SAP ERP HCM bei Loadstar

Feature | 13. August 2008 von Christoph Zeidler 0

So habe ich schon lange nicht mehr geschwitzt. Andererseits, wen wundert’s, schließlich ist Sri Lanka für sein feuchtwarmes Klima berüchtigt. Und in der Fabrikhalle, in der ich gerade stehe, herrscht, was der Reiseführer verspricht: feuchte, klebrige Schwüle! Irgendwie ist es hier drin noch heißer als draußen.

Um mich herum dampft, zischt und lärmt es, Maschinen pressen unter hohem Druck Gummimischungen in Form, es stinkt nach Reifen und Öl, Arbeiter laufen durch die Gänge, bedienen die Aggregate und taxieren mich bleichen, schwitzenden Sonderling, wie ich alles staunend in Augenschein nehme, Gummi anfasse und Reifen umherrolle – stets darauf bedacht, fleckenfrei zu bleiben.

Das alles zeigt mir eindringlich, dass Reifenproduktion kein Zuckerschlecken ist. Das bestätigt mir kurz darauf auch Loadstar-Chairman Nihal Jinasena, in dessen Büro ich ein Glas Wasser runterstürze. „Der Wettbewerb auf dem Reifenmarkt ist hart und wird insbesondere durch die neue Konkurrenz aus China noch viel härter“, sagt der promovierte Wirtschaftswissenschaftler. „Gerade als Marktführer für Vollgummireifen müssen wir anderen immer einen Schritt voraus sein, mit neuen Ideen, hochwertigen Produkten, hoher Effizienz und Flexibilität.“

Best Practices für die Besten

Loadstar

Das Unternehmen mit Sitz in Colombo, der Hauptstadt von Sri Lanka, wurde 1984 in das Joint-Venture zwischen der Jinasena Group und Solideal in Belgien eingegliedert. Heute ist der Konzern einer der weltweit größten Reifenhersteller – spezialisiert auf hochwertige pneumatische Reifen, Gummilaufbänder für industrielle Zwecke und Vollelastikräder, bei denen die Sri Lanker Weltmarktführer sind. Die Gruppe beliefert Kunden rund um den Globus, und Loadstar fertigt täglich 6.500 Reifen für Baumaschinenhersteller wie Caterpillar, John Deere, Komatsu und Fiat.

Bisher ist das Loadstar gelungen: Mit 7.000 Mitarbeitern, vier Produktionsstätten in Sri Lanka, einem Forschungs- und Entwicklungszentrum in Belgien und Vertriebsbüros in über 60 Ländern erzielt das Unternehmen jährliche Wachstumsraten um 25 Prozent und zuletzt einen Jahresumsatz von 300 Millionen US-Dollar. Stolze 26 Prozent Marktanteil machen die Asiaten zum Weltmarktführer für Vollelastikräder.

Damit das nicht nur so bleibt, sondern weiter ausgebaut werden kann, hat sich das Unternehmen für die SAP entschieden. Bereits 2005 wurden die auf Infor, Sideline und Microsoft Access basierenden Altsysteme durch SAP ERP ersetzt, das man in nur sieben Monaten implementierte. „Wir nutzten unterschiedliche Systeme in den einzelnen Bereichen, die weder miteinander vernetzt noch an die Finanzabteilung angebunden waren“, schildert Samanjith Wickramasinha, IT-Direktor von Loadstar, die Ausgangslage.

Zunächst hatten er und seine Kollegen Oracle in Erwägung gezogen, da die Amerikaner auf dem srilankischen Markt präsenter waren. Preislich lagen beide Angebote jedoch ähnlich, sodass man sich letztlich für die flexiblere Lösung aus Walldorf entschied. „Wir wollten Best Practices, und die SAP verfügt über die größte Erfahrung“, betont Betriebsleiter Ravi Tyronne.

„Ehrlich gesagt war auch Bauchgefühl dabei“, ergänzt Wickramasinha, „wir hatten einfach den Eindruck, bei der SAP besser aufgehoben zu sein.“ Eine Vermutung, die sich als richtig erweisen sollte, zuletzt bei der Einführung von SAP ERP Human Capital Management (SAP ERP HCM).

In vielen guten Händen

„Unser Kern-ERP wurde noch von einem Partner implementiert, doch wir waren nicht völlig zufrieden“, berichtet Wickramasinha. Daher wandte er sich dieses Mal für Beratung und Implementierung direkt an die SAP. Ein Team von SAP Consulting aus Bangalore übernahm die Aufgabe und steht auch schon für das nächste Projekt bereit, die Einführung der Plant-Maintenance-Funktion.

„Wir sind bei SAP Consulting in guten Händen, alles geht zügig voran und der kurze Draht zur SAP hat sich als sehr hilfreich erwiesen“, lobt der IT-Profi. Dies mache auch Mut für das anstehende Upgrade auf SAP ERP 6.0. Ein weiterer Grund zur Freude: der SAP Enterprise Support (ehemals SAP Premium Support). Dieser sichert Loadstar nicht nur kürzere Antwortzeiten und schnellere Problemlösung sondern insbesondere die persönliche Betreuung.

Dass die SAP mit diesem Angebot den Nagel auf den Kopf getroffen hat, bestätigt auch Sree Vidya Sekharan, SAP Support Advisor für Loadstar: „Ich stehe mit allen meinen Kunden in engem Kontakt und merke, dass sie es sehr schätzen, sich einfach direkt an mich wenden zu können. Wenn es irgendwo mal hakt und klemmt, kann ich die Dinge in die Hand nehmen und beschleunigen.“ – „Was sie auch tut“, freut sich Wickramasinha. „Wir sind dankbar für ihre Unterstützung. Es ist ja nicht so, dass der normale Support unzureichend wäre. Doch SAP Enterprise Support ist für uns so etwas wie eine Rückversicherung, dass alles immer rund läuft.“

So viel Harmonie ist mir fast schon unheimlich. Ob es denn gar keine Probleme gebe, frage ich? „Nun ja“, gibt Wickramasinha lächelnd zu, „die Benutzeroberfläche müsste dringend überarbeitet werden, aber da wird selbst Frau Vidya Sekharan nichts machen können.“ Ansonsten sieht er die Herausforderungen hauptsächlich im eigenen Unternehmen. Jetzt wo Loadstar mit SAP ERP HCM eine durchgängige Abbildung aller personalrelevanten Daten erzielt, HR-Prozesse beschleunigt und besseren Informationsfluss gewährleistet hätte, müsse man lediglich noch mehr Aufklärungsarbeit innerhalb des Unternehmens leisten.

Kennzahlen sofort verfügbar

„Insgesamt ist die Akzeptanz der SAP-Software bei den Mitarbeitern sehr hoch, doch wir müssen es schaffen, dass insbesondere Führungskräfte die neuen Möglichkeiten noch intensiver nutzen“, betont auch Geschäftsführer Tissa Jinasena. „Wir haben unsere Geschäftsprozesse in SAP abgebildet und verfügen nun über alle relevanten Informationen auf Knopfdruck.

Das Management kann sehen, was sich im Unternehmen tut. Das ermöglicht Transparenz, fundierte Entscheidungen und weiteres Wachstum.“ Eine wichtige Kennzahl für die Fertigung seien beispielsweise die pro Kilogramm Rohgummi benötigten Arbeitsminuten. Diese Information könne der verantwortliche Schichtleiter nun selbst aus dem System auslesen und dann eventuell auf der Fertigungsebene korrigierend eingreifen.

Apropos Fertigung. Schon der Gedanke daran bringt mich wieder ins Schwitzen. Warum habe ich bloß diesen Anzug angezogen? Das muss die Hitze sein! Richtig, wegen der Preisverleihung. Preisverleihung?

Auch das für mich ein Novum: Aus Anlass der erfolgreichen HCM-Einführung hat das Loadstar-Management Mitarbeiter und Führungskräfte in eines der Trainingszentren eingeladen, um den Erfolg gemeinsam zu feiern und das Projektteam zu ehren. „Wir wollen uns bei allen Kollegen bedanken, die uns beim Erreichen dieses Meilensteins unterstützt haben“, erklärt mir Wickramasinha.

Und weil die Videoverbindung nach Europa bereits steht und die Mitarbeiter versammelt sind, nimmt er mich beim Arm, und wir machen uns auf den Weg zur Versammlung. „Wir alle werden live dabei sein, wie unser CEO den ersten Arbeitsvertrag über SAP ERP HCM ausfertigt – hoffentlich geht alles glatt“, murmelt er nervös. Um ihn zu beruhigen, raune ich ihm zu: „Aber sicher, Sree Vidya ist ja hier.“

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