Schnelle Informationen, weniger Kosten

Feature | 7. Februar 2007 von admin 0

Informationen zu Smiths News

Informationen zu Smiths News

Henry William Smith hatte eine clevere Idee. Seine Zeitungen transportierte er mit einer Flotte kleiner Wagen und schnellen Pferden zu den Postkutschenstationen. Auf diese Weise brachte er dort die neuesten Nachrichten zwölf Stunden eher an den Mann als mit Hilfe der Nachtzüge – und stach die Konkurrenz aus. Früh erkannte William auch die Möglichkeit, die Reisenden darüber hinaus mit Waren zu versorgen. An Bahnhöfen und Poststationen gründete er Zeitungskiosks und Bücherstände, die sich später zu Einzelhandelsgeschäften weiterentwickelten – ein Prototyp für modernes Cross-Selling. Doch Henry William Smith ist keineswegs ein Kind des 20. Jahrhunderts. Er lebte gegen Ende des 18. Jahrhunderts und seine Ideen führten damals zur Gründung der englischen WHSmith Group.
200 Jahre später hat sich beim Presse- und Nachrichtenvertrieb nahezu alles geändert – bis auf die Grundidee: Geschwindigkeit ist alles. 99 Prozent der Presseprodukte von Smiths News PLC, unterliegen einem Verkauf mit Rückgaberecht – unverkaufte Exemplare erhält das Unternehmen zurück. Smiths News, 2006 aus der WHSmith Group hervorgegangen, hat daher ein vitales Interesse an genauen und zeitnahen Informationen. Nur so lassen sich Prognosen und Planung optimieren und Verluste durch Rückläufer minimieren. Einen Hauptteil seines Geschäfts macht Smiths News PLC ohnehin damit, die Informationsflut zwischen Verlegern und Einzelhändlern zu bewältigen. Dazu zählen Daten vom Electronic-Point-of-Sales (EPoS), Vertriebszahlen und Berichte mit den entsprechenden Kennzahlen (KPIs). Insgesamt tauscht das Unternehmen etwa 400 verschiedene Nachrichtentypen zwischen seiner eigenen Software und den Systemen seiner Kunden.

Konsolidierung mit SAP NetWeaver Exchange Infrastructure

Bis 2004 setzte Smiths News bei der Datenübertragung auf eine Vielzahl verschiedener Softwarelösungen. Doch Großkunden wie die Supermarktkette ASDA drängten immer stärker darauf, den traditionellen Datenaustausch – der über ein Value Added Network (VAN) lief – zu modernisieren, um Kosten zu sparen. Chris Gibbons, General Manager von Smiths News NewsWorks: „Unsere Software war nicht in der Lage, die neusten Messaging-Standards, wie AS2, zu nutzen. Wir haben dann überlegt, die alte Lösung aufzurüsten oder uns nach einer neuen umzusehen. Letztendlich entschlossen wir uns dazu, die auf dem Markt erhältlichen Produkte genau unter die Lupe zu nehmen.“
Den Zuschlag bekam in Folge SAP NetWeaver Exchange Infrastructure (SAP NetWeaver XI). Zum einen wickelt das Unternehmen ohnehin seit 1999 seine gesamten ERP-Prozesse mit Hilfe von SAP-Software ab. Zum anderen ließ sich SAP NetWeaver XI perfekt in die bestehende ERP-Landschaft integrieren. „SAP NetWeaver XI kann zudem mit EDI-Adaptern individuell an jegliches Datenformat angepasst werden. Hierfür haben wir auf die Erfahrung des SAP-Partners Seeburger zurückgegriffen“, nennt Gibbons weitere Gründe. ”Mit den XI-Adaptern von Seeburger haben wir unsere B-to-B-Kommunikation gestrafft und das Angebot von SAP NetWeaver XI ergänzt.“

EDI und AS2

Zunächst sorgte Seeburger mit Hilfe des AS2-Protokolls für einen reibungslosen Austausch wertvoller EPoS-Daten zwischen Smiths News und ASDA. Es folgten Adapter für einen integrierten, elektronischen Datenaustausch (EDI) mit weiteren Großkunden, etwa Sainsbury und TESCO. Gegenüber den Kosten eines Value Added Network sparen die Kunden von Smiths News jeweils mehr als 70.000 Euro jährlich. Smiths News konnte mit diesem Angebot seine Position als Hauptlieferant der großen Einzelhändler stärken.
Gibbons fügt hinzu: „Als führender Pressevertrieb in Großbritannien brauchen wir ein robustes Informationssystem, das unsere Aktivitäten unterstützt, alle unsere Standorte vernetzt sowie riesige Mengen an Kundendaten sammelt und verwaltet. Mit SAP NetWeaver XI und den B-to-B-Adaptern von Seeburger verschaffen wir uns und unseren Kunden den nötigen Überblick.“ Derzeit stellt Smiths News weitere EDI- und Kommunikationslösungen auf die SAP-NetWeaver-XI-Plattform um.

Einsparungen durch elektronische Rechnungsstellung

So etwa beim Aufbau einer elektronischen Rechnungslegung. Bislang produzierte Smiths News für größere Einzelhändler wöchentlich bis zu 2.500 Seiten Rechnungen. „Allein der Papierberg, den wir bei unserer Rechnungsabwicklung produzierten, war enorm. Die Rechnungen hatten im Schnitt 400 Zeilen Länge und mussten dann noch an die Einzelhändler verschickt werden. Je nach Kette mussten wir dann noch eine Sammelrechnung an die Zentrale schicken.“
Smiths News bleiben durch die Überführung in eine einzige elektronische Rechnung die sonst anfallenden Papier- und Druckkosten erspart. Doch den eigentlichen Vorteil bei der elektronischen Rechnungsabwicklung sieht Smiths News bei seinen Kunden. Die Abrechnung ist weniger fehleranfällig, da die Daten nicht mehr manuell eingegeben werden und zudem der Versand elektronisch erfolgt. Der Bearbeitungsprozess mit Hilfe eines software-basierten Workflows ist straffer. Bisher kostete der Transfer von zehn MB Daten über die VAN-Infrastruktur von Smiths News etwa 480 Euro. Wöchentlich mussten die Kunden mit rund sechs MB Abrechnungsdaten kalkulieren. „Die Kosten für unsere Kunden beliefen sich mithin auf 110.000 Euro pro Jahr – das können sie nun sparen. Wir senken weiter die Kosten, indem wir nun auch den Avis und andere Informationen über AS2 versenden.”

ROI innerhalb eines Jahres

Die neue Verteiler-Plattform bei Smiths News gilt als einzigartig in der Branche. Die Lösung eröffnet den Einzelhändlern auch Möglichkeiten, ihre Lagerverwaltung anhand aktueller Verkaufszahlen zu verbessern (Sales Based Replenishment) oder die Bestandsführung an die Lieferanten zu übergeben (Vendor-Managed Inventory). Gibbons verdeutlicht: „Wir bieten nun eine schnellere und genauere Datenübertragung als unsere Wettbewerber, können bessere Informationen für Absatzprognosen liefern und die Verwaltungskosten erheblich senken. Unsere Kunden, Partner und wir selbst erzielen damit enorme Einsparungen. Wir sind in der Lage, unseren Kundenservice zu verbessern, ohne dass Mehrkosten für uns anfallen.”
Für Gibbons sind darüber hinaus die nun erhältlichen EPoS-Daten von unschätzbarem Wert. Smiths News kann genau feststellen, wie viele Exemplare der einzelnen Publikationen wo verkauft wurden oder zurückgingen. „Die Lösung erlaubt uns, EPoS-Daten in jedem Format zu empfangen, zu konvertieren und mit unseren Kunden und Partnern zu tauschen. Jedes Mitglied der Wertschöpfungskette hat damit Zugang zu diesen wichtigen Informationen und kann somit seine Effizienz steigern und die Rentabilität erhöhen.“ Gibbons schließt: „Wir geben für IT nur dann Geld aus, wenn sich damit Einsparungen erzielen lassen. Das ist hier der Fall. Schätzungen zufolge wird die eingeführte Lösung den ROI in etwas über einem Jahr erreichen und danach weiterhin für hohe Einsparungen sorgen. Mit dieser Lösung sind wir den heutigen hochkomplexen Anforderungen mehr als gewachsen.”

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