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SAPrising People: Von Katzen, Waldtieren und Abenteuern

Feature | 4. November 2016 von Miriam Rosenbusch 0

Wie gerne erinnern wir uns an liebenswerte Kinderbuchhelden und ihre fantastischen Abenteuer. Athina-Sofia Kasimatis und Martina Lutz öffnen ein Tor zu dieser Welt …

Burzel, Pixie, Tiger, Lolie und Anders – das sind die fünf Freunde aus Athina-Sofia Kasimatis Kinderbuch „Das Tor zu Anderswo“. Zwei Igel, zwei Mäuse und ein Frosch, die ihr erstes Abenteuer erleben. Die Idee, Tiere als Protagonisten in ihrem Buch zu verwenden, kam von ihrer Tochter, meint Athina im Interview, so wie auch die Inspiration zu ihrem Buch. „Ich habe meiner Tochter abends oft selbst erfundene Geschichten erzählt“, verrät sie. „Die ältere meiner Töchter sagte oft, ich solle ihr nochmal die Geschichte von vorgestern erzählen. Die sei so schön gewesen. Und ich dachte: Die weiß ich aber nicht mehr. Die war so spontan.“ Sie fing an, aufzuschreiben, was sie ihrer Tochter erzählte, und nach und nach entstand die Idee für ihr erstes Buch. Und Bücher schreiben und veröffentlichen – das wollte Athina schon lange.

Mitarbeiter-Portrait-Kinderbuch

SAP-Mitarbeiterin Athina-Sofia Kasimatis träumte schon lange davon, ein Buch zu veröffentlichen.

Der Weg dahin war nicht immer einfach. Athina arbeitet seit 1994 bei SAP und ist im Bereich Global Training Systems Delivery dafür verantwortlich, Schulungssysteme bereitzustellen. Als berufstätige Mutter von zwei Kindern fiel es Athina oft schwer, Zeit zum Schreiben zu finden. Doch sie findet darin auch einen Ausgleich zum zuweilen hektischen Arbeitstag. „Ich kann dadurch meine fantasievolle, kindliche Seite auszuleben“. Das Schreiben empfindet sie als ein Stück Kreativität, das sie dafür öffnet, auch in der Arbeit kreativer zu sein. „Es erlaubt mir, auch bei SAP meine Grenzen zu erweitern, anders zu denken, es schafft einfach mehr Freiheit im Kopf.“

Lesen ist magisch

Athina schreibt schon seit ihrer Grundschulzeit. Zunächst Gedichte und ihre Gedanken, später dann Kurzgeschichten und Artikel für die Schülerzeitung. Schon als Studentin der Politikwissenschaften träumte sie davon, eines Tages ihr eigenes Buch in der Buchhandlung zu sehen. „Lesen und das geschriebene Wort sind für mich unglaublich wichtig“, so Athina. „Es ändert den Menschen, je nachdem, was oder wie man liest. Es ist magisch. Es kann gefährlich sein, was man liest, aber auch viel Kraft geben und einen in die Höhe oder Tiefe fallen lassen“, erklärt sie mit funkelnden Augen.

Sie mag Bücher am liebsten in ihrer gedruckten Form. Auch wenn sie den praktischen Nutzen von E-Books erkennt, ist ihr ein Buch, das sie tatsächlich in Händen halten kann, deutlich lieber. „Für mich ist ein Buch etwas Persönliches. Jedes Buch, das ich gelesen habe, hat etwas in mir ausgelöst. Von Angst, Spannung, Spaß, bis hin zu Gedanken, auf die ich sonst nicht gekommen wäre. Wenn ich es in die Hand nehme, erinnere ich mich.“

Die Suche nach einem Verlag

Aber die Veröffentlichung ihres eigenen Buches gestaltete sich als schwierig. „Bei den normalen Verlagen habe ich ewig gewartet. Da kam auch nie eine Antwort. Dann hat mir ein Bekannter erzählt, dass es mehrere Internetverlage gibt.“ Doch auch hier war es nicht leicht, den richtigen Verlag zu finden. Schließlich entschied sie sich für einen kleineren Verlag, der zwar nicht jedes Buch veröffentlicht, nur weil der Autor das gerne möchte, aber auch nicht zu streng ist. Das fand Athina für den Anfang sehr gut, da ihr Hauptziel zunächst war, ihre eigenes Werk in Händen zu halten und Kinder für das Lesen zu begeistern: „Der Gedanke, dass ich Kinder erfreue, dass sie mit einem Lächeln lesen und die Charaktere mögen, und dass ich sie anregen kann, Bücher zu lesen, fasziniert mich und macht mich glücklich.“

Auch in Zukunft will Athina weiter Bücher schreiben. Eine Fortsetzung ihres Kinderbuches und auch weitere Buchideen sind schon in Arbeit. Ihr Traumprojekt ist ein Fantasy-Roman: Als ein Mädchen und eine Junge eines morgens aufwachen, merken sie, dass sie plötzlich allein auf der Welt sind …

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Von Kindesbeinen an kreativ

Martina Lutz malt schon immer. Am liebsten Aquarell und Öl, aber sie lässt sich auch gerne zu Neuem inspirieren, wie vor kurzem nach einem Besuch in einer dänischen Galerie. „Am letzten Urlaubstag lernte ich zufällig die Künstlerin persönlich kennen, die mit Spachteltechnik arbeitet – das habe ich zuhause gleich ausprobiert.“ Es seien, so Martina, oft diese zufälligen Anregungen und Inspirationen, die ihre Kreativität wecken. So wie die Kapriolen ihrer Katze Frida, die die Malerin immer wieder in einzelnen Bildern festhielt.

Die Tierheimkatze ist eigentlich eine Einzelgängerin mit „soziopathischen Zügen“, meint Martina, scheint sich jedoch nach Spielkameraden zu sehnen. „Ich stellte mir vor, wie Frida sich neugierig auf die Suche nach neuen Freunden macht. Daraus entstand nach und nach die Idee, aus den einzelnen Bildern eine ganze Geschichte zu machen.“ 2015 veröffentlichte Martina ihr liebevoll illustriertes Kinderbuch „Frida weiß, was sie will“. Zunächst zeigte sie ihr Buch den Kindern ihrer privaten Freunde und Kollegen – mit sehr positiver Resonanz.

„Ich war überrascht, dass jeder andere Lieblingsbilder hat. Aber vor allem wurde bewundert, dass ich überhaupt so ein Projekt in Angriff genommen habe und damit auch an die Öffentlichkeit gehe.“ Die positiven Reaktionen bestärkten sie, ihre Bilder öffentlich auszustellen. Mit viel Vorfreude und Neugier, aber auch einer guten Portion Nervenkitzel, organisierte sie ihre erste Ausstellung.

Mitarbeiter-Portrait-Kinderbuchillustration

SAP-Mitarbeiterin Martina Lutz malt schon seit sie klein war.

Mutiger Schritt in die Öffentlichkeit

Ihr mutiger Schritt wurde belohnt, schon die Vernissage empfand sie als „sehr motivierend und beglückend“. Auf die ersten Ausstellungen folgten weitere, 2015 stellte sie auch bei SAP in Walldorf aus. Das Schönste waren für Martina die vielen Rückmeldungen von Kollegen, die sie vorher gar nicht gekannt hatte. Aus neuen Kontakten ergaben sich wieder neue Ideen und Projekte – und Martina konnte eine ganze Reihe ihrer Bilder verkaufen. Den Erlös spendete sie den gemeinnützigen Organisationen „nph deutschland e.V./UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN“ und „terre des hommes“.

Ihre größte Erkenntnis: „Es ist eigentlich ganz einfach, etwas in der Welt zu verändern, man muss sich nur trauen und den Stein ins Rollen bringen.“

Bei SAP setzt Martina ihre kreativen Fähigkeiten als technische Redakteurin im Bereich User Assistance und an der Schnittstelle mit dem User Interface Design ein, wo Visualisierung eine immer wichtigere Rolle spielt. Die Erfahrung, etwas bewegen zu können, überträgt sie nicht nur auf soziale Anliegen, sondern auch auf ihren Beruf. „Wenn ich mich als Künstlerin aus meiner Komfortzone heraustraue, motiviert mich das auch, im Beruf neue Möglichkeiten zu ergreifen und mich weiterzuentwickeln.“

Illustrationen: Martina Lutz, Fotos: Norbert Steinhauser

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