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Warum scheitern die meisten Start-ups?

Feature | 26. Juni 2015 von Tim Clark 0

Jedes Jahr sprießen neue Start-ups wie Pilze aus dem Boden. Die bittere Wahrheit ist jedoch, dass rund 90 Prozent von ihnen scheitern. Wie kann es sein, dass so viele zuversichtliche Unternehmer den Markt falsch einschätzen?

Die Gründer stecken eine Menge Energie, Leidenschaft und Hingabe in innovative Produkte, die die Welt im Sturm erobern sollen. Viele der Jungunternehmer haben keine Angst vor dem Scheitern, versuchen es einfach weiter und handeln nach dem Motto „fail fast and fail often“. Doch auch im zweiten Anlauf bleibt der wirtschaftliche Erfolg oft aus. Wie lässt sich die Erfolgsrate also steigern?

Antworten liefert der kürzlich auf SAP Radio ausgestrahlte Beitrag „Innovation Evolution: Why Do So Many Startups Fail?“ Darin sprechen drei Experten über die zahlreichen Herausforderungen, vor denen Start-ups stehen und wie sie ihre Erfolgschancen erhöhen können.

Eine gesunde Paranoia entwickeln

Laut Suraj Sudji vom SAP-Startup-Focus-Programm haben jene Unternehmer die besten Erfolgsaussichten, die sich bereits vor der Gründung ihres Start-ups fragen, woran sie scheitern könnten und für diesen Fall einen Plan B parat haben.

„Es ist sinnvoll, in diesem Punkt eine gewisse Paranoia zu entwickeln. Gründer sollten sich intensiv damit auseinandersetzen, was schief gehen kann und wie sie es verhindern können“, erklärte Sudji. „Ich bin der Meinung, dass man nur mit dieser Einstellung erfolgreich sein kann.“

Sudji rät Unternehmern zudem, sich nicht allzu lange mit Geheimhaltungs- und Vertraulichkeitsvereinbarungen aufzuhalten. Ideen gibt es wie Sand am Meer – meist arbeiten sogar mehrere Start-ups zeitgleich am selben Produkt. Wer erfolgreich ist, hängt einzig und allein von der Umsetzung ab. Ein gutes Beispiel hierfür ist Amazon. Als das Unternehmen gegründet wurde, gab es fast ein Dutzend weitere Firmen, die die gleiche Geschäftsidee hatten – doch nur Amazon überlebte.

Geistiges Eigentum schützen

Professor Rajeev Srinivasan, außerordentlicher Professor am Indian Institute of Management in Bangalore, ist der Meinung, dass Start-ups vor zwei großen Herausforderungen stehen: eine Idee zur Marktreife zu bringen und ihr geistiges Eigentum zu schützen.

Er bestätigt, dass Geheimhaltungsvereinbarungen besonders in der Technologiebranche nur begrenzt wirksam sind. Start-ups sollten sich jedoch fragen, welche Alleinstellungsmerkmale ihr Produkt hat und diese patentrechtlich schützen lassen. Srinivasan erklärte, viele Unternehmen würden sich anfangs zu sehr auf Markteinführung und Kundenakquise konzentrieren. Dabei sollten sie ihre Idee unbedingt patentieren oder anderweitig schützen lassen – zum Beispiel urheber- oder markenrechtlich, als Geschäftsgeheimnis oder mittels geografischer Herkunftsangaben.

„Solche Maßnahmen erweisen sich über lange Zeit als wirkungsvoll, da sie verhindern, dass andere Unternehmen sich den gleichen Markt erschließen“, erklärte Srinivasan. „Oder Sie haben Glück und Ihr geistiges Eigentum etabliert sich als Branchenstandard. Dann können Sie von allen anderen verlangen, Lizenzen von Ihnen zu kaufen – ein sehr angenehmes Szenario.“

An die eigene Idee glauben

Wie der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Clay Christensen ist auch Lakshman Pachineela Seshadri, Design Thinking und Lean Startup Specialist bei SAP, davon überzeugt, dass Innovatoren einen unerschütterlichen Glauben in ihre Idee haben müssen. Sie müssen darauf vertrauen, dass ihre Intuition sie nicht täuscht und ihr Produkt tatsächlich Erfolgspotenzial hat. „Je intensiver Unternehmer und ihre Investoren einer Idee auf den Zahn fühlen, desto mehr Zweifel kommen auf“, so Seshadri.

„Die Gründer eines Start-ups müssen fest daran glauben, dass ihre Idee funktioniert. Sie sollten sich niemals in lähmenden Analysen verlieren. Dies ist einer der Stolpersteine, die es unbedingt zu vermeiden gilt.“

Hören Sie sich den gesamten SAP-Radio-Beitrag hier an und folgen Sie Tim Clark auf Twitter unter @TClark01.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf SAP Business Trends veröffentlicht.

 

Bildquelle: Shutterstock

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