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SAP reagiert gelassen auf Oracles Anfeindungen, #SAPtd

Blog | 12. November 2015 von Derek Klobucher 0

Die SAP reagierte am Dienstag in Barcelona gelassen auf die Behauptungen von Oracle. Steve Lucas legte die Schwächen in deren Argumentation offen und ging danach auf den Nutzen der SAP HANA Cloud Platform ein.

„Normalerweise würde ich mich auf der Bühne nicht über einen Wettbewerber auslassen, außer vielleicht, um etwas zu witzeln“, meinte Steve Lucas, Global President der SAP Platform Solutions Group, in seiner Eröffnungsrede auf der SAP TechEd (#SAPtd) 2015 in Barcelona. „Aber Oracle hat letzte Woche auf der OpenWorld drei Behauptungen aufgestellt, zu denen ich mich direkt äußern möchte.“

Die drei Behauptungen

Zuerst behauptete Oracle, dass SAP-Anwendungen umgeschrieben werden müssten, um auf SAP HANA laufen zu können. Lucas fragte daher seinen Gast John Appleby, General Manager von Bluefin Solutions, der bereits Hunderte von Implementierungen für SAP HANA durchgeführt hat, ob an den Vorwürfen von Oracle irgendetwas dran sei.

„Überhaupt nicht“, konterte Appleby und zählte verschiedene SAP-Anwendungen auf, die problemlos auf alle Arten von Datenbanken umgestellt wurden. „Um es auf den Punkt zu bringen – sie laufen.“

Zweitens behauptete Oracle, dass seine Legacy-Datenbank schneller sei als die digitale Plattform der SAP, und stützte sich dabei auf eine Benchmark, die jedoch gar nicht die Voraussetzungen erfüllte, um von irgendeinem Benchmark Council zertifiziert zu werden. Dieses Gremium würde alles ablehnen, was nicht in einer Kundenumgebung funktioniert, nicht in einer Produktivumgebung erlaubt wäre oder nicht nachgestellt werden könnte.

„Die Benchmark, die sie für ihre Zwecke heranziehen, ist im höchsten Maße irreführend“, sagte Lucas. „Sie können mich da ruhig zitieren.“ (Was ich hiermit getan habe.)

Und schließlich behauptete Oracle, dass die von der SAP übernommenen Cloud-Anbieter, wie SuccessFactors, Ariba und Concur, auf Oracle-Systemen laufen. Lucas gestand ein, dass diese ihr Unternehmen auf Technologie aufbauten, als es SAP HANA noch gar nicht gab.

Die SAP migriert alle Anwendungen, die auf einer Oracle-Datenbank aufsetzen, zur digitalen Plattform“, unterstrich Lucas. „Nehmen wir das Beispiel SuccessFactors. Die Hälfte der Anwendungen, das heißt für Analysen, wurden bereits in der Public Cloud auf SAP HANA umgestellt. Wer also heute SuccessFactors einsetzt, nutzt auch SAP HANA.“

Korrektes Verhalten zeigen

diginomica schrieb im vergangenen Monat, dass Larry Ellison, CTO von Oracle, auf der OpenWorld in San Francisco kampflustig wie eh und je die Bühne betrat und über Amazon, IBM und Workday, aber auch SAP und andere herzog. Viele Leute zweifelten jedoch an der Wirkung seiner harschen Worte, da Oracle auch nicht in der Lage war, die aufgestellten Behauptungen zu untermauern.

Die SAP dagegen reagierte am Dienstag in Barcelona ruhig und gelassen und legte rational die Schwächen in der Argumentation ihres Widersachers offen, ohne ausfallend zu werden. Diese Gegendarstellung mag die Situation entscheidend entschärft haben.

Dann gingen Lucas und seine Gäste entschlossen zum nächsten Thema über und sprachen ausführlich über SAP HANA Vora, SAP Cloud for Analytics und vor allem über die SAP HANA Cloud Platform (siehe Video unten). Mehrere Redner auf der Bühne veranschaulichten anhand von vier Beispielen den Nutzen von HCP, unter anderem den praktischen Einsatz bei einem fahrerlosen Gabelstapler.

„Die Vereinfachung aller Abläufe ist nur der erste Schritt. Schritt zwei ist, wie wir heute erörtert haben, natürlich die Digitalisierung“, sagte Lucas. „Wir sind in der Lage, Sie auf dem Weg zu einem digitalen Unternehmen zu begleiten … Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam gehen.“

Folgen Sie Derek Klobucher auf Twitter: @DKlobucher

Aufzeichnung der Pressekonferenz mit Steve Lucas

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