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SAP S/4HANA: Hype oder Realität?

3. Juni 2016 von Tim Clark 0

Auf der SAPPHIRE NOW in Orlando beurteilten zwei SAP-Kunden, Lockheed Martin and Topco, das Potenzial von SAP S/4HANA für ihre Unternehmen.

Wer sich wie ich die sehr gut besuchten Vorträge der US-amerikanischen Unternehmen Lockheed Martin und Topco angehört hat, könnte daraus schließen, dass SAP S/4HANA mehr als ein Hype ist.

Der Rüstungs- und Technologiekonzern Lockheed Martin, der 125.000 Mitarbeiter beschäftigt und 46 Milliarden US-Dollar Umsatz erwirtschaftet, strukturiert gerade fünf Geschäftsbereiche und die dazugehörigen Infosysteme um und setzt SAP für Kerngeschäftsprozesse ein. 2011 kam das Unternehmen zum ersten Mal mit SAP HANA in Berührung: Sie testeten SAP HANA als Sidecar-Szenario und waren „begeistert“, dass der Prototyp „so gut funktionierte“, berichtete Jeff Morin von Lockheed Martin. Im Anschluss daran entschied das Unternehmen, SAP S/4HANA Simple Finance zu pilotieren. Zu den Projektzielen zählten:

Funktionale Datenverarbeitung

  • Vereinfachung der täglichen Aufgaben von Analysten im Bereich Finanzen und Rechnungswesen
  • geringere Bearbeitungszeiten für Daten und Batch-Jobs
  • Einsatzmöglichkeiten von Central Finance
  • benutzerfreundlichere Bedienoberfläche durch SAP Fiori

Technische Veränderungen

  • Auswirkungen auf ABAP, da physische Tabellen durch Datenbanksichten ersetzt werden
  • geringere Datenbankgröße

Aufwand für Upgrades

  • Anforderungen an Umgebungskomponenten
  • Zeitaufwand bei Ausfallzeiten

Was kam unter dem Strich heraus? Laut Morin lief die Umstellung von einer Oracle-Datenbank auf SAP HANA reibungslos – teilweise auch durch die Erfahrung aus anderen Geschäftsbereichen. Das Datenvolumen ging um über 60 Prozent zurück, die Laufzeit verkürzte sich um ungefähr 45 Prozent, und zwar ohne Fehler zu beheben oder Software abzustimmen. „Uns gefallen auch die Fiori-Apps und die benutzerfreundliche Oberfläche“, so Morin.

Die Migration von SAP ECC HANA auf SAP Simple Finance war dann aus unterschiedlichen Gründen etwas schwieriger. Allerdings konnte Lockheed Martin die meisten Probleme in Zusammenarbeit mit SAP lösen, sagte Morin und empfahl dem Publikum, sich an SAP-Programmen zur Markteinführung zu beteiligen.

Topco vereinheitlicht Prozesse mit SAP HANA

Als das privat geführte US-Unternehmen Topco seine IT umstellte, standen auch Produkte von NetSuite and Oracle zur Wahl. Der Hersteller von Unternehmenslösungen für die Lebensmittelbranche entschied sich letztendlich für die SAP Business Suite 4 SAP HANA.

„Bei uns steht nicht nur die Technologie, sondern vor allem die Organisation an sich im Mittelpunkt“, erklärte Johnathan Morse, der als Vice President für den Bereich Technology and Continuous Improvement zuständig ist. „Einige unserer Geschäftsbereiche waren in der Vergangenheit isoliert und wir haben den Umbruch im Unternehmen genutzt, um diese Informationssilos abzubauen. Wir wollten unsere Prozesse – soweit möglich – vereinheitlichen.“

Teil dieser Standardisierung ist laut Morse ein dreistufiges Konzept: „Wenn ein Unternehmen seine IT mit allem Drum und Dran umstellen möchte, ist das eine große Herausforderung.“

Nach Aussagen von Morse verglich das Unternehmen zunächst die Wünsche der Geschäftsanwender mit dem tatsächlichen Bedarf und priorisierte dann rigoros.

„Wir hinterfragten jeden Vorschlag“, erklärte Morse. „Wir wollten uns nicht mehr nur auf die IT-Abteilung oder die Beratung verlassen. Stattdessen sollten diejenigen zu Wort kommen, die die Lösung im Alltag auch nutzen. Dieses Vorgehen hat sich bewährt und ich kann es nur jedem empfehlen, der ein umfangreiches Implementierungsprojekt durchführt.“

Da er Standardprodukte der SAP einführen und keine bestehenden Lösungen neu entwickeln wollte, stellte Morse den Geschäftsanwendern folgende Fragen:

  • Welches Vorgehen schlägt die SAP vor?
  • Wie oft taucht dieses Problem auf?
  • Gibt es eine manuelle Behelfslösung?
  • Muss die Anforderung unbedingt umgesetzt werden oder handelt es sich eher um eine Zusatzfunktion?

Von 609 Anforderungen genehmigten Morse und sein Team 35 Prozent. 65 Prozent wurden abgelehnt oder zurückgestellt. Dadurch, dass Topco während der Implementierung unnötige Anpassungen auf ein Minimum reduzierte, entstand folgender geschäftlicher Nutzen für das Unternehmen:

sapphire benefits

Auf der SAPPHIRE Now stellte Topco-Manager Morse die Geschäftsvorteile der SAP-Plattform vor.

Die SAP-Plattform bietet neue Möglichkeiten

  • Produkthierarchie nach Industriestandard
  • Moderne Funktionen für Reporting und Analysen

Besserer und automatisierter Auftragsfluss

  • Von 11 Prozent vor SAP bis hin zu 40 Prozent nach der SAP-Implementierung
  • Funktion zur Umrechnung von Maßeinheiten

Bessere Stammdatenverwaltung und höhere Genauigkeit

  • Deutlich verbesserte Stammdatenqualität
  • Weniger fehlgeschlagene elektronische Datenübertragungen
  • Höhere Genauigkeit und Vollständigkeit der Daten

Finanzen: Vistex, automatisierte Zahlungsabwicklung und elektronische Kontoauszüge

  • Vistex verbesserte sofort den Rabattabzug – Anwender waren begeistert
  • Automatisierte Zahlungsabwicklung stieg von Null auf über 50 Prozent nach der SAP-Implementierung, Tendenz steigend
  • Elektronische Kontoauszüge vereinfachen und verbessern den Kontenabgleich

Bessere Kommunikation mit Partnern in Bezug auf Preise

  • Neu gestaltete Prozesse und Berichte zur Preisgestaltung eröffnen neue Möglichkeiten
  • Einbindung partnerspezifischer Informationen wie Artikelnummern in die Preisberichte von Topco

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf SAP Business Trends.

Top-Bild via Shutterstock

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