Die SAP-Roadmap für den Handel

Feature | 5. November 2013 von Andreas Schmitz 0

Foto: Shutterstock

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Mobile, Teleshopping, Katalog, Webshop, Filiale: Die Verkaufskanäle werden immer unüberschaubarer, die Handelsunternehmen den Kunden vorsetzen. Das eigentliche Problem beginnt jedoch erst, wenn sämtliche „Channels“ prozessseitig integriert werden. „Omnichannel“ nennt das Andreas Wormbs, Industry Principal Retail für Deutschland bei SAP: „Die gesamte Kaufhistorie eines Kunden muss bei Bedarf sofort vorliegen“ – egal, ob er im Laden, im Webshop oder via App seine Produkte gekauft hat. Wormbs etwa hatte kürzlich in einem Webshop-App schon den Artikel im Warenkorb, als er feststellte, dass die Kreditkartennummer noch die alte ist. Beim Versuch, die neue einzugeben, gab es Probleme und er gab den Kauf über die mobile App zunächst auf. Zuhause ging er dann über seinen Rechner wieder ins System und stellte fest, dass der gesamte Kaufvorgang noch im System war und er sich wieder dort einklinken konnte. „Ein schöner Webshop reicht allein nicht aus“, sagt Wormbs, „der Gesamtprozess muss funktionieren“.

Und dieser Prozess muss den gesamten Verkaufszyklus eines Produktes abdecken – vom Erstkontakt bis hin zum erfolgreichen Verkauf der Produkte.

Allgemein gibt es drei Fokusrichtungen zur weiteren Produktinnovation im SAP-Retailportfolio:

1. Maßgebliche Innovationen werden über eigene Entwicklungen realisiert. Beispielhaft ist hier das Customer Activity Repository zu nennen, welches seit Sommer 2013 im Markt ist. Es vereint Verkaufstransaktionen von mehreren Kanälen für Multi-Channel-Prozesse – vom Transaction Log  (TLog) über Web Channel Sales  Order bis hin zum ERP Sales Order. Zudem ermöglicht SAP HANA einen Echtzeit-Zugriff zur Datenanalyse. Neben dem Zusammenführen aller Kunden- und Artikeldaten befinden sich im CAR zusätzlich Algorithmen für verschiedene  Geschäftsfelder wie etwa Bestandsprognosen oder Data-Mining-Analysen. „Nichts ärgert die Kunden mehr, als wenn Produkte nicht zu haben sind, die möglicherweise auch noch vorher extra beworben worden sind“, so SAP-Mann Wormbs. In Planung sind aktuell Funktionalitäten für Vorhersagemodelle (Predictive Analytics) sowie persönliche Kundenansprachen mit Angebote. Über Vorhersagemodelle sollen sich Entwicklungen prognostizieren lassen, die mittel- bis langfristig eintreten. „Wichtig ist nun, dass die Kunden in die Lage versetzt werden, diese neuen Innovationen schnell zu nutzen“, fordert SAP-Retailexperte Wormbs. Ein wichtiger Schritt dahin sind vorpaketierte Softwarelösungen, die Rapid Deployment Solutions. „Über RDS können die Kunden diese Lösungen schnell produktiv setzen“, so Wormbs. Für CAR ist eine solches Paket in Planung.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die Fokusrichtungen zwei und drei

Andreas Wormbs, Industry Principal Retail für Deutschland bei SAP. (Foto: SAP)

Andreas Wormbs, Industry Principal Retail für Deutschland bei SAP. (Foto: SAP)

2. In anderen Teilbereichen arbeitet SAP mit Partnern zusammen. GK Software ist ein solcher gesetzter Portfoliopartner für Kassen- und Filialsysteme. Hier ist es auch wichtig, dass die GK-Lösungen die integrierten Prozessketten im Bereich Omnichannel bedienen. Zudem müssen Bonusprogramme müssen auch an der Kasse ankommen und genutzt werden können.

3. Für andere Prozessschritte kauft SAP gezielt zu. So hat SAP im August den Spezialisten für e-Commerce hybris gekauft. Mit der Akquise erweiterte SAP sein Handelsportfolio um eine moderne E-Commerce Plattform. Wichtige Lösungsbausteine sind hier der Webshop, das im Markt unter SAP-Kunden bereits etablierte Content-Management-System und die Orderplattform. „Wichtig ist jetzt, dass es eine gemeinsame Roadmap für ein integriertes Lösungsangebot mit SAP Retail und SAP CRM geben wird“, so Wormbs, „für Details ist die Akquise allerdings noch zu jung.“

Alle diese Entwicklungen haben vorrangig das Ziel, den Händlern im Mix aus dem Kontakt,  dem Verkauf, dem Service und der Garantie das beste Gesamtpaket zum Kunden anbieten zu können. Denn der Kunde ist nicht mehr so einfach zu gewinnen wie vor einigen Jahren: „Er ist top informiert, formuliert seine Wünsche und möchte Produkte mit beeinflussen“, weiß Andreas Wormbs. Schon beim Betreten eines Ladens kennt er die Preise, hat Preisvergleiche angestellt und erwartet das beste Angebot. Wormbs: „Darauf muss ein Händler optimal vorbereitet sein“.

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