SAP-Services virtuell verdrahten

Feature | 11. Juli 2005 von admin 0

FlexFrame-Komponenten

FlexFrame-Komponenten

Grid-Technologie verteilt Rechenkapazitäten auf ein Netz aus vielen Einzel-PCs und sorgt auf diese Weise dafür, dass sich betriebswirtschaftliche Software einfacher, kostengünstiger und sicherer verwalten lässt. Damit macht sie Investitionen in zusätzliche Hardware wesentlich effektiver, teilweise sogar überflüssig. Die Lösungen der mySAP Business Suite sind bestens für eine Grid-Architektur geeignet, denn sie sind Service-orientiert aufgebaut und skalierbar. Mit seiner flexiblen Struktur bietet SAP NetWeaver die Mittel, Anwendungsdienste losgelöst von einer festen Hardware-Basis aus zu starten, sie quasi zu “virtualisieren”. Die Infrastrukturlösung FlexFrame for mySAP, die Fujitsu Siemens Computers vor ungefähr drei Jahren auf den Markt brachte, liefert Funktionen, die das Leben im Grid leichter und sicherer machen. Als Implementierungspartner sorgt die NYX3 GmbH für eine professionelle Integration beim Kunden.

Adaptive Computing bringt den Überblick

Von Client-Server zur Enterprise Services Architektur

Von Client-Server zur Enterprise Services Architektur

Der Technologiesprung der SAP AG von der klassischen Client-Server-Architektur in SAP R/3 zur Enterprise Services Architecture der mySAP Business Suite brachte das seit 20 Jahren diskutierte Thema Adaptive Computing wieder auf den Plan. In klassischen IT-Umgebungen wird jeder benötigte Dienst einem bestimmten Server zugeordnet; es existiert also eine starre Verbindung zwischen beispielsweise einer SAP-Komponente und dem zugehörigen Server. Jede neue SAP-Komponente benötigt einen neuen Server. Der Austausch eines vorhandenen Servers gegen einen neuen ist aufwändig, teuer und mit Ausfallzeiten im Produktivbetrieb verbunden.
Konnte man in der komponentenorientierten Client-Server-Architektur alle Instanzen von Datenbanken und Applikationen noch auf wenigen überschaubaren Servern zusammenfassen, so verlangt die Enterprise Services Architecture, dass diese für jeden hinzukommenden Service neu aufgebaut werden. In der klassischen IT-Infrastruktur müsste hierfür zusätzliche Hardware beschafft werden.
Adaptive Computing, genauer gesagt, der SAP Adaptive Computing Controller (SAP ACC), virtualisiert die SAP-Services, das heißt, lädt sie bei Bedarf in Echtzeit auf einzelne Server oder ruft sie wieder zurück. Jeder definierte Service erhält bei der Installation eine virtuelle IP-Adresse und einen Hostnamen, wodurch er sich auf jedem verfügbaren Server starten lässt. Mit einem einfachen Kommando stoppt der Administrator einen Service, etwa eine Datenbank, auf Server A und startet ihn auf Server B neu. Die Lösung FlexFrame unterstützt alle Funktionen des SAP ACC und ergänzt seinen Leistungsumfang. Beispielsweise lassen sich die gesamte SAP-Umgebung und alle Services – auch ältere SAP R/3 Releases sind integrierbar – durch autonome Überwachungs- und Regelungsagenten ständig verfügbar halten. Ein Server lässt sich innerhalb kürzester Zeit gegen einen anderen austauschen – ohne eine Änderung in den Konfigurationsdateien. Das Netzwerk für solche Anwendungen setzt sich aus vier logisch getrennten Einzelnetzen zusammen, so dass keine Engpässe auftreten. Server werden in separaten Pools verwaltet: Pro Kunde oder Abteilung lässt sich beispielsweise ein Pool anlegen, der eine gemeinsame Nutzung der Server gestattet.

Agenten und Instrumente zur Zentralisierung

Die Lösung FlexFrame setzt sich aus den Hauptkomponenten Applikationsknoten, NetApp-Filer und Kontrollknoten zusammen.

1. Applikationsknoten – zentrales Betriebssystem

FlexFrame-Infrastruktur

FlexFrame-Infrastruktur

Die Serversysteme, auf denen ein oder mehrere Services ablaufen, werden in einer FlexFrame-Konfiguration Applikationsknoten genannt. Als solche lassen sich alle für SAP zertifizierten Server der Produktfamilie Primergy (Linux) und Primepower (Solaris) verwenden. Diese Applikationsknoten werden über das Netzwerk mit dem zentralen Betriebssystem (Linux oder Solaris) gebootet, welches in einer Kopie auf dem gemeinsam genutzten Speicher (Network Appliance Filer) vorliegt und nur mit Lesezugriff installiert wurde. Das Booten eines gemeinsamen Betriebssystems über das Netzwerk und der ausschließliche Lesezugriff verhindern ungewollte Manipulationen. Selbst wenn es einem nicht autorisierten Nutzer gelingt, Zugriff auf das Betriebssystem eines Applikationsknotens zu erhalten, kann er keine Änderungen vornehmen.
Kommt nun ein neuer Server hinzu, so lässt er sich einfach in die vorhandene Serveranordnung einbauen, an Netz- und Stromversorgung anschließen und über die Kontrollknoten allen SAP-Services zur Verfügung stellen. Über das Netz steht er damit ohne Verzögerung als Medium zum Booten zur Wahl – ohne dass ein Adminstrator nochmals Betriebssystem oder andere Software-Komponenten auf ihm installieren muss.

2. NetApp Filer – zentrales Speichersystem

Die NetApp Filer von FlexFrame sind über ein IP-Netzwerk an die Serversysteme angeschlossen. Alle wesentlichen Operationen im Dateisystem erfolgen im zentralen Speicher, nicht mehr auf den einzelnen Servern. Spezielle Funktionen erhöhen die Datensicherheit: Die Funktion Snap Shot erstellt Online-Sicherungen wie einen Bildschirmabgriff und ermöglicht innerhalb von Minuten den Zugriff auf frühere Datenversionen. Snap Restore leistet Vergleichbares innerhalb weniger Sekunden für frühere Versionen eines Dateisystems.

3. Kontrollknoten – Monitoring und hohe Verfügbarkeit

In den Kontrollknoten sind alle für den Betrieb einer FlexFrame-Infrastruktur notwendigen Funktionen integriert: Booten aus dem Netzwerk (Net-Boot-Service), Datensicherung sowie Agenten für hohe Verfügbarkeit der Applikationsknoten und der SAP-Services. Die Kontrollknoten bestehen jeweils aus zwei Servern, die unabhängig von den Applikationsknoten gruppiert sind. Sie stellen sicher, dass alle für den Betrieb von FlexFrame- und SAP-Lösungen notwendigen Dienste jederzeit zur Verfügung stehen.
Für die Lösung FlexFrame wurden autonome Hochverfügbarkeitsagenten entwickelt, die spezifisches Wissen über die von den SAP-Services benötigten Ressourcen enthalten. Während der Laufzeit kontrollieren sie zum Beispiel über die Prozessliste in Abständen von Minuten, ob die SAP-Services vollständig gestartet wurden, also verfügbar sind.

Effizienter Betrieb von SAP-Lösungen

TCO-Analyse

TCO-Analyse

Analysen des Beratungshauses Bearing Point bei Kunden haben bestätigt, dass FlexFrame die Betriebskosten teils um mehr als 60 Prozent reduziert. Die durchschnittliche Amortisationsdauer einer Investition liegt bei weniger als 20 Monaten. Technische Neuerungen lassen sich dank der Modularität der Lösung einfach integrieren und wirtschaftlich realisieren. Nur noch ein einziges Betriebssystem muss verwaltet, Änderungen nur einmal ausgeführt werden. Je mehr Applikationsknoten ein Kunde verwendet, desto mehr Verwaltungskosten kann er mit diesen Funktionen einsparen. Erweiterungen eines bestehenden Verbundes aus Applikationsknoten erfordern keine Änderung der Konfiguration. Auch aufwändige Tests werden überflüssig.

Fujitsu Siemens Computers

Fujitsu Siemens Computers

Die Funktionen von FlexFrame machen SAP-Services unabhängig von Betriebssystemen und Servern. Ein Umzug von SAP-Services von einem Server auf den anderen lässt sich innerhalb von Minuten bewerkstelligen. Mit FlexFrame-Lösungen lassen sich nicht benötigte SAP-Services stoppen und die freigewordenen Ressourcen flexibel für andere SAP-Services verwenden. Beispielsweise dient ein Server am Monatsende für die Gehaltsabrechnung und danach als zusätzlicher Applikationsserver für Planungsläufe in der Produktionsplanung oder für das Reporting im Rahmen einer Datawarehouse-Lösung. Diese Flexibilität versetzt Unternehmen in die Lage, Anwendern und Kunden SAP-Services nach Bedarf sofort anzubieten.
Weitere Informationen: www.fujitsu-siemens.de/flexframe

Roland Stillinger

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