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Maschinelles Lernen sinnvoll nutzen

Feature | 3. Juli 2017 von Joanne Chen 2

Wird uns künstliche Intelligenz (KI) irgendwann den Job streitig machen? Zumindest beim „Future of Go Summit“ in Wuzhen (China) entschied die Google-Software AlphaGo den Kräftevergleich zwischen Mensch und Computer für sich: Am 25. Mai besiegte AlphaGo das chinesische Wunderkind und den Weltranglistenersten Ke Jie im Brettspiel Go. Wer kein Go-Spieler, sondern Entwickler ist, hat noch einmal Glück gehabt. Aber Moment mal, KI kann anscheinend auch programmieren. Ist das für die Menschheit nun von Vorteil oder nicht?

Eigentlich nimmt das maschinelle Lernen (ML), das erfolgreichste Teilgebiet der künstlichen Intelligenz, den Menschen Routineaufgaben ab, damit sie mehr Zeit für Innovationen haben. Außerdem hat auch KI/ML trotz der scheinbar großen Leistungsfähigkeit eine Achillesferse: das sinnstiftende Handeln. Wie schon der israelische Autor Yuval Noah Harari feststellt: „Der Homo Sapiens verleiht seiner Welt Bedeutung“, – Maschinen sind dazu jedoch nicht in der Lage.

Digitale Innovationen mit Sinn und Ziel

Die SAP nutzt digitale Innovationen mit einem konkreten Ziel: die Abläufe der weltweiten Wirtschaft und das Leben von Menschen zu verbessern. SAP Leonardo unterstützt diese Innovationen mithilfe bestimmter Technologien und Services, wie maschinelles Lernen, auf Basis der SAP Cloud Platform. Maschinen haben kein höheres Ziel. Und egal, wie schnell sie lernen, sie wissen nicht genau, warum sie es tun, und werden nicht von allein Intelligenz in eine Unternehmensanwendung der SAP-Kunden bringen. Firmen, die jedoch einen Nutzen aus maschinellem Lernen ziehen wollen, wissen oft nicht, wo sie anfangen sollen und wie sie die vielversprechenden Technologien nutzen können. Das ist die Aufgabe der SAP. Weil die SAP zu den ersten Anwendern gehört.

Wer sich beim maschinellen Lernen von der Konkurrenz abheben möchte, braucht nicht die intelligenteren Algorithmen, sondern muss vor allem wissen, wie er diese am besten nutzen und schnell und skalierbar einsetzen kann. Aufgrund der Zusammenarbeit zwischen SAP und Google sind sämtliche Modelle für maschinelles Lernen einsatzbereit – von Vision Api, über Speech API, Translate API hin zu Natural Language API.

Die eigentliche Frage ist jedoch, wie wir diese Modelle einsetzen, wie innovativ wir damit umgehen, ob wir sie nutzen, um das Leben von Menschen zu verbessern, oder wie im folgenden Fall, um den Schuhkauf effizienter zu gestalten.

Eine völlig neue Erfahrung beim Schuhkauf mit VR-Brille und 3D-Scanner

Schuhe einkaufen ist nicht immer angenehm und kann sogar frustrierend sein. Vor allem dann, wenn ein Käufer dringend neue Schuhe braucht, aber das perfekte Paar auch nach einer ausgiebigen Shopping-Tour noch nicht gefunden hat. Mittlerweile ist es für Schuhhersteller schwierig, im harten Wettbewerb zu bestehen und Modetrends vorherzusagen.

„Unsere Designer folgen bei Modetrends ihrem Instinkt und manchmal entsprechen ihre Ideen nicht den Marktanforderungen. Dann bleiben wir auf diesen Schuhen sitzen“, so Lin Yuchun, President der Aimickey Shoe Company aus Chengdu, einem der vier Hauptstandorte für Schuhhersteller in China.

Auf Anfrage von Lin Yuchun entwickelte das SAP S/4HANA Connected Products Team in den SAP Labs China die Lösung SAP Connected Products, die maschinelles Lernen und Virtual-Reality-Technologien vereint. Mithilfe dieser Lösung evaluieren Yuchuns Designer Marktanforderungen und Trends und initiieren daraufhin den durch unterschiedliche Algorithmen und Machine Learning unterstützten Designprozess. Verbraucher können neu veröffentlichte Designs im Online-Shop von Aimickey ansehen und Stil und Farbe selbst auswählen.

Durch das Co-Innovationsprojekt wird der Schuhkauf zu einer völlig neuen Erfahrung: Mit einer Virtual-Reality-Brille erhalten Kunden einen Vorgeschmack darauf, wie die selbst gestalteten Schuhe an ihren Füßen aussehen würden. Ein 3D-Scanner sorgt außerdem dafür, dass sie wie angegossen passen.

Und das alles zu einem erschwinglichen Preis. Durch SAP Connected Products verkürzt sich der Design- und Produktionszyklus, ohne dass die Kosten dabei steigen. Jeder kann so sein individuelles Paar Schuhe gestalten und es innerhalb einer Woche fertigen lassen.

„Durch die digitale Innovationsplattform von SAP sind wir beim Design und in der Produktion agiler und präziser geworden und konnten unseren Bestand reduzieren. Das ist für die Schuhindustrie absolut wegweisend“, erklärt Lin und freut sich schon sehr darauf, was die Zukunft für sein Unternehmen noch bereithält. Laut World Footwear entfallen auf China jährlich rund 60 Prozent der weltweiten Schuhproduktion. Im Jahr 2015 waren dies 23 Milliarden Paar Schuhe. Mit dem neuen Ansatz sorgt Lin dafür, dass sich seine Schuhe von den Produkten der Mitbewerber abheben.

Die Stadtverwaltung sieht es gerne, dass lokale Unternehmer wie Lin die Digitalisierung zu ihrem Vorteil nutzen. Früher war Chengdus Schuhindustrie eher im Niedrigpreissegment angesiedelt. „Durch Co-Innovationsprojekte unserer Unternehmen mit SAP möchten wir die Modernisierung und den Wandel in unserer regionalen Wirtschaft vorantreiben. Außerdem haben wir vor, Chengdu damit einen Wettbewerbsvorteil und eine bessere Position unter den Schuhherstellern weltweit zu verschaffen“, erklärte Ye Zhijun, der stellvertretende Bürgermeister von Chongzhou, Chongquing City.

Neue Maßstäbe für die Zusammenarbeit

Das SAP S/4HANA Connected Products Team arbeitete nicht im Alleingang, sondern gemeinsam mit dem Kunden. Dieses Projekt ist nur eines der Innovationsvorhaben, die SAP Labs China im Rahmen des Customer-Circle-Programms unterstützt. Das Ziel ist es, die Entwickler näher an den Kunden zu bringen, um ihren Bedarf zu verstehen und besser mit ihnen zusammenzuarbeiten. Letztlich haben die Kunden den Wunsch, etwas zu verändern, und bringen fundiertes Branchenwissen mit ein. Dafür bietet SAP innovative Technologien.

Und, wie der SAP-Aufsichtsratsvorsitzende Hasso Plattner in seinem Keynote auf der SAPPHIRE NOW sagte: „Die Betonung liegt hier auf dem Wort ‚gemeinsam‘!“ Mit dem kürzlich angekündigten digitalen Innovationssystem SAP Leonardo kann die SAP gemeinsam mit Kunden noch Größeres erreichen, zum Beispiel auch in China. Wir dürfen also gespannt sein …

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