SAP-Lösungen mit RFID finden steigende Verbreitung

Feature | 13. Mai 2004 von admin 0

Um Kunden den frühzeitigen Einstieg in die RFID-Technik zu ermöglichen, hat SAP die mySAP Business Suite mit umfassenden Funktionen für die Integration dieser Technologie ausgestattet. So können ganz unterschiedliche Branchen RFID in ihre Geschäftsprozesse integrieren: Mit der Enterprise Asset Management-Applikation von mySAP Product Lifecycle Management (mySAP PLM) können Firmen beispielsweise wichtige Anlagegüter wie Produktionsmaschinen, Kraftwerke, Gebäudekomplexe oder Fahrzeugparks RFID-gestützt rund um die Uhr zuverlässig steuern und überwachen. Um Servicetechniker im Außendienst in einen durchgängig elektronischen Geschäftsprozesskreislauf einzubinden, liefert das RFID-fähige SAP Mobile Asset Management in Verbindung mit der SAP Auto-ID Infrastructure vor Ort bei Serviceeinsätzen erfasste Daten direkt an die ERP-Anwendung in der Firma. Diese Integration hilft Unternehmen, im Wartungs- und Anlagenmanagement vorbeugende, aktive Strategien zu verfolgen, statt nur auf Störungen zu reagieren.

Effiziente Anlagenverwaltung am Flughafen Frankfurt

Die Fraport AG setzt am Flughafen Frankfurt auf SAP Mobile Asset Management für die Wartung der gesamten Gebäudeklimatisierung. Damit werden die Anlagensicherheit erhöht und gleichzeitig die Instandhaltungskosten für Lüftungssysteme reduziert. Mit Blick auf gesetzliche Auflagen und das zu erwartende Wachstum im Flugverkehr, suchte Fraport eine mobile, skalierbare und integrierte Softwarelösung zur Unterstützung ihrer sicherheitsrelevanten Wartungsaufgaben. Jetzt erhält das technische Personal seine täglichen Aufträge über tragbare Endgeräte (Personal Digital Assistants, PDAs). Mit ihnen können auch Informationen zu den Belüftungsanlagen von RFID-Etiketten eingelesen werden, die an allen Lüftungsklappen befestigt sind. Die Ergebnisse der Wartungsarbeiten werden von den PDAs automatisch an das zentrale ERP-System übermittelt, wo die Daten archiviert und die behördlich geforderten Wartungsnachweise erstellt werden. Dadurch rechnet Fraport mit jährlichen Einsparungen bei der Wartung von bis zu 70 Prozent.
„Mit dieser integrierten Lösung bilden wir die mobilen Wartungsvorgänge unmittelbar in unserer bestehenden SAP-Infrastruktur ab“, erklärt Werner Breitwieser, Projektmanager bei Fraport. „Durch die Verlagerung der Eingabeprozesse aus dem Back Office zu den Wartungsteams vor Ort erzielen wir erhebliche Zeiteinsparungen. Gleichzeitig werden die Wartungsprozesse transparenter und unsere Anlagen sicherer.“

Airbus optimiert Werkzeugreparatur und -Leasing mit RFID

Auch Airbus, einer der weltweit führenden Flugzeughersteller, setzt auf RFID: Präzisionswerkzeuge zur Reparatur hochsensibler Flugzeugteile werden von Airbus nicht nur selber verwendet, sondern im Leasing-Verfahren auch an Wartungsgesellschaften verliehen. Diese Werkzeuge werden jetzt mit Funktionen der mySAP Business Suite verwaltet. Ausgestattet mit RFID-Etiketten, liefern sie nun direkt alle wichtigen Informationen zur Identifizierung und Lokalisierung, aber auch zu ihrem gesamten Lebenszyklus – etwa um die regelmäßige Kalibrierung und Wartung der Werkzeuge selbst richtig zu terminieren. Zwischen Airbus, den Wartungswerkstätten der Werkzeuge und den Kunden besteht ein Prozesskreislauf, dessen Status mit Hilfe von RFID überwacht wird. Müssen die Werkzeuge repariert werden, erfolgt automatisch der Aufruf, sie an die Werkstatt zu senden. Die Daten werden auf RFID-Etiketten gespeichert.
„Durch die RFID-Tags konnten wir den Wartungsprozess für unsere Werkzeuge signifikant verbessern“, kommentiert Thorsten Brinkop, Senior Director bei Airbus Spares. „Durch die Integration in das Supply Chain Management von SAP können wir Daten noch schneller und einfacher austauschen und die Lieferkette automatisieren. Die notwendigen Informationen sind jetzt elektronisch und online verfügbar, entweder auf den RFID-Tags oder im Internet.“

Purdue Pharma ist von der RFID-Lösung für mySAP SCM überzeugt

SAP bietet eine umfangreiche RFID-Lösung für das Lieferkettenmanagement, die bereits von führenden Unternehmen der Hightech-, Konsumgüter- und Pharma-Industrie implementiert wird. So auch vom Arzneimittelhersteller aus Connecticut, Purdue Pharma LP, der als einer der ersten Pilotkunden die RFID-Lösung einsetzt, unter anderem um die Anforderungen des Handelskonzerns Wal-Mart zu erfüllen. „Wir sind einer der wichtigsten Lieferanten von Wal-Mart. Von uns wird eine stringente Abwicklung der Lieferprozesse erwartet“, erläutert David Richiger, Executive Director Package Design and Development und Leiter des RFID-Projektteams bei Purdue Pharma.
„Aber das war nicht der einzige Grund, warum wir uns für die SAP-Lösung entschieden haben. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit RFID die Wertschöpfung unseres Unternehmens nachhaltig steigern: Wir können nun unsere Produkte überall automatisch lokalisieren und sind bestens darauf vorbereitet, künftigen Auflagen der Arzneimittel-Kontrollbehörden FDA und DEA gerecht zu werden.“ Die von SAP im Januar angekündigte RFID-Lösung für mySAP Supply Chain Management, ursprünglich geplant für Ende Juni, ist nun bereits einen Monat früher erhältlich.

Schritt für Schritt zu einer schnelleren Reaktionszeit

Durch die Integration von RFID-Daten in ihre Geschäftsanwendungen können Firmen ihre Wertschöpfung steigern. Sie können den Einsatz der Technik in vier Phasen schrittweise umsetzen, angefangen von einer sogenannten „Slap and Ship“-Implementierung (Etikettieren und Versenden), mit der sie die Anforderungen des Handels erfüllen, bis hin zur umfassenden Integration der SAP Auto-ID Infrastruktur in SAP-Geschäftsanwendungen sowie weitere vorhandene Anwendungen und Backend-Systeme.
„Softwarelieferanten, die ein Phasenmodell für die Implementierung bieten, unterstützen ihre Kunden sowohl bei den aktuellen Anforderungen an RFID-fähige Geschäftsabläufe als auch beim zukünftigen Ausbau“, unterstreicht Jeff Woods, Chefanalyst bei Gartner. „Mit einem umfassenden Lösungspaket profitieren Firmen aber von Beginn an: Sie können RFID-gestützte Prozesse kontinuierlich erweitern und reduzieren dabei Schritt für Schritt die Gesamtbetriebskosten und Implementierungszyklen.“
„Anpassungsfähige Lieferketten beruhen auf Echtzeit-Prozessen. Technologien wie RFID und Netzwerksensoren tragen dazu bei, Abläufe in der Lieferkette in Echtzeit zu ermöglichen, denn sie übermitteln Informationen von physischen Objekten umgehend an Geschäftsanwendungen“, ergänzt Claus Heinrich, Vorstandsmitglied der SAP. „Unternehmen müssen zunehmend in der Lage sein, diese Informationen in kürzester Zeit zu bearbeiten, um damit ihre Reaktionsfähigkeit beschleunigen zu können. Der Wert dieser Technologie liegt in der nahtlosen Integration von RFID-basierten Daten mit Geschäftsanwendungen für Gebäude- und Anlagenverwaltung sowie dem Supply Chain Management.“

Quelle: SAP AG

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