Eine Branche erfindet sich neu

Feature | 17. März 2011 von Uta Spinger, Stephan Magura 0

Industrialisierung_IT

Er schraubt bis zum Wahnsinn. Die Rede ist von Charlie, der die Folgen des Taylorismus am eigenen Leib zu spüren bekommt. Als Arbeiter am Fließband steckt er nach einem Maschinendefekt im großen Räderwerk fest, wird befreit, dreht durch, rennt aus der Fabrik und stellt arglosen Passanten mit seinen Schraubenschlüsseln nach. Schließlich wirft der Chef ihn hinaus. In seinem Film Moderne Zeiten von 1936 kritisiert Charlie Chaplin unter anderem den durch die Mechanisierung der Arbeit hervorgerufenen Verlust der Individualität.

Andererseits führte gerade diese Industrialisierung im 20. Jahrhundert zu enormen Produktivitätsgewinnen. Ihre stärksten Hebel heißen Standardisierung und Automatisierung. Mit dem T-Modell baute Ford damals als erster Hersteller ein Automobil komplett am Fließband zusammen. Als weitereMerkmale der Industrialisierung gelten die Montage des Erzeugnisses aus vorgefertigten Komponenten, die stetige Verbesserung der Produkte und Prozesse sowie eine geringere Fertigungstiefe.

Ausgelagert werden insbesondere solche Leistungen, die für das Kerngeschäft nebensächlich sind. Wirtschaftsinformatiker wie Professor Walter Brenner von der Universität St. Gallen übertragen die Prinzipien der Industrialisierung auf die Informationstechnik. Die IT könne sich diesem Wandel, der ganze Branchen revolutioniert habe, nicht entziehen. Schon 2007 schrieb Brenner in der Computerwoche: „Wer nicht als Verlierer daraus hervorgehen will, muss die Bedeutung der Industrialisierung in der IT gründlich durchdenken.“

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