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SAP Cloud als Treiber für digitale Innovation

Feature | 19. Dezember 2017 von Andreas Schmitz 266

Unternehmen werden 2018 erstmals mehr Geld in die Cloud als in On-Premise-Systeme investieren. Voraussetzung für das Gelingen einer Cloud-Strategie in Unternehmen: Ein stabiler ERP-Kern und eine flexible Cloud-Plattform.

Wenn Ramin Mirza aufsteht, wünscht er Alexa, seiner digitalen Assistentin, gleich einen guten Morgen. Kurz darauf stellt sich die Heizung an, die Rollläden fahren hoch und das Radio springt an. Die elektronische Begleiterin des Head of Cloud Business Group von SAP Deutschland ist ausgezeichnet vernetzt und eine einfache Sprachnachricht reicht aus, um schnell und effizient zwischen diversen Geräten in Mirzas Smart Home zu vermitteln, seinem intelligenten Zuhause. „Wir haben uns schon an so viele mobile Dienste aus der Cloud gewöhnt, dass wir die Cloud gar nicht mehr wahrnehmen“, sagt Mirza.

„Die Cloud ist im Unternehmensalltag angekommen”, Ramin Mirza, Head of Cloud Business Group SAP Deutschland

Doch sind es längst nicht mehr nur Lösungen für Konsumenten, die ihre Daten per Dropbox verschicken, soziale Plattformen nutzen oder ihr Zuhause vernetzen. Auch Unternehmen haben ihre anfängliche Zurückhaltung gegenüber Cloud-Anwendungen inzwischen aufgegeben. Denn für Unternehmen haben Cloud-Anwendungen diverse Vorteile. Sie müssen sich nicht mehr mit Softwareaktualisierungen oder Serververwaltung beschäftigen, zahlen nur jene Leistungen, die genutzt werden und buchen bei Bedarf schnell zusätzliche Kapazitäten hinzu, ohne an technische Grenzen zu stoßen. Schon Anfang des Jahres zeigte der Cloud-Monitor von Bitkom und KPMG, dass die große Mehrheit der Großunternehmen, der Mittelständler und sogar kleiner Unternehmen in Deutschland keine Vorbehalte mehr gegenüber der Cloud haben. 151 Milliarden Euro werden Unternehmen nach aktuellen Prognosen von Marktforscher Forrester im Jahr 2018 weltweit für Cloud-Services ausgeben, 22 Prozent mehr als im laufenden Jahr. Und erstmals werden die CIOs 60 Prozent mehr Geld für Cloud-Lösungen ausgeben als für selbst betriebene On-Premise-Systeme, so IDC. „Die Cloud ist im Unternehmensalltag angekommen“, kommentiert Mirza.

Auch bei SAP setzen immer mehr Kunden auf die Cloud. Dessen Umsatz kletterte im dritten Quartal 2017 um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf nun 937 Millionen Euro. 22 Prozent mehr Umsätze durch Cloud-Subskriptionen und Support, 15 Prozent mehr Auftragseingänge für das Cloud-Geschäft und entsprechende Softwarelizenzen und 14 Prozent mehr Buchungen für Cloud-Systeme registrierte der Walldorfer Konzern gegenüber dem Vergleichsquartal im Vorjahr. „Die Cloud ist der Treiber schlechthin für Innovationen im digitalen Zeitalter“, so Mirza, der in SAP viel mehr einen Innovationspartner für Unternehmen sieht als einen Softwarehersteller. In Cloud-Lösungen – das sehen nicht nur die Experten von SAP so – liegt die Chance, das Unternehmen agiler und flexibler machen zu können. Nach Erfahrung von Mirza fordern besonders die Fachbereiche von der IT, schneller ihre Ideen umzusetzen. „Wenn ein Vertriebsvorstand über soziale Medien Trends analysieren will, ist es nötig, dass neue Anwendungen agil entstehen können, dass sie sicher sind und einfach integriert werden können“, erläutert Mirza.

Digitaler Kern und flexible Cloud-Plattform schaffen Stabilität und Agilität

Im Mittelpunkt der IT-Systeme steht der digitale Kern, der etablierte Prozesse wie etwa die Finanzen, das Kundenmanagement, die Fertigung oder die Logistik abbildet und effizient, stabil und intelligent laufen muss. „Die digitale Transformation zwingt Unternehmen jedoch dazu, neue Innovationen schnell und agil umsetzen zu können“, erläutert SAP-Manager Mirza. Das geschieht optimal in der Cloud. Cloud-Anwendungen können bei Bedarf auf relevante Informationen aus dem digitalen Kern effizient zugreifen, angereichert und verarbeitet werden. Die ideale Softwarepaarung besteht für Mirza aus SAP S/4HANA als digitalem Kern und der SAP Cloud Platform als flexible Cloud-Plattform, auf der unter anderem auch SAP Leonardo aufsetzt. Das sogenannte „Digital Innovation System“ SAP Leonardo hatte SAP im Mai 2017 vorgestellt. Es ist ein Portfolio, das Anwendungen und Microservices für das Internet der Dinge, maschinelles Lernen, Blockchain sowie Analytik und Big-Data-Analysen bereitstellt. „Es basiert auf unserer SAP Cloud Platform und ist ein zentraler Baustein, um standardnah Anwendungen und Innovationen weiter zu entwickeln“, erklärt Mirza. Vorinstallierte Anwendungen lassen sich integrieren, bestehende erweitern und komplett neue Lösungen schaffen – egal ob SAP-Lösungen wie SAP S/4HANA oder Nicht-SAP-Lösungen als ERP im Unternehmen im Einsatz sind.

„Viele neue Anwendungen sind denkbar und die meisten werden erst noch entstehen“, ist sich Mirza sicher. Maschinenhersteller nutzen beispielsweise Sensordaten und das Internet der Dinge, um über Analysen in der Cloud Hinweise für notwendige Wartungen oder Reparaturen zu bekommen. Um herauszufinden, wie neue Produkte im Markt ankommen, analysieren Hersteller mit Hilfe von maschinellem Lernen das Feedback von Kunden in sozialen Medien. Es ist technisch bereits möglich, Transaktionen im öffentlichen Sektor oder der Logistik über Blockchain abzusichern. Nur regulatorische Hürden bremsen derzeit noch dessen Einsatz.

Bei Ramin Mirza ist die Cloud längst Realität – im Geschäftsleben wie privat. Und klar ist auch: Alexa geht – wie die 24 Stunden verfügbare Cloud im Unternehmen – nie schlafen. Es ist also egal, ob sich der Manager um 10 Uhr abends oder erst um zwei Uhr morgens ins Bett legt. Ein „Gute Nacht“ an Alexa genügt und die Rollläden fahren runter, das Radio wird still und die Heizung wird ausgestellt.

Foto: Ramin Mirza, Mitglied der Geschäftsleitung SAP Deutschland SE & Co. KG, verantwortet seit Anfang November 2017 das Cloudgeschäft der SAP Deutschland und sieht SAP als Innovationspartner für die erfolgreiche digitale Transformation von Unternehmen.

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