SAPPHIRE NOW: Willkommen in der vernetzten Welt

Feature | 13. November 2012 von Marcus Winkler 0

Bill McDermott, Vorstandssprecher der SAP AG, spricht auf der SAPPHIRE NOW über die Herausforderung von Cloud, Big Data und Mobility.


Eurokrise, Generalstreik in Spanien, unsichere wirtschaftliche Aussichten für die kommende Zeit – die SAPPHIRE NOW in Madrid steht dieses Jahr unter keinem guten Stern. Und dennoch nennt SAP-Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe zum Start der SAPPHIRE NOW die sich aktuell abzeichnenden Chancen „faszinierend“. Neue Technologien und Innovationen geben Unternehmen die Mittel an die Hand, sich neu auszurichten: „Wir starten in die Ära der Anwender“, sagt Vorstandsprecher Bill McDermott am Beginn seiner Keynote. „Bis 2030 werden fünf Milliarden Konsumenten den Markt verändern. Die klassische Abgrenzung von ‘Business-to-Business’ und ‘Business-to-Consumer’ wird fallen. Die Zukunft gehört Business-to-Business-to-Consumer“, blickt er in die Zukunft. Ein neuer Kräfteverbund entsteht (Gartner nennt ihn „Nexus of Forces“), der soziale Medien, mobile Anwendungen, Cloud Computing und große Datenmengen zu einem neuen großes Ganzen zusammenfügt. „Der Nexus of Forces definiert die Spielregeln neu“, so McDermott.

Im Nexus of Forces werden Information für bessere soziale und mobile Nutzererfahrungen gebildet, mobile Geräte sind die Plattform für erfolgreiches soziales „Netzwerken“ – und Wachstumstreiber in Entwicklungsländern. „In Kenia haben zehn Prozent Wachstum des Mobilmarktes das Bruttosozialprodukt um ein Prozent gesteigert“, sagt McDermott. Aus Networking wird zunehmend Business. Zehn Prozent aller Käufe laufen inzwischen über soziale Netze. Wichtig sei es, sozialen Netzen „zuzuhören“ und dadurch neuen Geschäftschancen zu identifizieren, wie er betont.

Design Thinking lautet das Erfolgsrezept

Die ganze Vielfalt des Nexus of Forces will SAP über den Design-Thinking-Ansatz erschließen. Er erlaubt es, sich bei der Neugestaltung von Produkten und Lösungen auf den Anwender zu fokussieren, ganz neue Freiräume zu schaffen und, so McDermott, „das Wünschenswerte mit dem Sinnvollen“ zu verbinden. „Wir wollen unsere Kunden bei diesem Wandel der Konsumenten, Branchen und Geschäftsnetzwerke unterstützen. Für den Nexus of Forces haben wir schon jetzt die passenden Konzepte am Start.“

Mit SAP CRM powered by SAP HANA stellt die SAP auf der SAPPHIRE NOW das erste Produkt aus der SAP Business Suite vor, dass die In-Memory-Technologie für die Echtzeit-Interaktion mit den Kunden nutzt. Und das ist nur der erste Schritt. „In Kürze können unsere Kunden weitere Produkte in diesem Umfeld erwarten – wir nennen es SAP 360 Customer“, so McDermott. Dazu führt die neue SAP-Lösung die gesamte Bandbreite des SAP-Universums zusammen – Cloud und Mobile, Analytics und Big Data, transaktionale und operationale Daten.

Wie Unternehmen dadurch konkret profitieren können, zeigte Zeinal Bava, CEO von Portugal Telecom. Vor mehreren Jahren noch von einer Übernahme bedroht, hat das Unternehmen mittlerweile durch Investitionen in Technologie die Kehrtwende geschafft, wächst neben dem Heimatmarkt Portugal auch in Brasilien und Afrika. „Wir haben die Reise in die Cloud bereits angetreten. Unsere Kunden wollen Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit“ so Bava. „Diversifikation gewinnt zunehmend an Bedeutung. Daher haben wir Roadmaps of Innovation für alle Geschäftsbereiche geschaffen.“

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Der Nutzen von Geschäftsnetzwerken

Unsicherheit ist die neue Realität. „Wir brauchen eine neue Führung, nicht nur politisch, auch ökonomisch“, betont Snabe in der zweiten Keynote des Vormittags. Europa müsse die Krise, vor allem die Jungendarbeitslosigkeit, überwinden, denn „hier liege die künftige Innovationskraft verborgen“. Faszinierend nennt Snabe die sich aus der Krise ergebende Herausforderung, da sie „den Geist für neue Möglichkeiten eröffne.“ Nessun Dorma – Niemand soll schlafen: Mit diesem Puccini-Stück leitete er dann zu seinem Hauptthema über, der Entstehung und wachsenden Bedeutung von Geschäftsnetzwerken. Was es heißt, Entwicklungen zu verschlafen, erläutert Jim Snabe am Beispiel der Musikbranche, die in den vergangenen zwanzig Jahren einen dramatischen Wandel durchlaufen habe – einen „Wandel, der technologiegetrieben war“. Von der Schallplatte ging der Weg über die Erfindung des MP3-Formats zu Online-Tauschbörsen wie Napster, die „Mobilmachung“ digitaler Musik über den iPod von Apple.

Früher kontrollierten Plattenlabel die gesamte Wertschöpfungskette, inzwischen sind Prozesse wie Distribution oder Vertrieb zum Beispiel via iTunes in die Cloud gewandert. „MP3 brachte die Vereinfachung der Daten, Napster die Einfachheit und Vorteile eines digitalen Netzwerks – und der iPod erleichterte den Konsum von Musik“, so Snabe. Technologisch getriebene „Brüche“ haben letztendlich zu einem völlig neuen – faszinierenden – Geschäftsmodell geführt.

Jeder Partner in diesem Netzwerk hat sich spezialisiert, zusammen können sie ganz neue Services anbieten. Kooperation ist das Schlüsselwort. Das funktioniere in allen Branchen, denn individuelle Kunden wollen individuelle Angebote. „Das zeichnet vernetzte Unternehmen aus: Konzentration aufs Wesentliche und die Einbindung von Spezialisten für Prozesse außerhalb der Kernkompetenzen. Diese Netzwerke sind eine Kombination der Besten“, so Snabe.

Ariba zeigt, wie es geht

Ariba, die neue SAP-Tochter, hat das erkannt. Das Unternehmen steuert heute das größte Handelsnetzwerk der Welt mit über einer Million verbundenen Unternehmen. Am Beispiel von Caterpillar erläutert Tim Monahan, Strategie- und Marketingchef bei Ariba, wie das Unternehmen über sein Netzwerk die weltweit entstehenden Datenmengen aus acht SAP-ERP-Systemen zusammengeführt hat. Heute werden beim Baumaschinenhersteller 98 Prozent aller Rechnungen digital verwaltet, die Kosten sind dadurch dramatisch gesunken. Durch die Übernahme von Ariba werden SAP-Kunden künftig noch stärker von diesen Vorteilen profitieren, Monahan kündigte dafür in Kürze zur Verfügung stehende Schnellstartpakete an.

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Das neue SAP CRM powered by SAP HANA

Durch neue Technologien wie SAP HANA sieht er einen enormen Erkenntnisgewinn auf Unternehmen zu kommen. „Wir selbst besitzen transaktionale und relationale Daten unserer Mitglieder, die sich in 15 Jahren angesammelt haben. Mit SAP HANA können wir diese erstmals wertbringend ausschöpfen.“

Alle aktuellen Innovationen unter einem Dach zu vereinen, ist daher nur konsequent. SAP 360 Customer führt die bewähren SAP-Lösungen mit Technologien wie In-Memory, Mobile und Cloud zusammen. Das neue SAP CRM powered by SAP HANA ist der erste Schritt dahin. „Uns erwarten deutlich einfachere Datenstrukturen und reduzierte Komplexität. Sie werden sehen, Unternehmenssoftware kann künftig richtig Spaß machen“, erklärt Snabe. „Wir leben in faszinierenden Zeiten mit faszinierenden Möglichkeiten für sieben Milliarden Menschen. Über alle Branchen hinweg möchten wir bei SAP dafür sorgen, dass Endkunden sich einen größeren Mehrwert erschließen, während gleichzeitig die Kosten für Unternehmen sinken.“ Jetzt sei die Zeit gekommen, in der Unternehmen das Leben vieler Menschen nachhaltig verbessern können.

Für Live-Informationen von der SAPPHIRE NOW und SAP TechEd in Madrid, folgen Sie den Twitter-Hashtags #SAPPHIRENOW und #SAPTechEd. Die Liveübertragung finden Sie hier.

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