SAP steigert Umsatz um 41% auf 8,5 Mrd. DM – Fast 6.500 neue Mitarbeiter

Pressemitteilung | 26. Januar 1999 von SAP News 0

WalldorfDie SAP AG hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 1998 um 41% auf 8,47 Mrd. DM (4,33 Mrd. Euro) erhöht. Bereinigt um die negativen Währungseffekte ist der Umsatz sogar um 45% gestiegen. Dank der konsequenten Umsetzung ihrer Expansionsstrategie hat die SAP ihre führende Position im Markt für betriebswirtschaftliche Standardsoftware weiter ausgebaut. Dazu trug insbesondere die außerordentlich erfolgreiche Geschäftsentwicklung in Amerika und Europa bei. Hingegen hat der starke Einbruch im Japangeschäft dazu geführt, daß die Gewinnentwicklung mit dem Umsatzwachstum nicht Schritt halten konnte. Gemäß den vorläufigen Geschäftszahlen stieg der Gewinn je Aktie um 14% auf 10,07 DM (5,15 Euro; Vorjahr: 8,87 DM / 4,54 Euro). Mit der Einstellung von fast 6.500 neuen Mitarbeitern weltweit hat die SAP erhebliche Vorabinvestitionen getätigt, die ihr helfen werden, in den kommenden drei Jahren den Umsatz in etwa zu verdoppeln.

Das Ergebnis ist von dem starken Einbruch des Japangeschäfts,
der sich im 4. Quartal unerwartet beschleunigt hat, beeinträchtigt
worden. So schlug sich der Ausfall von Software-Umsatzerlösen in Japan
in Höhe von rund 200 Mio. DM nahezu im vollen Umfang im Ergebnis nieder.
Von der unverzüglich eingeleiteten Reorganisation des japanischen Vertriebs
erwartet der SAP-Vorstand zukünftig eine deutliche Verbesserung der
Absatzprognosen hinsichtlich ihrer Genauigkeit und Qualität. Weiterhin
hat die Umstellung bei der Realisierung von Umsätzen in Rußland
auf die schärfere

“Cash-Methode” das Ergebnis um weitere rund 40 Mio. DM gemindert.

“Grundlagen für das künftige Wachstum geschaffen”

“Trotz der besonderen Belastungsfaktoren war 1998 für die SAP ein
sehr erfolgreiches Jahr, vor allem weil wir unsere führende Position
gegenüber den Wettbewerbern ausgebaut haben”, resümiert Hasso
Plattner, Vorstandssprecher der SAP AG. “Mit der konsequenten Fortführung
der Entwicklung neuer Produkte, der strikten Fokussierung auf die Bedürfnisse
der Software-Anwender, der erfolgreichen Umsetzung unserer Branchenstrategie
sowie der weltweiten Intensivierung des direkten und indirekten Vertriebs
haben wir uns die Grundlagen für das zukünftige Unternehmenswachstum
geschaffen”, erklärt Plattner.

Im 4. Quartal erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem 4. Quartal
1997 um 18% auf 2,59 Mrd. DM. Zu konstanten Wechselkursen wäre der
Umsatzanstieg sogar um 8 Prozentpunkte höher ausgefallen. Das Ergebnis
vor Steuern gab um 15% auf 712 Mio. DM nach. Der Produktumsatz legte um
2% auf 1,62 Mrd. DM zu. Die Umsatzerlöse in der Beratung bzw. in
der Schulung stiegen um 73% auf 713 Mio. DM bzw. um 30% auf 234 Mio. DM.
Der Umsatz in der Vertriebsregion Amerika wuchs um 28% auf 1,20 Mrd. DM
und in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) um 20% auf 1,17
Mrd. DM. In der asiatisch-pazifischen Region (APA) fiel der Umsatz um
22% auf 228 Mio. DM.

Im Geschäftsjahr 1998 wurde die Umsatzausweitung von 41% auf 8,47
Mrd. DM (4,33 Mrd. Euro) von einem Anstieg der Kosten um 51% auf 6,77
Mrd. DM (3,46 Mrd. Euro) begleitet. Das Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit legte daher um 15% auf 1,92 Mrd. DM (0,98
Mrd. Euro) zu. Dabei wird das Ergebnis vor Steuern durch Rückstellungen
für das Mitarbeiterbonusprogramm STAR (Stock Appreciation Right”)
in Höhe von 47 Mio. DM belastet. Der Jahresüberschuß stieg
um 14% auf 1,05 Mrd. DM (0,54 Mrd. Euro), wobei eine Gesamtsteuerrate
von voraussichtlich 45,2% unterstellt wird nach 44,5% im Vorjahr. Unter
Berücksichtigung der gestiegenen Anzahl der ausgegebenen Aktien (104,6
Mio. Stück per Ende 1998 nach 104,3 Mio. Stück per Ende 1997)
erhöhte sich der Gewinn je Aktie um 14% auf 10,07 DM (5,15 Euro;
Vorjahr: 8,87 DM / 4,54 Euro).

Negative Währungseinflüsse haben die Wachstumsraten der SAP
beeinträchtigt. Zu konstanten Wechselkursen von 1997 wäre das
Umsatzwachstum um 4 Prozentpunkte höher ausgefallen als zu den tatsächlichen
Wechselkursen. Die Kosten wären um

1 Prozentpunkt und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
um 3 Prozentpunkte stärker gestiegen.

Der Produktumsatz stieg um 28% auf 5,26 Mrd. DM. Der Software-Umsatz
erhöhte sich um 25% auf 4,69 Mrd. DM. Dabei verteilt sich der Software-Umsatz
auf Erlöse aus dem Verkauf neuer Software-Lizenzen und dem Vertrieb
neuer Software-Releases. Die reinen Wartungserlöse legten um 67%
auf 574 Mio. DM zu. Der Großteil des Produktumsatzes (Software und
Wartung) entfiel auf den Umsatz mit dem SAP-Hauptprodukt R/3, der um 31%
auf 5,05 Mrd. DM zunahm. Der Bereich Beratung wuchs um 75% auf 2,19 Mrd.
DM, und der Bereich Schulung legte um 54% auf 0,89 Mrd. DM zu. Das dynamischste
Wachstum erzielte erneut die Absatzregion Amerika mit 52% auf 3,91 Mrd.
DM. In der Region EMEA wuchs der Umsatz um 44% auf 3,80 Mrd. DM. Beeinträchtigt
von dem Einbruch im Japangeschäft gab der Umsatz im APA-Raum um 5%
auf 0,77 Mrd. DM nach.

“Umsatz in drei Jahren verdoppeln”

Die SAP hat 1998 erneut massiv in neue Mitarbeiter investiert, um sich
damit auf die sich längerfristig bietenden Wachstumschancen vorzubereiten.
Zum Jahresende 1998 waren weltweit 19.308 Mitarbeiter oder 50% mehr als
vor Jahresfrist beschäftigt. Überproportional wurde der Bereich
Forschung & Entwicklung ausgebaut, und zwar um 68% auf nunmehr 4.818
Mitarbeiter. Dies unterstreicht die Strategie der SAP, in neue Produkte
und Produkterweiterungen zu investieren. Allein in Deutschland (7.580
Beschäftigte per Ende 1998) wurden 2.064 neue Stellen geschaffen.
Der Pro-Kopf-Umsatz der im Jahresmittel Beschäftigten (17.323) gab
um 6% auf 489 TDM (Vorjahr: 521 TDM) nach.

“Mit der Einstellung von fast 6.500 neuen Mitarbeitern weltweit haben
wir erhebliche Vorabinvestitionen getätigt, die uns helfen werden,
in den kommenden drei Jahren unseren Umsatz in etwa zu verdoppeln”, hebt
Henning Kagermann, Vorstandssprecher der SAP AG, hervor. “Unter Berücksichtigung
möglicher Währungsschwankungen und der weiteren wirtschaftlichen
Entwicklung gehen wir für das Geschäftsjahr 1999 von einem Umsatzwachstum
zwischen 20 und 25% aus”, so Kagermann weiter. Dabei plant der Vorstand
die Erhöhung der Rendite vor Steuern um bis zu 1 Prozentpunkt gegenüber
1998.

Höhepunkte 1998

Zu den Höhepunkten der SAP im zurückliegenden Geschäftsjahr
zählten:

  • Die konsequente Fortführung der Entwicklung neuer Produkte liegt
    voll im Plan. Die ersten dieser “New Dimension”-Produkte sind bereits
    erfolgreich im Markt plaziert. So ist das seit August 1998 gelieferte
    “Business Information Warehouse” (BW), die analytische SAP-Softwarelösung
    zur Unterstützung von Management-Entscheidungsprozessen, bereits
    mehr als 300 mal verkauft worden. Der erst seit Dezember 1998 gelieferte
    “Advanced Planner and Optimizer” (APO), die Planungssoftware aus der
    SAP-Initiative für Produkte zur Steuerung und Optimierung von logistischen
    Prozeßketten (“Supply Chain Management”), ist bereits mehr als
    100 mal abgesetzt worden. Die Entwicklung von Produkten zur Vertriebsunterstützung
    ist auf eine umfassende Initiative für Produkte zur Verwaltung
    und Optimierung von Kundenbeziehungen (“Customer Relationship Management”)
    ausgebaut worden. In dieser Initiative wird die SAP drei Produkte liefern,
    nämlich SAP Sales und SAP Service im 2. Quartal 1999 sowie SAP
    Marketing im 4. Quartal. Im Bereich des Internetgeschäfts nutzen
    bereits heute schon mehr als 2 Mio. Anwender die Mitarbeiter-Selbstservice-Anwendungen
    der SAP auf Basis der Internet-Technologie. Für das Internetgeschäft
    (“E-Business”) wird die SAP Ende des 1. Quartals 1999 ihr Produkt “SAP
    B2B Procurement” (“Business-to-Business Procurement”) auf den Markt
    bringen. “SAP B2B Procurement” ermöglicht es Unternehmen, die Beschaffung
    von Waren- und Vorprodukten über das Internet zu steuern.
  • Mit dem Ziel der strikten Konzentrierung auf die Bedürfnisse
    der Anwender hat die SAP unter dem Namen EnjoySAP eine Entwicklungsoffensive
    gestartet, die den bestehenden und neuen Nutzern von SAP-Software zu
    einer höheren Produktivität und mehr Spaß beim Arbeiten
    mit dem System verhelfen soll. So werden die SAP-Produkte beispielsweise
    über Design-Verbesserungen leichter zu erlernen, schneller zu bedienen
    und besser an die spezifischen Arbeitsanforderungen anzupassen sein.
  • Die Ende 1997 gestartete Reorganisation des Entwicklungsbereichs in
    13 Industry Business Units (IBUs) mit dem Ziel der stärkeren Branchenausrichtung
    ist erfolgreich umgesetzt worden. Als erstes Softwareunternehmen präsentierte
    die SAP zu jeder ihrer mittlerweile 17 Branchenlösungen, die in
    den 13 IBUs entwickelt werden, jeweils eine sogenannte Solution Map,
    welche die funktionalen Anforderungen der jeweiligen Branchen an die
    Software auf verschiedenen Ebenen detailliert darstellt.
  • Der weltweite Vertrieb über den direkten und indirekten Kanal
    wurde intensiviert. Parallel zur Gründung der IBUs auf Entwicklungsebene
    hat die SAP zur Unterstützung ihrer Branchenstrategie spezielle
    Vertriebs- und Serviceteams gebildet. Ziel dieser Spezialistengruppen
    ist es, die Branchenlösungen im permanenten Kontakt mit den Kunden
    enger an deren Bedürfnissen auszurichten und schneller in den Markt
    zu bringen. Im indirekten Vertrieb hat die SAP fast 800 neue Kunden
    gewonnen, rund doppelt so viele wie im Vorjahr.
  • Zum Jahreswechsel 1999 sind mehr als 850 neue R/3-Installationen ohne
    Probleme in Betrieb gegangen. Dies belegt das hohe Maß an Stabilität
    der SAP-Produkte und unterstreicht die Fähigkeit der SAP, eine
    große Anzahl von Einführungsprojekten termingerecht und erfolgreich
    zu bewältigen. Rund 4.000 SAP-Installationen bei den Kunden wurden
    zum Jahreswechsel auf den Euro umgestellt. Das heißt, daß
    diese Kunden ihre Rechnungen sowohl in Euro als auch in ihrer Hauswährung
    ausstellen können. Darüber hinaus haben alle neun Landeszentralbanken
    der Bundesrepublik Deutschland als erste SAP-Anwender am 3. Januar 1999
    sowohl ihre Transaktions- als auch ihre Hauswährung problemlos
    auf den Euro umgestellt.
  • Die SAP-Aktien sind am 3. August 1998 erfolgreich an der New York
    Stock Exchange eingeführt worden. Die Notierung der SAP-Aktie war
    die größte Börseneinführung in der mehr als 200jährigen
    Geschichte der New Yorker Börse.
  • Erneut hat die SAP mit ihrem internationalen Zyklus von Anwenderkonferenzen
    Maßstäbe in der Besucherzahl gesetzt. Auf den beiden größten
    SAPPHIRE-Veranstaltungen wurden jeweils neue Besucherrekorde aufgestellt.
    In Los Angeles wurden mehr als 15.000 Teilnehmern und in Madrid mehr
    als 8.000 Teilnehmern gezählt. Nicht minder erfolgreich verliefen
    die übrigen regionalen SAPPHIREs in Yokohama und Melbourne. Der
    hohe Zuspruch der Anwender belegt die unvergleichlich hohe Akzeptanz
    der SAP-Produkte und ist Beweis für die dauerhafte sowie von Offenheit
    und Fairneß geprägte Beziehung der SAP zu ihren Kunden

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