Business Function Prediction entwickelt. Damit können die Kunden einfacher die Innovationen finden, die ihnen den größten geschäftlichen Nutzen bringen.“

Das Tool ist seit Anfang 2010 über den SAP Service Marketplace verfügbar. Es analysiert die Nutzung von Transaktionen beim Kunden und erstellt auf dieser Grundlage individuelle Berichte zur Relevanz der einzelnen Business Functions. Früher mussten die Kunden ihre Nutzungsstatistik erst an SAP übertragen, damit der Bericht erstellt werden konnte – auf den sie oftmals bis zu fünf Tage warten mussten. Mit der im März 2013 veröffentlichten neuen Version BFP 2.0 können die Kunden nun innerhalb weniger Minuten eigene Berichte erstellen. Mit dem neuen Self-Service-Tool entspricht die SAP dem Wunsch der Kunden nach einer schnelleren Auswertung ihrer Nutzungsdaten und mehr Flexibilität.

An wen richtet sich das Tool?

Die Business Function Prediction richtet sich sowohl an Funktionsexperten als auch an IT-Administratoren. Meist wird die Analyse der Nutzungsraten von der zentralen IT-Abteilung durchgeführt. Anhand des Ergebnisberichts wird dann gemeinsam mit den Entscheidungsträgern bestimmt, welche neuen Funktionen aktiviert werden sollen. Viele Kunden berichten, dass dieser gemeinsame Entscheidungsprozess innerhalb des Unternehmens nun mit der neuen Version wesentlich einfacher ist.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Business Function Prediction für die Erweiterungen für alle Versionen von SAP ERP verfügbar, von der neuesten Anwendung SAP ERP 6.0 bis hin zu SAP R/3 und älteren Installationen. Die neue Version BFP 2.0 kam Ende März heraus und wurde innerhalb des ersten Monats schon von knapp 300 Kunden eingesetzt.

Wie funktioniert das Tool genau?

Mit dem neuen Self-Service-Tool kann in wenigen Schritten ein Bericht erstellt werden. Zunächst müssen Sie sich mit Ihrer S-User ID im SAP Service Marketplace anmelden und auf den Link für die Business Function Prediction klicken.

  1. Bericht anfordern: Sie können entweder einen neuen Bericht erstellen oder bereits erstellte Berichte verwalten.
  2. Wählen Sie ein System: Wenn Sie einen neuen Bericht erstellen, wird eine Liste aller ERP-Systeme angezeigt, die derzeit in ihrem Unternehmen produktiv sind. Sie können für jeweils ein ERP-System einen neuen Bericht erstellen.
  3. Voraussetzungen: Auf dieser Seite finden Sie eine genaue Beschreibung, welche Informationen für den Bericht erforderlich sind. Sie müssen sich außerdem mit den allgemeinen Bedingungen der SAP für die Nutzung des Tools einverstanden erklären.
  4. Transaktionen: Im nächsten Schritt müssen Sie eine Textdatei (.txt) mit Informationen zu den in Ihrem Unternehmen genutzten SAP-Transaktionen an SAP übermitteln. Diese Informationen lassen sich einfach aus dem betroffenen Produktivsystem exportieren. Befolgen Sie hierfür die Anweisungen des Tools.
  5. Function Set: Um den Ergebnisbericht weiter an Ihre jeweilige Systemkonfiguration anzupassen, können Sie ein branchenspezifisches Business Function Set (vormals branchenspezifisches Add-on) wie SAP Mining oder SAP Healthcare auswählen, das bereits aktiviert ist. Dadurch werden Ergebnisse, die nicht zu Ihrer Konfiguration passen, automatisch ausgeschlossen.
  6. Aktivierte BF: Sie können auch Business Functions auswählen, die Sie bereits aktiviert haben, damit die Aktivierung dieser Funktionen nicht erneut empfohlen wird.
  7. Industrie: Im letzten Schritt geben Sie an, welche Branchenfunktionen für Sie von Interesse sind.

Nach weniger als fünf Minuten können Sie Ihren Bericht online anzeigen, herunterladen und auf Ihrem lokalen System speichern. Sie können den Bericht außerdem per E-Mail an Kollegen senden. Der Bericht zeigt nicht nur eine Liste der Erweiterungen an, die für die in Ihrem Unternehmen derzeit genutzten Funktionen verfügbar sind, sondern gibt auf der Grundlage Ihrer Nutzungsraten auch Aufschluss darüber, wie relevant die einzelnen Erweiterungen für Sie sind. Wenn Sie beispielsweise häufig Prozesse für die Materialbedarfsplanung nutzen, wird die Relevanz der entsprechenden Erweiterungen mit 82 % beziffert. Sie können außerdem die Beliebtheit einzelner Funktionen anzeigen (d. h. wie viele andere Kunden diese Funktionen nutzen) und Release-Informationen sowie andere Dokumente und Präsentationen für einzelne Erweiterungen abrufen. Mithilfe von Filterfunktionen können Sie die vorgeschlagenen Erweiterungen nach EHP und Geschäftsbereich anzeigen lassen.

Welche Vorteile bringt das Tool mit sich?

Der wesentliche Vorteil der Business Function Prediction besteht darin, dass Sie unter mehreren Hundert Erweiterungen schnell und einfach diejenigen ermitteln können, die für Ihr Unternehmen relevant sind. Ihre IT-Abteilung verfügt damit über eine Ausgangsbasis für weitere Gespräche mit den Entscheidungsträgern aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen, um zu bestimmen, welche neuen Funktionen aktiviert werden sollen. Auf diese Weise können Unternehmen ihre SAP-ERP-Systeme regelmäßig aktualisieren, ohne hierfür langwierige Upgrade-Projekte in Angriff nehmen zu müssen.

BFP 2.0 ist schneller, einfacher und intelligenter als die Vorgängerversion und bietet damit zusätzlichen Mehrwert für die Kunden. Das neue Self-Service-Konzept ermöglicht es Kunden, innerhalb weniger Minuten eigene Berichte zu erstellen. Sie profitieren außerdem von mehr Flexibilität, da sie die Ergebnisse innerhalb des Unternehmens austauschen und damit schneller Entscheidungen über die Implementierung neuer Funktionen treffen können.

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