Schritt für Schritt zu mySAP ERP

Feature | 31. Oktober 2005 von admin 0

Weit über die herkömmliche Bedeutung von „Enterprise Resource Planning“ hinaus hat SAP mit mySAP ERP eine Lösung zur strategischen und operativen Steuerung eines Unternehmens geschaffen. Die Mehrzahl derjenigen Unternehmen, die mySAP ERP zur Entscheidungsfindung, zur Differenzierung im Wettbewerb und für flexiblere Geschäftsprozesse nutzen, ist im Mittelstand ansässig.

Gemeinsame Herausforderungen

Gemeinsame Herausforderungen

Das verwundert wenig, denn mittelständische Unternehmen sehen sich prinzipiell den gleichen Herausforderungen gegenüber wie Großunternehmen. Allerdings herrschen völlig andere Rahmenbedingungen. Mittelständische Betriebe

  • benötigen einen äußerst raschen Return-On-Investment, da der finanzielle Spielraum im Vergleich zu Großkonzernen deutlich eingeschränkt ist,
  • brauchen Investitionssicherheit durch Skalierbarkeit und Flexibilität der IT-Lösung,
  • verfügen nur über kleine IT-Teams und unterliegen Einschränkungen bezüglich der Einbindung von Mitarbeitern aus den Fachbereichen (etwa Controller oder Logistiker) in die IT-Projekte,
  • sind auf eine Risikominimierung hinsichtlich der Planbarkeit der Kosten eines IT-Projekts angewiesen und
  • präferieren in der Regel Festpreisprojekte mit klar übersichtlichem Umfang und Nutzen.

Um diesen Rahmenbedingungen gerecht zu werden, hat SAP für mySAP ERP ein modulares Konzept entwickelt. Der Kunde erhält mit dieser Vorgehensweise auf Wunsch den vollen Prozess- und Funktionsumfang von mySAP ERP, allerdings werden spezifische Anforderungen in mehreren kleineren Schritten implementiert.

Grundpaket mit Ausbaumöglichkeit

Funktionsumfang

Funktionsumfang

Mit einem Grundpaket, der ERP Packaged Solution, wendet sich SAP speziell an Unternehmen in der fertigenden Industrie und an Service-Unternehmen. Das Paket baut auf mySAP ERP als führende ERP-Lösung auf und bildet das Fundament des modularen Konzepts. Es umfasst dabei die wesentlichen Kernprozesse aus Finanzmanagement- und Logistik (etwa Procure-to-pay, Order-to-cash). Im Detail deckt es dabei Anforderungen an die Finanzbuchhaltung, dem Controlling (beispielsweise Kostenstellen- und Profit-Center-Rechnung oder Profitabilitätsanalyse), aus dem Vertrieb (etwa Kundenauftragsmanagement, Versand), der Materialwirtschaft (zum Beispiel Beschaffung), der Produktionsplanung und -Kontrolle (etwa Make-To-Order, Make-to-Stock oder Repetitive) sowie aus Teilbereichen der Personalverwaltung, ab. Erweiterungen wie ein Unternehmensportal oder erweiterte Funktionen für das Personalwesen – etwa Recruiting oder Payroll – lassen sich leicht hinzunehmen.
Im Gegensatz zu anderen Anbietern, deren Produkte einen kompletten Austausch der Systeme auf einen Schlag erfordern, bietet SAP mit mySAP ERP und dem modularen Konzept die Möglichkeit, eine Gesamtlösung Schritt-für-Schritt zu implementieren. Da mySAP ERP auf SAP NetWeaver aufbaut, lässt es sich leicht erweitern und schützt bereits getätigte Investitionen.Die Vorgehensweise von SAP ist hier mit der eines Computerfachhändlers vergleichbar, der seinen Kunden als Basis einen Rechner mit einem bestimmten Prozessor und den damit verbundenen Leistungsdaten zu einem Festpreis anbietet. Ob der Kunde darüber hinaus einen CD-Spieler oder einen CD-Brenner ins Gehäuse eingebaut haben möchte, bestimmt er selbst – wiederum zu festgelegten Preisen.
Neben dieser Basislösung für ERP-Kern-Prozesse bietet SAP branchen-spezifische ERP-basierte Packaged Solutions, die bereits von Beginn an die speziellen Prozesse der entsprechenden Branche berücksichtigen, so etwa Pakete für Fast Moving Consumer Goods im Bereich Nahrungsmittel (beispielsweise spezielle Pakete für Food and Beverage) oder für Industrial Manufacturing & Construction. Mit welchem dieser Pakete ein Kunde startet, hängt davon ab, welche Anforderungen er an die Lösung hat. Der Kunde entscheidet, mit welchem Umfang er startet und welche Prozesse er künftig benötigt.

Implementierung, Beratung, Service

Voreingestellte Prozesse und Funktionen für eine kundenindividuelle Gesamt-Geschäftslösung bedürfen eines hochgradigen Spezialwissens über deren Konfiguration. Dieses Wissen ist bei SAP in den „SAP Best Practices“ gebündelt. Sie enthalten das Lösungs- und Branchenwissen von tausenden SAP Kunden und den zugehörigen Einführungsprojekten. SAP Best Practices bieten daher für den durch sie abgebildeten Umfang an Szenarien, Prozessen und Funktionalitäten detaillierte Dokumentation, sofort greifbare Systemkonfigurationen (Customizing), Testdaten und -kataloge, Trainingsmaterialien, Stammdaten, Endanwenderdokumentation und vieles mehr. Dieses Wissen bildet die Basis einer jeden Paketlösung.

Neben dem Prozess- und Branchenwissen sind die von den SAP Field Services angebotenen „Packaged Services“ oder entsprechende spezielle Implementationsangebote von SAP-Partnern ein wesentlicher Bestandteil der Paketlösung. Der Kunde weiß damit genau, welche Prozesse und Funktionen er zu welcher Implementierungszeit und zu welchen Kosten erhält. Das Basisangebot dieser speziellen Services im Rahmen des Grundumfangs einer Packaged Solution deckt folgende Dienstleistungen rund um die Implementierung ab:

  • Projekt Management
  • Delta-Anforderungs-Workshop
  • Implementierung des vordefinierten Umfangs
  • Technische Installation der Lösung
  • Schulung der Key-Anwender
  • Endanwender-Dokumentation
  • Vordefinierte Testkataloge und Eingabedatenblätter für die Datenmigration
  • Support beim Produktivstart

Über dieses Basisangebot an Implementierungsservices hinaus stehen den Kunden weitere paketierte Services, sozusagen „a la carte“ zur Verfügung. Diese dienen dazu, die funktionalen Erweiterungen umzusetzen oder stellen einfach über die Basisservices hinausgehende Serviceleistungen dar. Will der Kunde beispielsweise das Grundpaket um spezielle branchen-spezifische Logistikfunktionen, SAP Business Information Warehouse, eine Payroll- oder Portal-Lösung erweitern, so kann er diese auswählen und nach vordefiniertem Umfang, Preis und Zeit entweder mit dem initialen Projekt oder im Rahmen mehrerer Projektphasen implementieren. Zu den Serviceerweiterungen zählen ebenfalls Angebote wie beispielsweise Hosting der implementierten Lösung, Projektfinanzierung, Endanwender-Training, Change-Management, kundenspezifische Berichte oder Schnittstellen, Datenarchivierung oder Post-Implementierungs-Support.

Drei Monate Implementierungszeit – 60 Prozent weniger Kosten

Avex Production war als einer der ersten Kunden von dem modularen Konzept überzeugt. Das slowakische Unternehmen fertigt elektronische Komponenten und bedient fünf große sowie über 3.000 kleinere Kunden in Europa, Asien und Amerika. Avex benötigte Kennzahlen über Kosten und Effizienz des Produktionsbetriebs sowie Zugang zu den wichtigsten Finanzkennzahlen. Abhilfe sah Avex in einer voll integrierten ERP-Lösung bei festgelegtem Umfang, Kosten- und Zeitrahmen. Dadurch war unter anderem auch das Risiko vermindert, das Tagesgeschäft unterbrechen zu müssen. Nach nur drei Monaten Projektdauer und 60 Prozent weniger Kosten als bei üblichen Implementierungen ging das Unternehmen im Frühjahr 2005 produktiv.

Jürgen Röhricht

Jürgen Röhricht

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