Kapitalbildung mit Köpfchen

Feature | 20. Januar 2003 von admin 0

Analytische Anwendungen verwandeln Rohdaten in aussagekräftige Informationen, betten sie in einen sinnvollen Ablauf ein und bieten dem Anwender vorgedachte Handlungsoptionen. Sie beziehen sich immer auf Prozesse und verfügen standardmäßig über Schlüsselindikatoren (Key Performance Indicators), mit denen sich die Wirksamkeit der Geschäftsabläufe messen lässt. Damit unterstützen sie Unternehmen bei taktischen und strategischen Entscheidungen, um Gewinn und Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen – sowie die Kosten zu senken. Mit dem SAP Business Information Warehouse (SAP BW), SAP Strategic Enterprise Management (SAP SEM) und dem SAP Enterprise Portal (SAP EP), bietet SAP die Voraussetzungen für die Konzeption, Entwicklung und Implementierung analytischer Anwendungen. Damit lassen sich Daten aus verschiedenen operativen Systemen und Anwendungen nutzen, um eine einheitliche Datenbasis zur Analyse zu erstellen.

Der wichtigste Vorteil beim Bau analytischer Applikationen ist der vordefinierte Business Content im SAP BW, der Unternehmen alle Objekte für den schnellen Aufbau ihres Berichtswesens zur Verfügung stellt – von der Datenextraktion bis hin zu Rollen, die den Mitarbeitern im Unternehmen alle Informationen zur Verfügung stellen, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen. Der vordefinierte Business Content hilft dabei, die Implementierungszeit drastisch zu senken und zwar unabhängig davon, ob dieser Content, wie von SAP festgelegt, integriert wird oder als Ausgangspunkt dient, um kundenspezifische Modelle zu erstellen.

Analytische Anwendungen entwickeln

Mit SAP BW lassen sich große Datenaufkommen verarbeiten, ohne die operativen Systeme zu belasten. Außerdem besteht die Möglichkeit historische Daten zu verfolgen. Dies erlaubt es analytische Anwendungen im SAP BW schrittweise aufzubauen. Zuerst müssen Daten aus Quell-Systemen in das SAP Business Information Warehouse extrahiert werden. Anschließend erfolgt die Analyse – einschließlich Planung und Data Mining im Data Warehouse. Die analytischen Anwendungen nutzen verschiedene Engines wie etwa OLAP Engine oder Data Mining Engine und bestehen aus einer Kombination von Webanwendungen, die sich schließlich in einem Cockpit in das Enterprise Portal einbinden lassen. SAP SEM ergänzt die analytischen Anwendungen um Planungsfunktionalität.

Daten extrahieren, transformieren und laden (ETL)

Der erste Schritt beim Bau von analytischen Applikationen besteht darin, Daten zu extrahieren, zu transformieren und in das SAP BW zu laden. SAP bietet zahlreiche Möglichkeiten Daten aus SAP- und nicht-SAP-Quellen mit Hilfe von Extraktoren ins SAP BW zu übertragen. Die Verbindung zum SAP R/3-System lässt sich über R/3 PlugIn herstellen. Für mySAP Customer Relationship Management (mySAP CRM), mySAP Supply Chain Management (mySAP SCM), mySAP Enterprise Buyer Professional (SAP EBP) oder für viele Branchenlösungen wie Retail, Banken oder Pharma liefert SAP vordefinierte Extraktoren aus. Da in den verschiedenen Quellsystemen die Formate der Daten unterschiedlich vorliegen können, müssen sie vor der Verarbeitung transformiert werden. Die dazu erforderlichen Mappings und Umwandlungen der Metadaten sind im SAP BW bereits voreingestellt.
Mit der DB Connect besteht die Möglichkeit, Daten direkt aus Datenbanken zu extrahieren. Fremdanbieter können SAP Business Application Programming Interfaces (BAPIs) für zusätzliche Angebote nutzen. Solche BAPIs ermöglichen die Extraktion von Daten aus fast allen möglichen Informationsquellen wie beispielsweise aus Altsystemen. Beliebige Daten können auch über flache Dateien (ASCII/CSV-Dateien) in das SAP BW geladen werden. Die Partnerschaft mit Ascential eröffnet weitere Möglichkeiten, Daten zu extrahieren. Sind die Daten in das SAP BW übertragen, lassen sie sich mit Hilfe der SAP-Werkzeuge abbilden und umwandeln. Zuerst erfolgen 1:1-Zuordnungen, anschließend die komplexe Codierung. Damit integrieren Anwender Informationen über das ganze Unternehmen hinweg.

Gespeicherte Daten verwalten (Data Warehouse)

Im zweiten Schritt modellieren Anwender die gespeicherten Daten. Der Data-Warehouse-Layer des SAP BW bietet dazu alle Funktionen einer unternehmensweiten Data-Warehouse-Lösung. Mit dem Operational Data Store (ODS) hinterlegen Anwender eingehende Daten zunächst auf der detailliertesten Ebene. Davon ausgehend können spezielle ODS-Objekte oder multidimensionale InfoCubes für Reporting und Analysezwecke entworfen werden. Stammdaten lassen sich zudem nach Oberbegriffen in sogenannten InfoObjects wie Produkt, Kunde oder Profit Center speichern. Diese InfoObjects können sprachabhängige Texte und Attribute (Eigenschaften) haben, die zudem auch zeitabhängig sein können. Nach Bedarf hinterlegt SAP BW alternative Hierarchien für InfoObjects, beispielsweise verschiedene Arten von Produkthierarchien. Ein leistungsfähiges Metadaten-Repository verwaltet InfoObjects, ODS-Objekte, InfoCubes und zahlreiche weitere Objekttypen des SAP BW. Es zeigt nicht nur die von SAP gelieferten Modelle (Business Content), sondern erlaubt es Kunden und Partnern eigene Modelle zu bauen oder die von SAP vordefinierten Modelle individuell anzupassen. Mit der Open-Hub-Schnittstelle bietet das SAP BW eine Vielzahl von Funktionen für den Export relevanter Daten-Subsets. Ein ausgefeiltes Berechtigungskonzept ermöglicht allen Unternehmensbereichen den Zugriff auf ein gemeinsames Data Warehouse, damit alle Anwender Zugang zu den von ihnen benötigten Daten haben.

Analyse einschließlich Planung und Data Mining (Analytics)

Auf der Grundlage der im SAP BW hinterlegten Daten, lassen sich alle gewünschten Analysearten wie beispielsweise Scoring Modelle, Data-Mining-Verfahren oder ABC-Analysen erstellen. Die Bausteine für komplette analytische Anwendungen bilden einzelne Queries. Mit dem SAP BW Query Designer erstellen Anwender OLAP-Queries zur multidimensionalen Analyse (Slice-And-Dice and Drill-Down). Darüber hinaus stehen betriebswirtschaftliche Funktionen, wie Bedingungen, Ausnahmen und Währungsumrechnung zur Verfügung. SAP BW unterstützt zudem formatiertes Reporting. Der Reporting Agent ermöglicht die Vorberechung von Queries in der Hintergrundverarbeitung (Batchjob) und die Suche nach Alerts. Diese Alerts kann der Anwender entweder im SAP BW oder im SAP Enterprise Portal in einem Alert-Monitor anzeigen. SAP SEM ergänzt diese Lösung um Planungsfunktionen und ermöglicht verschiedene Arten von Planungsanwendungen, wie Kostenstellenplanung oder Kampagnenplanung, die sich problemlos an kundenspezifische Prozesse anpassen lassen.

Bausteine zu Cockpits zusammenführen (Application)

In einem weiteren Schritt führt der Anwender die Bausteine zu sogenannten Cockpits zusammen. Außerdem wird dabei die Interaktion zwischen diesen Komponenten hergestellt. Da SAP BW mit dem Web Application Designer ein Web-Publishing für Queries bietet, sind Anwender in der Lage, reine HTML-Komponenten wie etwa Raster, Diagramme und Karten anzulegen. Die Cockpits der analytischen Anwendungen bieten zudem Closed-Loop-Funktionen, wie beispielsweise den Absprung in transaktionale Systeme. Diese Funktionen ermöglichen nicht nur die Analyse verschiedener Prozesse sondern auch unmittelbare Aktionen und Reaktionen in den datenliefernden Anwendungen. Die Analysefunktionen sind dabei von den operativen, transaktionalen Systemen unabhängig. Die analytische Applikation kann jedoch die Daten der operativen Systeme lesen und in das SAP R/3-System zurückschreiben.

Cockpits stehen im Enterprise Portal zur Verfügung (Portal)

Die Cockpits stehen dem Anwender als Worksets (Glossarbegriff) im Enterprise Portal von SAP zur Verfügung. Damit sind Unternehmen in der Lage, Rollen zu definieren und dem Anwender zuzuweisen. Anwender erhalten so genau die Informationen, Anwendungen und Cockpits, die sie für ihre Arbeit benötigen. Teil der Portallösung sind auch Mechanismen wie Single Sign-On sowie Personalisierung und Berechtigungsprüfungen. Der Portal Builder ermöglicht es, zusätzliche Worksets zum Benutzer-Portfolio hinzuzufügen, beispielsweise solche mit Office-Funktionen wie E-Mail-Eingang und persönlicher Kalender.

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