SAP erläutert Einfluß der Umstellung der Rechnungslegung auf US-GAAP

Pressemitteilung | 21. April 1999 von SAP News 0

WalldorfDer heute separat veröffentlichte Zwischenbericht der SAP AG zum 1. Quartal berücksichtigt erstmals die vorgenommenen Änderungen in der Rechnungslegung und im Berichtswesen des Konzerns. Diese Änderungen sind von nun an auch für alle zukünftigen Zwischenberichte gültig.

  • Umstellung der Rechnungslegung nach HGB (Deutsches Handelsgesetzbuch) auf US-GAAP (US Generally Accepted Accounting Principles)
  • Änderung der Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung vom Gesamtkostenverfahren (“Period Accounting”) auf das Umsatzkostenverfahren (“Cost of Sales”)
  • Wechsel der Berichtswährung von D-Mark auf Euro

“Wir sind sehr zufrieden mit dem reibungslosen Übergang von HGB auf US-GAAP und dem gleichzeitigen Wechsel der Berichtswährung. Diese Änderungen haben wir in einer außergewöhnlich kurzen Zeit mit einem hochmotivierten Team und mit Hilfe unserer Softwaresysteme bewerkstelligt”, sagt Dieter Matheis, Kaufmännischer Leiter der SAP AG. “Die Änderungen werden die Vergleichbarkeit unserer Ergebnisse mit denen anderer Unternehmen in unserer Branche erleichtern.”

Die nachfolgenden Quartalsberichte für 1998 wurden rückwirkend an US-GAAP angepaßt.

Gewinn- und Verlustrechnung 1998
SAP Konzern (in Mio. EUR)

  1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. 1998
Produkterlöse 575 726 626 793 2.720
Beratungserlöse 209 262 287 364 1.122
Schulungserlöse 92 107 109 104 412
Serviceerlöse 301 369 396 468 1.534
Sonstige Erlöse 6 19 25 12 62
Umsatzerlöse 882 1.114 1.047 1.273 4.316
 
Kosten Produkt -77 -79 -89 -124 -369
Kosten Service -263 -305 -312 -376 -1.256
Forschungs- und Entwicklungskosten -108 -152 -143 -170 -573
Vertriebs- und Marketingkosten -204 -265 -245 -251 -965
Allgemeine Verwaltungskosten -48 -53 -53 -54 -208
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge -12 -4 -3 -25 -44
Summe Kosten -712 -858 -845 -1.000 -3.415
 
Ergebnis der gewöhnlichen Betriebstätigkeit 170 256 202 273 901
 
Sonstige Aufwendungen und Erträge 0 7 16 -7 16
Finanzergebnis 3 5 3 3 14
Ergebnis vor Ertragsteuern 173 268 221 269 931
 
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -75 -116 -96 -117 -404
Jahresüberschuß 98 152 125 152 527

Gewinn- und Verlustrechnung 1. Quartal 1999
SAP Konzern (in Mio. EUR)

  1. Q. 1999 1. Q. 1998 Veränd.
Produkterlöse 615 575 7%
Beratungserlöse 343 209 65%
Schulungserlöse 110 92 19%
Serviceerlöse 453 301 50%
Sonstige Erlöse 8 6 43%
Umsatzerlöse 1.076 882 22%
 
Kosten Produkt -96 -77 25%
Kosten Service -389 -263 48%
Forschungs- und Entwicklungskosten -138 -108 28%
Vertriebs- und Marketingkosten -225 -204 10%
Allgemeine Verwaltungskosten -42 -48 -12%
Sonstige betrieblichen Aufwendungen und Erträge -12 -12 0%
Summe Kosten -902 -712 27%
 
Ergebnis der gewöhnlichen Betriebstätigkeit 174 170 2%
 
Sonstige Aufwendungen und Erträge -6 0 n.a.
Finanzergebnis 4 3 20%
Ergebnis vor Ertragsteuern 172 173 -1%
 
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -74 -75 -1%
Jahresüberschuß 98 98 0%
 
 
DSO (in Tagen) 108 100

Regionale Umsatzverteilung (in Mio. EUR)
SAP Konzern

Gesamtumsatz 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal 1998
EMEA 390 531 448 553 1.921
Amerika 394 478 516 609 1.998
APA 99 105 83 111 397
Summe Gruppe 882 1.114 1.047 1.273 4.316
 
Gesamtumsatz 1. Q. 99 1. Q. 98 Veränd. %
EMEA 529 390 36
Amerika 448 394 14
APA 99 99 0
Summe Gruppe 1.076 882 22

Einfluß der Anpassungen an US-GAAP

Umsatzabgrenzungen
Gemäß der Realisierung von Softwareumsätzen nach US-GAAP (“SOP 97-2”) müssen bestimmte Lizenzumsätze gegenüber nachfolgenden Quartalen entweder wegen verlängerter Zahlungsziele, aufsteigender Wartungsgebührensätze und/oder von Standardkonditionen abweichender Wartungsgebührensätze abgegrenzt werden.

Im 1. Quartal 1999 hatte die Richtlinie “SOP 97-2” einen positiven Effekt auf den Produktumsatz in Höhe von rund 40 Mio. EUR aufgrund des höher als erwartet ausgefallenen Rückgangs der Umsatzabgrenzung. Dies ist auf Änderungen des Beginns der Wartungszeit, auf die Verkürzung der Zahlungsziele sowie auf den gestiegenen Anteil des Softwareumsatzes mit bestehenden Kunden, für die bereits die Standardwartungskonditionen gelten, zurückzuführen.

Aufgrund der Saisonalität des Softwaregeschäfts der SAP führte die Anwendung dieser Rechnungslegungsrichtlinie zu bedeutenden Unterschieden zwischen HGB und US-GAAP bezogen auf die einzelnen Quartale 1998. Gleichwohl sind sie bezogen auf das Gesamtjahr relativ gering.

Behandlung von Gewinnen/Verlusten aus Kurssicherungsgeschäften
Im 1. Quartal 1999 hat die SAP neue Rechnungslegungsstandards für die Behandlung von Kurssicherungsgeschäften angewendet (“SFAS 133”). Dies hat dazu geführt, daß Fremdwährungsverluste aus Kurssicherungsgeschäften in Höhe von ungefähr 18 Mio. EUR mit dem Eigenkapital verrechnet wurden. Vor Anwendung von “SFAS 133” wären diese Verluste in die Kosten eingegangen und sind dementsprechend in dem ursprünglichen Ausblick des Vorstands auf das Quartal als solche berücksichtigt worden. Der Vorstand geht nicht davon aus, daß die Anwendung von “SFAS 133” einen bedeutenden Einfluß auf das Jahresergebnis haben wird.

Auflösung der Rückstellungen für STAR
Aufgrund des Kursverlustes der SAP-Vorzugsaktie sind die für das Mitarbeiterbonusprogramm STAR 1998 (“Stock Appreciation Rights”) gebildeten Rückstellungen im 1. Quartal 1999 zum Teil aufgelöst worden. Dies hatte einen positiven Effekt auf das Ergebnis vor Steuern in Höhe von rund 15,5 Mio. EUR zur Folge. Im 2. Quartal 1999 wird die SAP ein neues STAR-Programm (STAR 1999) einführen. Konsequenterweise werden dafür erforderliche Rückstellungen im weiteren Jahresverlauf gebildet, die das Ergebnis für den Rest des Jahres negativ beeinflussen könnten.

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