Wenn der DFB mit der SAP …

Feature | 13. November 2013 von Lynda Seger und Andre Jörns 0

Foto: SAP

DFB-Manager und SAP-Markenbotschafter Oliver Bierhoff (links) mit SAP-Vorstand Gerd Oswald. Foto: SAP

Sechs Fernsehteams, rund 20 Radio-, Online- und Printjournalisten, an die 300 interessierte Trainer und Manager von Sportvereinen und Verbänden vor Ort: Mit dem SAP-Forum für die Sport- und Entertainmentbranche Anfang November in Sinsheim landete die SAP ganz offensichtlich einen Volltreffer. Im Stadion des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim sowie in dessen Nachwuchsleistungszentrum demonstrierte die SAP, wie sich der Sport auf- und außerhalb des Spielfeldes mithilfe von leistungsstarker Software weiterentwickelt. SAP-Kollegen und Vertreter von Vereinen und Sportorganisationen zeigten, wie sich die Leistungen der Sportler und das Scouting verbessern und die Umsätze durch optimiertes Ticketing und Merchandising sowie durch eine engere Bindung der Fans an die Vereine steigern lassen.

Zunächst aber erläuterte SAP-Mitgründer Dietmar Hopp die Philosophie der TSG Hoffenheim, der er seit 60 Jahren angehört und die bei ihrem Aufstieg von der Kreis- in die Bundesliga stets auch einen Schwerpunkt auf die Jugendarbeit gelegt hat – und dies weiterhin mit großem Engagement tut. Über den Sport ließen sich bei Kindern und Jugendlichen grundlegende Werte vermitteln, so Hopp, der sich als ersten „Profifußballer“ in Hoffenheim bezeichnete. Schließlich habe er damals als Spieler für jedes Tor eine Dose Leberwurst von einem Landwirt im Ort bekommen.

Dietmar Hopp: Damals die Leberwurst, jetzt Google Glass

Dass der Sport längst „Big Business“ ist, machten SAP-Vorstand Gerd Oswald und Bernd Leukert aus dem Global Managing Board der SAP deutlich. Das „Spielfeld“ verändere sich, so Leukert. Die Vereine müssten sich im globalisierten Sport immer mehr professionalisieren, die Anforderungen hinsichtlich finanziellem Fairplay und Rentabilität stiegen genauso wie die Wünsche der Fans nach engerer Bindung an die Clubs über soziale Medien.

Die neue Lösung der SAP für die Sport- und Unterhaltungsbranche – übrigens die 25. Branchenlösung der SAP – decke nun auf Basis von SAP HANA alle Anforderungen an die Vereine in einer ganzheitlichen Sicht ab. SAP-Kollege Fadi Naoum demonstrierte, wie zum Beispiel die Fans in einem mobilen Webshop in Zukunft nicht nur Tickets kaufen, sondern auch den dazugehörigen Parkplatz reservieren und Fanartikel (bei Regen wird das Regencape statt des Trikots angeboten) bestellen können. Es gehe darum, die Fans zu begeistern und neue Mitglieder und Anhänger zu gewinnen, um letztlich auch die Umsätze für den Verein zu erhöhen.

Auf die Bedeutung der Partner und Sponsoren für den Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wies deren Manager und neue SAP-Markenbotschafter Oliver Bierhoff hin. „Die Nationalmannschaft ist nur so gut wie ihre Partner“, sagte Bierhoff und berichtete, wie die Nationalmannschaft seit 2004 verstärkt auf Technologie setze, um Trainingsmethoden, Spielanalyse und Scouting zu verbessern. Mit SAP habe der deutsche Fußball-Bund einen Partner gefunden, der von den ersten Gesprächen an intensiv zugehört und dann mitgeholfen habe, die Herausforderungen der Nationalmannschaft anzupacken.

DFB-Manager Oliver Bierhoff: Mit SAP HANA Trainingsmethoden, Spielanalysen und Scouting verbessern

Am Nachmittag teilte sich das Publikum auf, um die Themen des Vormittags zu vertiefen: Im Nachwuchszentrum der TSG 1899 Hoffenheim in Zuzenhausen ging es um die Leistungssteigerung der Athleten, in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim um die betriebswirtschaftlichen Aspekte der Software für Sport und Entertainment.

Der Fußball ist in den letzten Jahren schneller und taktisch versierter geworden. Genaue Leistungsdiagnosen über die Spieler werden somit immer wichtiger für den Erfolg einer Mannschaft. Bei diesem Prozess fallen allerdings sehr große Datenmengen an, die analysiert werden müssen. Die In-Memory-Datenbank SAP HANA ermöglicht die Analyse dieser Daten in Echtzeit und wird künftig auch im Sport eine größere Rolle spielen, wie in Zuzenhausen deutlich wurde. Hierzu arbeitet die SAP mit zwei Partnern zusammen: dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS,  das mit der funkbasierten Ortungstechnologie RedFIR eine genaue Leistungsanalyse der Spieler ermöglicht, und dem Spiele-Entwickler Crytek, der mit der CryEngine für die Visualisierung der Daten zuständig ist.

Das Pilotprojekt läuft derzeit bei der U19-Nachwuchsmannschaft der Hoffenheimer, die die neuen Technologien schon im täglichen Training einsetzt. Im Zusammenspiel von SAP HANA, RedFIR und der CryEngine eröffnen sich dem Fußball vielfältige neue technologische Möglichkeiten. Die Spieler und auch der Ball werden mit mehreren Sensoren ausgestattet. Durch RedFIR kann man jede Bewegung der Spieler und des Balles in jeder Sekunde genau erfassen. Durch die CryEngine wird die Visualisierung in 2D- oder 3D-Darstellungen ermöglicht. SAP HANA ist für die Echtzeitaktualisierung der erfassten Datenmengen zuständig.  „Das Ziel ist, die Mannschaft als Ganzes besser zu machen, in allen Details. Der olympische Gedanke ist zwar schön und gut, aber unsere Maxime ist es, das Beste herauszuholen“, wie Nicolas Jungkind vom globalen Marketing der SAP verdeutlicht.

„SAP HANA vereinfacht uns den Alltag enorm“ (1899-Athletiktrainer Kai Kraft)

Neben der genauen Leistungsdiagnostik der Spielerentwicklung ermöglicht SAP den Trainern mit einer mobilen Lösung im so genannten „1899 Portal“ auch den schnellen Zugriff auf Daten wie Trainingsplan oder elektronische Krankenakte. Dabei können die Verantwortlichen mit mobilen Geräten auf die Daten einzelner Spieler oder der gesamten Mannschaft zugreifen, um sie miteinander zu vergleichen. So bekommen die Trainer schnell einen Überblick über relevante Werte wie Laufwege, Schnelligkeit oder Abschlussstärke. „SAP HANA vereinfacht uns als Trainerteam den Alltag enorm“, so 1899-Athletiktrainer Kai Kraft.

Weitere Informationen zur Adhoc-Analyse am Spielfeldrand auch im Video.

Tags: , ,

Leave a Reply