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Datawarehouse: Die SAP-BW-Strategie

30. Januar 2017 von Andreas Schmitz 86

„Die großen Business-Warehouse-Innovationen werden in SAP BW/4HANA passieren“, sagt der SAP-BW-Experte Lars Jakob. Was Sie über die modernste Data Warehouse-Applikation von SAP wissen sollten.

1. Innovationen auf SAP BW/4HANA konzentrieren

Aktuell sind die Unterschiede zwischen der letzten SAP BW-Version 7.5 und dem als „Data Warehouse-Applikation der nächsten Generation“ bezeichneten SAP BW/4HANA noch gar nicht so groß. „Wer konsequent das neue Datenmodell einsetzt, wird derzeit noch vergleichbare Vereinfachungen und Performanceverbesserungen realisieren können“, sagt Lars Jakob, Solution Advisor in der Digital Enterprise Platform Group der SAP und seit mehr als zehn Jahren mit dem Business Development des Data Warehouse von SAP beschäftigt. Doch mit jedem neuen Service Package Stack für SAP BW/4HANA (aktuell SPS 01, für Q1/2017 ist SPS 02 geplant) entwickeln sich das Datenmodell und das User Interface kontinuierlich weiter – und schaffen neue Vereinfachungen. „Über SAP BW/4HANA ist es Unternehmen möglich, sich strategisch und perspektivisch weiterzuentwickeln und davon mittelfristig stark zu profitieren“, ist Jakob überzeugt, denn die Neuerungen gehen in SAP BW/4HANA ein.

2. Data Lake: Unternehmen fit machen für Big Data

Der Fokus der Unternehmen liegt auf der Single Source of Truth, einer „Zentrale“, in der alle wichtigen Daten eines Unternehmens zusammenfließen. Derzeit stehen Unternehmen häufig noch vor der Herausforderung, multi-strukturierte Informationen aus diversen Quellen an einem Ort zusammenführen zu können und analysierbar zu machen. Diese riesigen Mengen an Daten befinden sich in den Unternehmen heute oft über Open-Source und No-SQL-Architekturen wie Hadoop in so genannten Data Lakes, können allerdings nur sehr schwer in den Unternehmenskontext gebracht werden“, erläutert SAP-Experte Jakob. Abhilfe schafft SAP BW/4HANA, denn nun wird es beispielsweise möglich, „flexibel SQL-basierte Ansätze zu fahren“ (Jakob). Komplexe Datenflüsse werden automatisiert, SQL, DB2 und beliebige andere Datenbanken mit eingebunden. Es entsteht ein „logisches und virtuelles Data Warehouse“. „Ein Big-Data-Quellsystem hilft dabei, Big-Data- und Data-Lake-Szenarien zukünftig noch enger mit den relationalen Datenmodellen im Data Warehouse zu verbinden“, eröffnet Jakob einen Blick in die Zukunft, „die Offenheit gegenüber allen Datenquellen und Datenvolumen (Big Data) steht dabei strategisch im Mittelpunkt.“ Sowohl der Datenfluss bzw. die Datenintegration über so genannte Staging-Prozesse als auch der direkte Zugriff und die Verarbeitung von Anfragen in Hadoop sind geplant.

Ein Big-Data-Quellsystem hilft dabei, Big-Data- und Data-Lake-Szenarien zukünftig noch enger mit den relationalen Datenmodellen im Data Warehouse zu verbinden.

3. Migration: In drei Schritten zu SAP BW/4HANA kommen

„Immer mehr Unternehmen werden das vereinfachte neue Datenmodell einsetzen“, prognostiziert Jakob. Doch bedeutet das nicht gleichzeitig, dass SAP BW/4HANA in einem Zug eingeführt werden muss. Viele Unternehmen haben noch SAP BW auf verschiedenen Release-Ständen im Einsatz. Seit SAP BW in Version 7.3 besteht für die Unternehmen die Möglichkeit, SAP HANA als Datenbank – „powered by SAP HANA“ – zu nutzen. Das Datenmodell von SAP BW 7.5 powered by SAP HANA ist das aktuellste aus dem „SAP-BW-Bestand“, wie Jakob diese Versionen nennt, seit SAP BW/4HANA auf dem Markt ist. Für die Strategie von SAP bedeutet das, dass künftig „große Innovationen in SAP BW/4HANA passieren und nur noch hier und da in vorherigen Versionen“, so Jakob. Sein Tipp in 3 Schritten:

SAP HANA über SAP BW powered by SAP HANA als Datenplattform einsetzen (I.).

Auf SAP BW 7.5 migrieren und die bestehenden Datenmodelle anpassen, um „SAP-BW/4HANA-ready“ zu werden. Diese beiden Schritte können auch Tool-unterstützt gemeinsam erfolgen (II.).

Auf SAP BW/4HANA wechseln, das SAP HANA als Datenbank beinhaltet, aber offen konzipiert wurde, also die Integration von Daten aus SQL-basierten Data Warehouse Ansätzen möglich macht, um strategische Vorteile zu nutzen (III.).

4. Analytics: Echtzeitanalysen für Jedermann möglich machen

Mitarbeiter aus Fachbereichen wünschen sich schon lange, möglichst autonom und ohne Unterstützung durch IT-Kollegen Entwicklungen analysieren zu können. „Möglich wird das dadurch, dass keine Voraggregationen von Daten mehr nötig sind und weniger Schichten geladen werden müssen“, erläutert Jakob, „das sind ideale Voraussetzungen dafür, Fragen aus dem täglichen Geschäft beantworten zu können“. Der Endnutzer kann nun bereits Daten auf „unterster Granularitätsebene“ in „Echtzeit“ analysieren. „Jeglicher Anpassungsaufwand durch die IT fällt weg, da nun bei neuen Fragestellungen keine Daten mehr fehlen“, erläutert Jakob. Intuitive Analysetools wie SAP BusinessObjects Lumira und die Cloud-basierte Anwendung SAP BusinessObjects Cloud sind in SAP BW/4HANA integrierbar – das ist letztlich der letzte wichtige Baustein, um per Self-Service Analysen auf Anforderung zu bewältigen.

5. Konvertierung: Über Werkzeuge den Weg zum neuen Datenmodell automatisieren

Die größte Herausforderung, vor der Unternehmen beim Wechsel auf SAP BW/4HANA stehen, ist das neue Datenmodell, auf dem die Anwendung beruht. „Wenn es nicht umgestellt wird, kann man auch nicht alle Vorteile, die sich durch SAP BW/4HANA ergeben, nutzen“, meint SAP-Experte Jakob. So verschenken schon einige Kunden, die aktuell SAP BW im Einsatz haben, ein Teil des Potenzials an Performanceverbesserungen. Um den Einsatz des neuen Datenmodells zu vereinfachen, bietet SAP diverse Werkzeuge an, die bestehende Objekte konvertieren, SAP-HANA-optimierte Objekte automatisch generieren sowie Datenflüsse auf SAP-BW/4HANA-optimierte Quellsystemtypen konvertieren. Großteils geschieht das bereits automatisch: „Es ist oft nicht einmal mehr nötig, neu zu modellieren“, sagt Jakob, der weiß, dass die Entwickler von SAP großen Wert darauf legen, den manuellen Anpassungsbedarf durch eine möglichst hohe Automatisierung gering zu halten.

6. Cloud-Strategie: SAP BW/4HANA aus der Private Cloud

Traditionell sind Datawarehouse-Lösungen in Unternehmen eher „on premise“ im Einsatz. Dennoch gibt es drei Cloud-Wege zu SAP BW/4HANA – über die SAP HANA Enterprise Cloud im Rahmen eines Private-Managed-Cloud-Angebots von SAP, über die Amazon Web Services sowie Microsoft Azure. Anders als bei SAP S/4HANA ist derzeit nicht geplant, SAP BW/4HANA über die „Public Cloud“ zu beziehen.

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