Sicher unterwegs im weltweiten Handel

Feature | 13. Februar 2008 von Ian Alexander 0

Die Tücken des internationalen Warenverkehrs sind der Rohm and Haas Company wohl bekannt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Philadelphia besitzt mehr als 100 Standorte in Dutzenden von Ländern. Als einer der führenden Hersteller von Spezialmaterialien steht Rohm and Haas beim Export und Import vor ebenso großen Herausforderungen wie bei der eigentlichen Produktion. Grund genug, die manuelle Abwicklung der Vorgänge durch eine integrierte Software-Lösung zu ersetzen: SAP GRC Global Trade Services gewährleistet nun einen sicheren und kostengünstigen Warenverkehr.

Blühendes Geschäft

Ende der 90er Jahre erlebte Rohm and Haas eine sehr geschäftige Zeit. Die wachsende Nachfrage nach elektronischen Kleingeräten ließ das Geschäft blühen. In dieser Wachstumsphase übernahm das Unternehmen mehrere Elektronikhersteller, 1999 schließlich auch Morton International, eine Firma mit Standorten in der ganzen Welt.

Die Akquisition in Höhe von drei Milliarden US-Dollar brachte Rohm and Haas einerseits einen höheren Marktanteil, doch andererseits auch große operative und logistische Probleme. Denn nach der Übernahme war die IT-Landschaft des Unternehmens in zahllose Systeme zersplittert.

“Stellen Sie sich ein globales Unternehmen vor, das mit unterschiedlichen Anwendungen weltweit agieren muss. Das ist eine sehr, sehr schwierige Aufgabe”, berichtet Anthony Patalocchi, Business Process Manager für Environment, Health and Safety (EHS) und Compliance bei Rohm and Haas.

Doch damit nicht genug: Im Jahr 2000 gewann der elektronische Handel via Internet enorm an Zuspruch. Immer mehr Lieferanten und Kunden wollten auf diesem Wege mit Rohm and Haas Geschäfte machen. Doch das Sammelsurium an unterschiedlichen IT-Systemen erwies sich hier selbst bei den einfachsten Aufgaben als Hindernis, insbesondere angesichts der zahlreichen neuen Vorschriften zum globalen Handel.

Rohm and Haas beschloss daher, mit SAP R/3 eine zentrale ERP-Plattform zu schaffen. Die Lösung führte die Bereiche Finanzen, Vertrieb, Logistik, Fertigung, Beschaffungs- und Absatzplanung, EHS sowie Business Warehouse zusammen und etablierte eine starke einheitliche IT-Infrastruktur.

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen

Angesichts des internationalen Wirtschaftswachstums wurde Rohm and Haas im Jahr 2004 allerdings deutlich, dass die Fertigungsabwicklung nur eine Seite der Medaille war. Denn solange die Produkte nicht geliefert und bezahlt waren, waren sie nur Kisten voller Versprechungen. Während Rohm and Haas mit SAP R/3 den betriebswirtschaftlichen Teil der Geschäftstätigkeit optimierte, gestaltete sich der globale Handel zunehmend problematisch.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wurden die Vorschriften zur Ein- und Ausfuhr von Waren verschärft und neue Bestimmungen eingeführt. Dazu zählten Sanktions- und Boykottlisten mit den Namen aller Personen und Organisationen, die in Verdacht stehen, mit terroristischen Netzwerken Handel zu treiben.

Zudem beschränkte der neue Sarbanes-Oxley Act (SOX) den Export rüstungsrelevanter Artikel in sicherheitskritische Länder. Darüber hinaus wurde eine Initiative zur Sicherheit der Lieferkette gegen den Terrorismus ins Leben gerufen und die Ausfuhr so genannter Dual-Use-Produkte beschränkt, die sich sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke einsetzen lassen.

All diese Regularien erschwerten den grenzüberschreitenden Warenverkehr von Rohm and Haas. Das Unternehmen musste unter anderem sämtliche Geschäftsbeziehungen anhand der Boykott- und Sanktionslisten überprüfen – ein enormer Zeit- und Kostenaufwand. In dieser Situation kam es wie gerufen, dass das Unternehmen beim Upgrade auf SAP ERP von SAP GRC Global Trade Services erfuhr und die Anwendung sofort als nützliche Erweiterung für seine ERP-Lösung erkannte.

“Wie viele andere Unternehmen wollten wir am Wachstum neuer Märkte teilhaben. Doch wir mussten dafür sorgen, dass die Länder und Unternehmen, mit denen wir Geschäfte machen, die lokal geltenden Gesetze sowie unsere rechtlichen Standards einhalten. Mit SAP GRC Global Trade Services können wir all das gewährleisten”, sagt Patalocchi.

Sorgenfreier Warenverkehr

Die Einführung von SAP GRC Global Trade Services hat sich gelohnt. Rohm and Haas profitiert vor allem von der nahtlosen Integration der Software in SAP R/3. Wird ein Kundenauftrag, eine Bestellung oder eine Lieferung in der ERP-Lösung angelegt, prüft SAP GRC Global Trade Services zum Beispiel automatisch, ob Abgangs- und Bestimmungsland auf den Sanktions- und Boykottlisten stehen und die erforderlichen Genehmigungen vorliegen.

Dass Rohm and Haas Produkte herstellt, die von der US-amerikanischen Behörde Drug Enforcement Agency (DEA) als Ausgangsmaterial für illegale Drogen angesehen werden, kompliziert den grenzüberschreitenden Warenverkehr des Unternehmens zusätzlich. Müsste es diese Produkte per Hand überprüfen, käme rasch eine astronomische Zahl an Arbeitsstunden zusammen. SAP GRC Global Trade Services erledigt dies im Handumdrehen.

Heute wickeln die Anwender bei Rohm and Haas den gesamten grenzüberschreitenden Handel über eine einzige Maske ab. Ein Mausklick auf die Versandartikel genügt, um die Nutzer eines Produkts sowie die benötigten Ausfuhrgenehmigungen anzuzeigen. Dazu erfasst SAP GRC Global Trade Services Daten aus verschiedenen Quellen: neben den ERP- und CRM-Lösungen von Rohm and Haas auch Systeme bei Kunden oder Regierungsbehörden.

Compliance – eine Wachstumsstrategie

Mit SAP GRC Global Trade Services prüft Rohm and Haas problemlos seine zahlreichen Geschäftspartner, denn die Anwendung gleicht Kunden und Lieferanten automatisch gegen rund 35 Boykottlisten ab. “Für uns ist es eine wesentliche Wachstumsvoraussetzung, gesetzliche Vorschriften einzuhalten. Sonst könnten wir unseren Aktionsradius nicht ausweiten”, betont Rhett Fuller, Business Process Specialist für den Bereich Außenhandel/Global Trade Services bei Rohm and Haas.

Da SAP GRC Global Trade Services die Einführung neuer Produkte beschleunigt und geringere Lieferkosten sowie ein zuverlässiges Liefernetzwerk gewährleistet, erzielt Rohm and Haas einen Wettbewerbsvorsprung. Die Anwendung verringert außerdem das Risiko, dass die Zollbehörden ausgedehnte Prüfungen vornehmen, Buß- und Strafgelder erlassen oder die Ein- und Ausfuhr von Waren verzögern. Und vor allem verhindert SAP GRC Global Trade Services, dass der gute Name von Rohm and Haas beschädigt wird, weil Vorschriften nicht eingehalten wurden.

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