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SAP InnoJam: Drei Fragen an den Gewinner

Feature | 26. November 2014 von Andreas Schmitz 0

Der Doktorand am Hasso Plattner Institut (HPI) Lars Butzmann gewann mit seinem Team die SAP InnoJam in Berlin. Ihre Fern-Gärtner-App vereint Industrie 4.0, Cloud und SAP HANA in sich.

Sie hatten genau 25 Stunden Zeit, ihre App zu bauen und sechs Minuten, sie zu präsentieren. Das hört sich anstrengend an!

Am Sonntag um 9 Uhr bekamen wir unser Briefing. Das dauerte drei Stunden. Das Dachthema war uns schon vorher bekannt: Die Idee sollte sich um das Thema Landwirtschaft drehen und etwas mit dem „Internet of things“ zu tun haben. Nach dem Briefing war dann klar, dass wir technologisch die SAP-HANA-Datenbank sowie Sensoren einsetzen würden – in Verbindung mit dem Cloud-Aspekt. So haben wir losgelegt. Stephan Schultz hatte die Einfall, FarmVille etwas weiter zu denken. Statt der virtuellen Pflanzen und Tiere, die in dem Facebook-Spiel gepflegt werden, ging es bei uns allerdings um echte Tomaten, Gurken und Salate. Und die sollten sich aus Entfernung mit Hilfe einer App auf dem Smartphone gießen und düngen lassen – per Fernsteuerung gewissermaßen. Wir haben bis in die Nacht hinein programmiert und am nächsten Morgen unsere Präsentation ausgefeilt – für „unsere“ sechs Minuten.

Wo kommen die Technologien ins Spiel?

Wir setzen Sensoren dafür ein, um der Einfachheit halber zunächst alle 15 Minuten die Temperatur und jede Stunde die Feuchtigkeit zu messen. Wird der Boden zu trocken und damit ein Schwellenwert unterschritten, aktiviert sich automatisch ein Motor, der aus einer Flasche Wasser auf die Erde kippt oder ein Drainagesystem aktiviert. Zu einem späteren Zeitpunkt sind weitere Parameter wie der Säuregehalt oder Informationen über die Düngung des Bodens möglich. Die Daten der Sensoren spielen wir über die Cloud in die SAP-HANA-Datenbank. Von dort kann jeder Nutzer unserer App sich die aktuellen Messergebnisse anschauen und die Fortschritte beim Wachstum beobachten. Und jetzt wird es erst richtig interessant: Denn nun lassen sich die gemessenen Werte miteinander vergleichen, analysieren und so die perfekten Standorte für das Wachstum etwa einer Tomate finden, indem man seine Ergebnisse mit denen von Freunden und anderen Hobby-Gärtnern vergleicht. An welchem Standort lassen sich unter welchen Bedingungen die besten Erträge erzielen? Es ist letztlich das Spielerische, das diese App ausmacht. Jeder möchte am meisten Tomaten ernten und rauskriegen, wer den besten Weg gefunden hat.

Sie haben im letzten Jahr schon den Disrupt Europe Hackathon gewonnen. Jetzt den SAP InnoJam. Wovon träumen Sie als nächstes?

Alle Softwareentwickler am HPI wollen irgendwie so was Tolles machen wie Hasso Plattner. Zwar habe ich schon ein paar Preise gewonnen: Aber ich habe noch nicht „die“ Idee gefunden, für die man alles stehen und liegen lassen würde. Das Thema meiner Promotion steht zwar noch nicht fest. Aber es soll sich auf jeden Fall um ein Thema drehen, hinter dem auch ein Geschäftsmodell steht. Es macht mir einfach Spaß, mich über Unternehmen zu informieren und in diversen Blogs nach neuen Ideen zu stöbern. Und natürlich muss sich das mit dem Programmieren verbinden lassen. Denn Programmieren ist wie Schach. Man sitzt ewig vor dem Brett, knobelt und knobelt. Und irgendwann ist die Idee einfach da.

Gewinnerteam: Lars Butzmann (2. von links) hat mit dem Doktoranden Stefan Klauck und den Bachelorstudenten Leo Kotschenreuther, Stephan Schultz und Michael Weisz den Wettbewerb SAP InnoJam gewonnen.

Gewinnerteam: Lars Butzmann (2. von links) hat mit dem Doktoranden Stefan Klauck und den Bachelorstudenten Leo Kotschenreuther, Stephan Schultz und Michael Weisz den Wettbewerb SAP InnoJam gewonnen. Foto: HPI

 

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