SAP gründet Branchenforum für Öl- und Gasindustrie

Feature | 30. Januar 2007 von admin 0

„Um echte Innovationen zu entwickeln, bedarf es heutzutage mehr als dem Engagement eines Unternehmensbereichs oder eines einzelnen IT-Anbieters“, erklärt Bob Martin, SAP Integration Project Manager bei Conoco Phillips und Vorsitzender des SAP Oil & Gas Global Industry Advisory Council. „Das SAP Industry Value Network zeigt, wie branchenweite Zusammenarbeit künftig aussehen wird. Durch die Bündelung von Kompetenzen, Lösungen und Fähigkeiten in einem Netzwerk können wir den Kunden wirklichen Mehrwert bieten und industriespezifischen Herausforderungen begegnen. Wir erwarten, dass sich durch diese Form der Zusammenarbeit unsere Produktivität steigern, die Beschaffungskette optimieren, die Gesamtbetriebskosten senken sowie eine verbesserte Interoperabilität und Standardisierung erreichen lassen.“

Den Herausforderungen der Öl- und Gasindustrie gemeinsam begegnen

Dem bereits bestehenden SAP Oil & Gas Global Industry Advisory Council gehören 17 Unternehmen an, darunter die weltweit größten Erdölfirmen, nationale Branchenführer oder mittelständische Technologieführer wie Conoco Phillips, Holly Corporation, Petrobras, Statoil und Tesoro. Dieser Beirat wird mit SAP und dem neuen IVN eng zusammenarbeiten, um innovative Lösungen für die Öl- und Gasindustrie zu entwickeln. Mitglieder des Branchenforums sind derzeit unter anderem Accenture, HP, IBM, Implico, KSS, LogicaCMG, Meridium, NRX, Quorum Business Solutions, TechniData, Triple Point und Vendavo. Sie entwerfen Lösungen und Integrationsszenarien für zentrale Herausforderungen der Öl- und Gasindustrie, wie etwa die Anlagenwartung oder die Sicherung von Rohstoffvorräten für einen wachsenden globalen Energiebedarf. Insbesondere geopolitische Unsicherheiten, der begrenzte Zugang zu neuen Ressourcen, die Globalisierung sowie der veränderte Einfluss staatlicher Ölkonzerne führen zu komplexen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und massiven Veränderungen.
Erste Fokusprojekte des IVN for Oil and Gas sind Anwendungen für das so genannte „Digitale Ölfeld“ und die Versorgung mit Treibstoffen. In diesen Projekten arbeiten die Mitglieder des IVN an integrierten Lösungen für Exploration und Produktion, Pachtverträge- und Anlagenverwaltung, Gaszuweisungen in Echtzeit, Sekundärvertrieb, Terminhandel sowie das Terminal-, Preis und Margen-Management. Auf Basis der SAP-NetWeaver-Plattform entstehen so vorinstallierte, standardisierte und durchgängige Lösungen und Services, die Integrationskosten reduzieren.

Zusammenarbeit zwischen Kunden, Partnern und SAP

Das Konzept der engen Zusammenarbeit in den IVNs zeigt erste Erfolge: SAP und Triple Point Technology arbeiten mit dem Händler und Rohöl-Veredler Holly Corporation und weiteren SAP-Kunden aus der Branche an einer durchgängigen Lösung für die Beschaffung, das Marketing und den Handel von Rohstoffen. Die Lösung integriert hierzu die Echtzeitsysteme für Handel und Risikomanagement (Commodity SL) von Triple Point Technology in die Logistik-Software von SAP.
„Die aus unserer engen Zusammenarbeit mit SAP und Triple Point Technology entstandene Lösung unterstützt unser Ziel, die Funktionen des Handels- und Risikomanagements nahtlos mit unseren Back-Office-Systemen und weiteren SAP-Lösungen zu integrieren“, erklärt Mark Evans, Director SAP Projects bei der Holly Corporation. „Durch einen nahtlosen Fluss vertriebsentscheidender Informationen wie etwa aktuelle Preisentwicklungen in Echtzeit können wir jetzt Kauf- oder Verkaufsentscheidungen treffen, die maximalen Gewinn versprechen und einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bieten. Die Zusammenarbeit im IVN beschleunigt unsere Innovationszyklen und schafft einen wirklichen Mehrwert für unsere Anwendungen.“
In weiteren Initiativen des IVN for Oil and Gas arbeitet SAP mit Implico und Accenture an Projekten für das Vertriebsmanagement sowie dem so genannten „Digitalen Ölfeld“. Die Mengen- und Preisvolatilität in den Lieferketten des Sekundärvertriebs kann zu Unterversorgung von Standorten, zu geringer Auslastung der Vertriebsflotte und unnötigen Expresslieferungen führen. Speziell für diese Anforderungen hat Implico gemeinsam mit SAP eine Paketlösung entwickelt, die zu fest kalkulierbaren Kosten schnell einsetzbar ist. Die so entstandenen Anwendungen SAP Oil & Gas Secondary Distribution und Implico OpenTSA unterstützen schon heute Unternehmen durch ein verbessertes Bestandsmanagement, gesenkte Transportkosten, Vertriebsunterstützung und Reduktion der Außenstandstage (DSO, Days Sales Outstanding).
„Unsere Zusammenarbeit mit SAP hat schon heute zu ersten Innovationen geführt“, erklärt Thomas Ernst, Geschäftsführer von Implico. „Dank dem gebündelten Know-how schafft das IVN die Rahmenbedingungen für weitere Innovationskraft in unserer Branche. Daraus entstehen neue Geschäftsoptionen für Mitglieder und Partner.“
Das „Virtuelle Ölfeld“, also die Abbildung aller Explorations- und Förderungsprozesse in Softwarelösungen, ist Fluch und Segen zugleich, da im Rahmen der Digitalisierung sehr viele geschäftskritische Informationen benötigt werden. Bisher stand den Öl- und Gasunternehmen für die Verwaltung dieser Daten keine geeignete Infrastruktur zur Verfügung. Accenture und SAP arbeiten deshalb daran, die Datenverteilung und -verwaltung zu beschleunigen sowie innerhalb des IVN unterstützende Zusatzfunktionen für die Öl- und Gaswertschöpfungskette der Rohstoffausbeute sowie der Förderung zu entwickeln.

SAP-Ecosystem fördert Innovation

Als Teil ihrer Plattformstrategie baut SAP ein so genanntes Ökosystem auf, das Unternehmen durch die Zusammenarbeit von SAP, Kunden und Partnern bei der Entwicklung und dem Einsatz serviceorientierter Architekturen für Geschäftsanwendungen (Enterprise SOA) unterstützt. Die Branchenkompetenz der Mitglieder, die SAP-NetWeaver-Plattform als Basis für Produktinnovationen und die verschiedenen Communities bieten den beteiligten Unternehmen einen direkten Mehrwert.
„Mit dem IVN for Oil and Gas kombinieren SAP und ihre Partner Branchenwissen, Geschäftsprozess-Expertise und die Plattform SAP NetWeaver in einem leistungsstarken Ecosystem“, kommentiert Holger Kisker, Vice President Oil and Gas Industry Business Unit bei SAP. „So beteiligen wir Kunden aktiv an unserem Ökosystem und geben ihnen die Möglichkeit, maßgeblich an neuen Geschäftsprozessen zu arbeiten, die exakt ihren individuellen Anforderungen entsprechen und Innovationskraft, Interoperabilität und Standards kombinieren.“

Quelle: SAP AG

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