Lizenzen bleiben heißes Eisen

Feature | 28. November 2013 von Jacqueline Prause 0

SAP-Co-CEO Jum Hagemann Snabe (left) and Philip Adams, Chairman UK & Ireland SAP User Group; photo: SAP

Jim Hagemann Snabe, Co-CEO von SAP (links), im Dialog mit Philip Adams, dem Vorsitzenden der SAP-Anwendergruppe Vereinigtes Königreich und Irland (Foto: SAP)

Viel Unzufriedenheit mit der Lizenzierung von SAP-Software hatten Kunden vergangenes Jahr geäußert. Die Anwendergruppe Vereinigtes Königreich und Irland setzte sich daraufhin vehement für mehr Transparenz und flexiblere Lizenzierungsmöglichkeiten ein und forderte klare Kostenmodelle für Migrationen. Mit ihren jüngsten Programmen zum Erweitern von Cloud- und On-Premise-Lösungen ist SAP den Kunden ein großes Stück entgegengekommen, doch bleibt dieses Thema für die SAP-Nutzer ein heißes Eisen. Die Anwendergruppe will deshalb noch stärker mit SAP zusammenarbeiten, damit den Kunden in Zukunft flexiblere Lizenzierungsoptionen zur Verfügung stehen. Das war eine der zentralen Botschaften an die mehr als 1.000 Besucher auf der Jahrestagung der Anwendergruppe Vereinigtes Königreich und Irland Anfang der Woche im Kongresszentrum von Birmingham. „Wir werden im Dialog mit der SAP bleiben und uns weiter im Sinne unserer Mitglieder für dieses Thema einsetzen“, versprach Philip Adams, Vorsitzender der Anwendergruppe.

Die Benutzerfreundlichkeit von Software war ebenfalls ein Schwerpunktthema der Konferenz, dem sich auch SAP-Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe in seiner Keynote widmete. Nach Glückwünschen an die Anwendergruppe zu deren 25-jährigem Bestehen und Dank an die Kunden für ihr Vertrauen in die Strategie der SAP stellte er die Innovationsstrategie der Walldorfer vor: Zentraler Baustein sei es, das traditionelle SAP-Portfolio aus Unternehmens- und Analyseanwendungen um mobile Lösungen, Cloud-Lösungen, Datenbanken und Technologie zu erweitern.

Snabe: Kunden können ihr Innovationstempo flexibler bestimmen

Das Cloud-Angebot der SAP beschleunige Geschäftsprozesse, vereinfache die  IT-Landschaft der Kunden, bringe ihnen mehr Effizienz und senke Kosten. Als positives Zeichen werteten viele Kunden, dass Snabe das Engagement der SAP im Hinblick auf die Kernanwendungen erneut bekräftigte und auf die Möglichkeiten verwies, wie sich Kunden in den Innovationsprozess einbringen können. Auch sollen sie künftig flexibler entscheiden können, in welchem Tempo sie neue Technologien von SAP einführen.

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In einem Ausblick auf die nächsten 25 Jahre betonte Snabe, dass sich das Innovationstempo weiter erhöhen werde. SAP bringe inzwischen Innovationen doppelt so schnell auf den Markt wie 2010. Habe es  vor drei Jahren durchschnittlich 14,7 Monate gedauert, bis eine Innovation eingeführt wurde, liege der Innovationszyklus heute bei 7,4 Monaten. Ein Schwerpunkt bei künftigen Innovationen sei die einfachere Bedienung von Software. Sie ermögliche es Kunden, sich stärker der Umsetzung ihrer geschäftlichen Ziele zu widmen und zugleich die Wertschöpfung ihrer SAP-Lösungen zu maximieren. „Ich bin der Auffassung, dass man die Zukunft am besten vorhersagen kann, indem man die Zukunft neu erfindet. Unser Ziel ist es, die Zukunft gemeinsam mit Ihnen neu zu erfinden“, so Snabe. „Zwei Dinge kann ich Ihnen versichern: Erstens wird Technologie in den nächsten 25 Jahren eine wichtige Rolle spielen, und zweitens ist es das erklärte Ziel der SAP, als Partner Ihres Vertrauens mit Ihnen und natürlich auch mit der Anwendergruppe zusammenzuarbeiten.“

Im Zeichen der Nutzerfreundlichkeit stand auch die Demo Jam. Die Demos reichten von einer intuitiv zu bedienenden virtuellen Lösung für Außendienstmitarbeiter bis hin zu einer kontextbezogenen Anwendungshilfe auf Grundlage von SAP Workforce Performance Builder. Zum Sieger der diesjährigen Demo Jam wurde SAP-Mentor DJ Adams von Bluefin Solutions gekürt. Er zeigte dem Publikum, wie sich mit SAP Fiori spielend leicht eine App entwickeln lässt, die sowohl praktisch als auch optisch ansprechend und einfach zu bedienen ist. Adams hatte seine App innerhalb der vorgegebenen fünf Minuten fertig programmiert, die zum Erstaunen des Publikums nach dieser kurzen Zeit auch voll funktionsfähig war. SAP Fiori ist eines der neuesten Produkte im SAP-Portfolio und ermöglicht Anwendern den mobilen Zugriff auf wichtige Funktionen der SAP Business Suite. Adams Ratschlag für die Kunden lautete denn auch, sich die Lösung zunutze zu machen.

Austausch der SAP-Anwender über Best Practices

Übergreifendes Motto der diesjährigen Konferenzwar „Tomorrow’s World: Creating the Future Together“ – „Die Welt von morgen: Gemeinsam die Zukunft gestalten“. Das Programm drehte sich um die drei zentralen Anliegen der SAP-Anwendergruppe Vereinigtes Königreich und Irland: Vernetzung, Erfahrungsaustausch und Einflussnahme. Die Jahreskonferenz der Anwendergruppe ist die einzige Veranstaltung „von Anwendern für Anwender“ in Großbritannien und Irland. Sie bietet SAP-Kunden die Möglichkeit, Erfahrungen und Best Practices auszutauschen, wie Unternehmen größtmöglichen Nutzen aus ihren SAP-Implementierungen ziehen können. „Wir sehen es als unsere wichtigste Aufgabe, uns untereinander zu vernetzen. So können wir voneinander lernen und Wissen austauschen“, betonte Philip Adams.

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In mehr als 100 Vorträgen und Workshops von Kunden und Experten der SAP zu 16 Themen informierten sich die Teilnehmer beispielsweise über SAP HANA, Cloud-Lösungen, mobile Lösungen, Supply Chain Management, Benutzerfreundlichkeit, Personalwesen, Lohnabrechnung oder  Optimierung der Finanzprozesse. Auf dem Senior Executive Forum tauschten sich IT-Verantwortliche  persönlich mit hochrangigen Vertretern der SAP über die strategischen Herausforderungen in ihren Unternehmen aus.

An Infoständen gaben SAP-Partner  Einblick in ihre neuesten Technologien und Entwicklungen. Für die Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre Kontakte zu knüpfen, sorgten interaktive Demostände. Dort konnten sich die Teilnehmer unter anderem in einem virtuellen Formel-1-Rennen messen.

Netzwerk SUGEN vertritt länderübergreifend Anwenderinteressen

Die SAP-Anwendergruppe Vereinigtes Königreich und Irland vertritt die Interessen ihrer Mitglieder insbesondere dadurch, dass sie konstruktiven Einfluss auf Entscheidungen der SAP nimmt. Im vergangenen Jahr intensivierte die Gruppe ihre Zusammenarbeit mit der SAP, wie mehrere Redner berichteten. Ausschlaggebend war unter anderem das Engagement von Guy Armstrong, COO der SAP und Executive Sponsor der Anwendergruppe. Mit ihrer Arbeit möchte die Anwendergruppe auch über die Landesgrenzen hinaus auf globaler Ebene ihren Einfluss geltend machen und engagiert sich deshalb im User-Group-Netzwerk SUGEN. Das SAP User Group Executive Network dient als Sprachrohr, das die Belange der Kunden in aller Welt an die SAP kommuniziert.

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Bei Thema Kundenorientierung zeigte sich Anwendersprecher Philip Adams sehr zufrieden mit den Fortschritten, die SAP gemacht habe. Vor allem die Einführung des SAP Enterprise Support als Alternative zum Standard-Support zitierten auch andere Redner in ihren Vorträgen immer wieder als Beispiel dafür, wie die Einflussnahme der Anwendergruppe über das SUGEN zu positiven Ergebnissen führen kann. Adams verwies auf die umfangreichen Ressourcen, die den Kunden im Rahmen des SAP-Supports zur Verfügung stehen, und forderte die Teilnehmer auf, sich mit dem Support-Angebot der SAP vertraut zu machen. Viele der angebotenen Services können kostenlos genutzt werden.

Die 1988 von fünf SAP-R/2-Anwendern gegründete SAP-Anwendergruppe Vereinigtes Königreich und Irland hat heute rund 6.500 SAP-Anwender aus 627 Unternehmen als Mitglieder.Vor allem in den vergangenen zwei Jahren ist die Mitgliederzahl deutlich gestiegen, nachdem das Angebot im Rahmen der Special Interest Groups auf jetzt über 70 Gruppen erweitert wurde. „Wenn die Zahl der Mitglieder wächst, kann man auch mehr Aktivitäten für die Mitglieder anbieten und besser für die Arbeit der Gruppe werben. Der Erfolg stellt sich gewissermaßen von selbst ein“, so Adams. Auch die Tatsache, dass sich nun zehn Mitarbeiter hauptamtlich engagieren, habe viel dazu beigetragen, dass sich die Gruppe besser für die Interessen ihrer Mitglieder einsetzen kann.

Ausblick für 2014: Bei SAP-Lizenzen nachbohren, Symposium zu Analytics

Ein wichtiger Schritt sei außerdem die neue Vereinbarung mit SAP, dass Neukunden automatisch Informationen zu einer Mitgliedschaft in der Anwendergruppe Vereinigtes Königreich und Irland erhalten. Interessierte Unternehmen können zunächst drei Monate lang Probemitglied werden.

Für nächstes Jahr kündigte der Vorstand an, die Vernetzung innerhalb der Organisation voranzutreiben, neue Mitglieder zu gewinnen und sich bei Lizenzierung und Innovation weiter für die Interessen der Mitglieder stark zu machen. Für die Mitglieder sind weitere Veranstaltungen im Rahmen der Special Interest Groups und eintägige Sonderveranstaltungen wie das bevorstehende Analytics Symposium geplant, bei denen sie sich schnell und umfassend über einzelne Schwerpunktthemen informieren können.  „Wir haben im vergangenen Jahr gut mit der SAP zusammengearbeitet“, bekräftigte Adams. „Auf diesem Erfolg möchten wir nun aufbauen.“

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