SAP-Praxis-Check am Bosporus

Feature | 24. September 2013 von Christoph Zeidler 0

Foto: MasterLu/Fotolia.com

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Der Ort für diese Konferenz war gut gewählt. Wo sonst, wenn nicht am Bosporus, wo Europa und Asien zusammenfließen und der Nahe Osten nahe liegt, lassen sich Märkte so gut zusammen bringen wie hier, verbindet sich das „Alte“, Etablierte der westlichen Welt mit den Strömungen und jugendlichen Einflüssen der aufstrebenden Märkte. So wies zur Eröffnung Zeynep Keskin, Geschäftsführerin von SAP Türkei darauf hin, dass das Durchschnittsalter der türkischen Bevölkerung bei 30 Jahren liege (im Vergleich Deutschland: 42, USA: 37, Indien: 24) und eine talentierte und wissbegierige Jugend nur darauf warte, durchzustarten und sich selbst und ihr Land voranzubringen.

Auf den ersten Blick hat das nicht viel mit der IT-Branche und SAP zu tun, auf den zweiten Blick allerdings sehr wohl. Denn wie Vertreter von NGOs und Startups im Laufe des Vormittags deutlich machten, braucht es technologische Innovationen, um gesellschaftliche Probleme angehen zu können. Neues Denken muss neue technische Lösungen nach sich ziehen, so wie technische Innovationen zum Teil auch umgekehrt unser Denken beeinflussen. Und viele der Startups, die ihre Ideen schnell umsetzen und skalierbar machen wollen (und müssen), sehen gerade in der IT ihre große Chance. SAP unterstützt sie zum Beispiel über das SAP HANA Startup Program oder an den Universitäten im Rahmen der University Alliances dabei. Online-Trainingsangebote wie openSAP oder die Plattform Academy Cube helfen ganz direkt dabei, Wissenslücken zu schließen.

Startups und Mittelständler als Innovatoren

Der zweite Teil des Tages stand dann ganz im Zeichen konkreter SAP-Kundenprojekte aus dem Mittelstand. Luis Murguia, Leiter Ecosystem & Channels von SAP EMEA, wies in seiner Keynote auf die Veränderungen in den Märkten und im Kundenverhalten hin, die den Unternehmen mehr und mehr Flexibilität und schnelle Reaktionsfähigkeit abverlangen – gerade in den aufstrebenden Wachstumsmärkten wie BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) oder in Nahost. Und gerade die kleinen Unternehmen täten sich dabei weltweit als „Early Adopter“ neuer Technologien hervor, zitierte er aus einer kürzlich veröffentlichten Oxford-Economics-Studie.

Wie Reifengroßhändler Kombard Tyres SAP Business One nutzt

Warum Spielautomatenhersteller Euro Games Technology die mobilen Geräte seiner Servicetechniker mit dem SAP Work Manager ausstattet

Was SAP HANA im Mittelstand möglich macht

 

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Foto: SAP

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Lombard Tyres: SAP Business One als App

So war aus Südafrika beispielsweise Sean Kruger gekommen, Finanzchef des Reifengroßhändlers Lombard Tyres. Das Unternehmen hat SAP Business One im Einsatz und arbeitet im Vertrieb mit der zugehörigen App, um Abläufe zu beschleunigen und Mitarbeiter ortsunabhängig immer auf dem Laufenden zu halten – und das System auch. Die Südafrikaner sparten dadurch signifikant Zeit bei Kundenbesuchen und dem entsprechenden Reporting und beschleunigten die Abrechnungsprozesse, was zu deutlichen Einsparungen führte. „SAP Business One hat sich quasi selbst refinanziert“, so Kruger, der übrigens zugab, SAP eigentlich gar nicht als Lösungsanbieter auf dem Schirm gehabt zu haben. „Als wir zuerst SAP hörten, dachten wir nicht daran, dass sie sowohl preislich als auch inhaltlich für uns infrage kämen. Doch bei genauerem Hinsehen lagen die Vorteile auf der Hand.“ Ein Lob auch für SAP-Partner 4Most, der, wie so viele indirekte Vertriebspartner der SAP, Lombard Tyres die Sorge vor der „großen SAP“ nahm.

Euro Games Technology: SAP Work Manager auf Mobilgeräten

Mit einer mobilen SAP-Lösung arbeitet auch Euro Games Technology. Das bulgarische Unternehmen stellt Spielautomaten her, die es in 65 Ländern vertreibt und wartet. Seine Servicetechniker hat es mit iPhones und Windows-Phones ausgestattet, auf denen der SAP Work Manager läuft. Dadurch reduzierte sich die Prozesskette bei Planung und Buchung von elf auf vier Schritte und die Techniker sparen fast 30 Minuten an Zeit ein, die sie vorher mit Papierformularen und aufwendiger Dokumentation verbringen mussten. Stanislav Romilov Stanev, der Vertriebschef,  freut sich über die Zeit- und Geldersparnis, weil nun mehr Zeit für andere Tätigkeiten bleibt: „Dank dem SAP Work Manager konnten wir drei Mitarbeiter, die nur mit Papierverwaltung beschäftigt waren, nun umsatzfördernd im Vertrieb einsetzen. Das hat sich richtig gelohnt.“

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QPartners/Procons-4IT: SAP HANA auch für die „Kleinen“

Dass Partner oft auch Kunden sind und – wie die SAP – das selbst einsetzen, was sie verkaufen, machte Matthias Kneissl deutlich. Er ist Geschäftsführer des Beratungshauses QPartners, spezialisiert auf SAP HANA. Um selbst zeigen zu können, wovon er redet, implementierte er SAP ERP powered by SAP HANA – und das in unter vier Monaten. Und profitiert jetzt von den enormen Geschwindigkeitsvorteilen beim Reporting ebenso wie von den neuen Analysemöglichkeiten. Ins gleiche Horn stieß Timur Yenisen, Geschäftsführer des auf die Türkei und den Nahen Osten spezialisierten Unternehmens Procons-4IT: „HANA ist für alle gut, die Großen genauso wie die Kleinen.“ Und gerade wer neu beginne und seine IT neu aufsetze, könne von Anfang an „richtig“ loslegen. Und mit der SAP HANA Enterprise Cloud muss man dafür nicht mal mehr eigene Hardware anschaffen. Eine Option, die gerade für Mittelständler immer interessanter wird. Denn ob SAP HANA oder nicht, den IT-Betrieb in die Wolke zu schieben bzw. gar nicht erst einen aufzubauen, ist attraktiv: Die Unternehmen können schnell loslegen, brauchen keine eigene Infrastruktur und können mit verlässlichen monatlichen Kosten kalkulieren. Und wenn die Geschäftsidee zündet und der Laden brummt, skaliert die IT einfach mit.

Das ist in der alten wie in der neuen Welt, in saturierten wie in Wachstumsmärkten immer noch das Gleiche: Die beste Idee ist zum Scheitern verurteilt, wenn es an Umsetzung und Betrieb hakt. Und dass SAP dabei helfen kann, Ideen zum Fliegen zu bringen, wurde hier in Istanbul deutlich. Allerdings sind sie dabei gerade im Mittelstand auf Partner vor Ort angewiesen ist.

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