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Bei SAP ist alles möglich

Feature | 9. Juli 2015 von Stephan Magura 0

Vyacheslav Orekhov ist der jüngste Managing Director der SAP. Seine alles andere als einfache CIS-Region steuert er von Moskau aus schon wie ein alter Hase.

CIS steht für „Commonwealth of Independent States“, eine 1991 gegründete Organisation, in der sich verschiedene Nachfolgestaaten der Sowjetunion zusammengeschlossen haben.

Bei der SAP gehören zur Region CIS neben Russland auch Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, die Ukraine, Usbekistan und Weißrussland.

Wie entwickelt sich die CIS-Region, insbesondere, was die neuen SAP-Themen anbelangt?

Vyacheslav „Slava“ Orekhov: An der nach wie vor schwierigen Gesamtsituation hat sich nichts geändert. Der niedrige Ölpreis und seine Folgen haben Russland als größtes Förderland besonders hart getroffen. Der Rubel hat an Wert verloren. Wirtschaftssanktionen und Gegenmaßnahmen belasten das Geschäftsklima. Wir konnten beobachten, dass Kunden bereits geplante Investitionen ausgesetzt haben.

Auf der anderen Seite spüren wir bei Firmen in unserer Region einen großen Bedarf an Vereinfachung und Innovation, die wir in Form von SAP S/4HANA anbieten. Auch die Nachfrage nach Cloud-Lösungen zieht an, weil die SAP dieses Marktsegment in der CIS-Region als einer der ersten bedient und als einer von wenigen Cloud-Anbietern die regionalen Anforderungen erfüllt.

Es ist ähnlich wie in der Krisenzeit 2008/2009, als wir viele neue Kunden gewinnen konnten. Erfahrungsgemäß erhöhen diese Kunden nach und nach ihr Geschäftsvolumen mit uns. So eröffnet die aktuelle Situation sogar die Möglichkeit, uns deutlicher vom Wettbewerb abzusetzen als je zuvor – weil wir in der Region stärker verwurzelt sind, eine engere Beziehung zu unseren Kunden pflegen als die Konkurrenz und einen langen Atem haben.

Was treibt die Unternehmen in CIS gerade um? Können Sie Trends erkennen?

Orekhov: Viele Unternehmen führen ihr Business ins digitale Zeitalter. Wie gesagt, ich sehe Parallelen zu 2008/2009. Damals wie heute haben Firmen in CIS ihre Investitionspause dazu genutzt, um sich Gedanken über ihren künftigen Kurs zu machen. Dieser Prozess mündet oft in Transformationsprojekten, bei denen Unternehmen unsere Unterstützung brauchen. Gleichzeitig hat der Kampf um die besten Köpfe an Intensität gewonnen. Die Top-Talente fragen sich gerade in diesen schwierigen Zeiten, wo sie am besten aufgehoben sind. Strategische Transformationsvorhaben sind von Vorteil, um diese Spitzenleute optimal einzusetzen und sie mit anspruchsvollen Aufgaben im Unternehmen zu halten.

Inwiefern schlagen die aktuell schwierigen Umstände auf den Arbeitssektor durch, speziell im wichtigen russischen Markt?

Orekhov: Die Arbeitslosigkeit ist natürlich gestiegen. Doch weil der Faktor Arbeit für Unternehmen insgesamt kostengünstiger geworden ist, wird die Wirtschaft neu belebt. Auch wir werden noch in diesem Jahr ein Custom Development Delivery Center in Russland eröffnen, weil wir gut ausgebildetes Personal zu vertretbaren Kosten einstellen können.

In Wachstumsmärkten ist es generell nicht einfach, genug qualifiziertes Personal zu finden. Auch in CIS?

Orekhov: Das ist leider immer noch ein Problem. Weniger, was Entwickler anbelangt; aber es mangelt an erfahrenen Leuten mit Branchenkompetenz. In spezifischen Bereichen fehlt ebenfalls technisches beziehungsweise Business-Wissen. Ausländische Kollegen helfen da nicht immer weiter, weil Englisch in russischen Unternehmen nicht sehr verbreitet ist.

Die gute Nachricht ist, dass wir als CIS-Team eine stabile Einheit sind und uns gegenseitig helfen. Darüber hinaus pflegen wir im Rahmen von University Alliances gute Kontakte zu rund 80 Hochschulen, so dass wir im vergangenen Jahr mit unseren Programmen zirka 50.000 Studenten erreichen konnten. Einige Absolventen arbeiten bei uns. Laut einer Studie, die wir zusammen mit der russischen IT-Behörde und einem Meinungsforschungsinstitut durchgeführt haben, sind viele junge Menschen an der IT-Branche durchaus interessiert. Allerdings wissen die jungen Menschen nicht, was sie dort erwartet. Deshalb haben wir für dieses Jahr beschlossen, SAP-Führungskräfte in die Unis zu schicken, damit sie die Welt der IT erklären.

Das SAP Forum in Moskau bietet Kunden die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen. Welche Erfolge konnten Sie dieses Jahr verbuchen?

Orekhov: Dieses Jahr ist es uns gelungen, sehr viele Leads für SAP S/4HANA – das Thema der Veranstaltung – zu generieren. Mit 3.200 Besuchern hatten wir so viele Teilnehmer wie nie zuvor. Und das gilt nur für Russland. Weitere Foren, die wir dieses Jahr in der CIS-Region noch durchführen werden, sind hier nicht berücksichtigt.

Laut einer Erhebung Ende des vergangenen Jahres sind die SAP-Kunden in CIS recht zufrieden. Woran liegt das?

Orekhov: Da kommen mehrere Dinge zusammen. Zunächst reden wir wirklich sehr viel miteinander. Zusätzlich haben wir vergangenes Jahr mehrere Initiativen gestartet. So fragen wir beispielsweise nach 100 Tagen beim Kunden nach, wie sich das Projekt entwickelt. Wir übernehmen Verantwortung für den Projekterfolg und zeigen dies auch – was der Kunde honoriert. Dieses Engagement reicht übrigens über die Betreuung unserer strategischen Kunden hinaus. Zudem wurde die Zahl der so genannten Delivery-Kollegen erhöht, die Kunden bei konkreten Anforderungen unterstützen.

Sie sind der jüngste Managing Director der SAP. Welchen Rat möchten Sie Nachwuchsvertrieblern mit auf den Weg geben?

Orekhov: Ich erzähle immer wieder, dass die SAP vor allem eine globale Netzwerk-Organisation ist. Je mehr Leute man kennt, desto stärker wird man von diesem Netzwerk profitieren. Es steckt so viel Wissen in unserem Konzern, dass man die Antworten auf seine Fragen irgendwann einfach finden musst. Und: Bei SAP ist alles möglich – so lange man teamorientiert vorgeht, seine Sache immer ordentlich erledigt und permanent im Sinne des Kunden handelt.

 Bildquellen: Shutterstock (feature), SAP

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