Sieg im ERP-Marathon

Feature | 21. Mai 2008 von Sarah Z. Sleeper 0

„Es ist ein Marathon, kein Sprint“, so Rodney Masney, Vorsitzender der ASUG und Global Director der IT Infrastructure Services bei O-I. „Die ERP-Implementierung ist erst der Anfang“, erklärt er näher. „Unternehmen sollten sich nicht nur die Implementierung und den späteren Gebrauch einer ERP-Lösung auf die Fahnen schreiben – sie sollten dieses wichtige Werkzeug vielmehr im Lauf der Zeit auch kontinuierlich weiter verbessern. Klar ist, dass die Unternehmen dafür jedes Werkzeug nutzen, das Ihnen zur Verfügung steht. Eines davon ist unser „Benchmarking and Best Practices Program“, an dem wir mit SAP zusammenarbeiten – es hat sich erwiesen, das Unternehmen jeder Größe davon sehr stark profitieren.“

Teil des Programms ist die jüngste ASUG- und SAP-Best-Practice-Umfrage, die in Partnerschaft mit der Florida State University durchgeführt wurde. Doch „Running the ERP Marathon“ ist nur eine von insgesamt zehn Umfragen. Zusammen mit 18 detaillierten Benchmarking-Studien sollen die Umfragen eine zentrale Frage beantworten helfen: „Wird die IT in meinem Unternehmen so gut gesteuert, wie es der Fall sein sollte?“

Daten und Handlungsempfehlungen

Die Ergebnisse von Umfrage und Benchmarking, ist Rodney zuversichtlich, geben den Teilnehmern „umsetzbare Daten“ an die Hand. Sie erfahren, was genau zu tun ist, um die IT-Performance zu steigern, die Kosten zu senken und ihre SAP-Systeme weiter zu verbessern. Die Umfragen geben hier ein unmittelbares Feedback. Die Benchmarking-Analysen brauchen etwas mehr Zeit – geben aber detailliertere Aussagen zu den Geschäftsverfahren und IT-Praktiken.

„Das Problem bei Benchmarking-Studien – etwa von Analysten – ist, dass sie zwar umfangreiche Daten liefern. Aber sie geben selten Hinweise darauf, wie sich mit diesen Daten auch die Unternehmensleistung steigern lässt. Hier setzt ASUG an. Wir bieten als erste Anwendergruppe ein Benchmarking an, das den Unternehmen wirklich dabei hilft, zu einem der „Besten der Besten“ zu werden“, sagt Masney.

Bisher haben ASUG-Mitglieder aus über 1.000 Unternehmen fast 4.000 Fragebögen beantwortet – eine Zahl, die Masney gerne weiter wachsen sehen würde, wie er auch auf der Jahreskonferenz der ASUG Anfang Mai betonte.

Deutlicher Zusammenhang zwischen Talentmanagement und Produktivität

In den vergangenen Monaten haben ASUG und SAP einige der Erkenntnisse aus den Benchmarking-Studien veröffentlicht. Beispielsweise – so die Studie zum Supplier Relationship Management – sparen führende Unternehmen im Einkauf mehr als 49 Prozent gegenüber dem Durchschnitt ein. Damit verbunden haben sie 51 Prozent weniger Kosten. Die Studie zum Transport-Management wiederum enthüllt, dass die Vorreiter in punkto Liefertreue neun Prozent besser sind als der Durchschnitt – bei satten 67 Prozent weniger Kosten.

Auch im Personalwesen steckt Potenzial. Die Studie zum Human Capital Management nahm Unternehmen ganz verschiedener Größe unter die Lupe. So hatte der Umsatz beispielsweise eine Spannweite von unter 200 Millionen bis zu 40 Milliarden Dollar – ein weites Feld. Auch der Branchenfächer war weit aufgespannt. Die Teilnehmer kamen etwa aus der Konsumgüterindustrie, der Fertigungsindustrie, der Hightech-Branche oder der Versorgungsindustrie.

Führende Unternehmen, so das wichtige Resultat, stecken viel Energie in Schulung und Training ihrer Mitarbeiter. Nahezu 100 Prozent der Angestellten waren hier mindestens einmal im Jahr in irgendeiner Form auf Weiterbildung. In Unternehmen mit durchschnittlicher Performance lag dieser Wert nur bei 57 Prozent – ein deutlicher Zusammenhang zwischen den Investitionen eines Unternehmens in das Talentmanagement und der daraus resultierenden Produktivität der Mitarbeiter.

Die Prozesse im Finanzwesen lassen sich durch Shared Services deutlich verschlanken. Das schlägt auch in den Betriebskosten massiv zu Buche: Hier sind Einsparungen um mehr als die Hälfte möglich. Wesentlicher Faktor – so die entsprechende Studie – ist die Integration aller beteiligten Prozesse. Mit durchgängigen Prozessen lässt sich beispielsweise Aufwand und damit Zeit sparen – bei Abschlüssen oder der Rechnungsbearbeitung mehr als zwei Drittel.

Absatz- und Produktionsplanung sind die Treiber in der Lieferkette. Zuverlässige Prognosen führen laut der Supply-Chain-Studie zu erstklassiger Auftragserfüllung und kurzen Durchlaufzeiten.

Immer mehr Optionen

„Daten wie diese ermöglichen es den Unternehmen, sich an anderen zu messen. Sie können damit Verbesserungspotenzial identifizieren und ihre Leistung steigern“, sagt Masney.
Zusätzlich zur aktuellen ERP-Umfrage arbeiten ASUG und SAP in diesem Jahr an sechs weiteren Benchmarking-Studien – zu Themen wie der Vertragsabwicklung, der CRM-Vertriebseffizienz, einem „Enterprise Health Check“, für Warenwirtschaft und Category Management, für Auftragsabwicklung und Talentmanagement.

Masney zieht schon jetzt ein positives Fazit. Einige Aha-Erlebnisse, so der ASUG-Chef, habe es bereits gegeben – weitere werden sicherlich folgen. Beispielsweise kommt es sicherlich für einige überraschend, dass Unternehmen mit den geringsten Betriebskosten auch bei Technologie-Updates die Nase vorn haben. Sind solche Zusammenhänge erste einmal bekannt, so Masney, können auch andere davon profitieren.

Die Liste der Services, die ASUG ihren Mitliedern anbietet, ist lange – und wächst, freut sich Masney. Benchmarking, Networking, Ausbildung und Möglichkeiten – die Optionen für SAP-Kunden, die das ERP-Rennen gewinnen möchten und hierfür ihr Unternehmen neu ausrichten wollen, nehmen kontinuierlich zu.

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